Of cats and kids: Warum Katzen wie Kleinkinder sind

Es ist gefühlt schon eine Ewigkeit her, dass ich hier das letzte Mal geschrieben habe. Schreibblockade, emotionale Tiefs, Motivationsprobleme – all das sind Gründe, warum ich es hier so lange hab schleifen lassen. Nun stehen bei uns bald Veränderungen an, die so schön sind, dass es mir genug Schwung und Motivation bringt, um endlich wieder was auf’s (digitale) Papier zu bringen. Wir bekommen bald Katzenbabies! Und da ich schon so lange schwanger gegangen bin mit dem Gedanken, mir wieder Katzen anzuschaffen, habe ich in den Jahren meiner Mutterschaft so einige Parallelen feststellen können zwischen Katzen und Kleinkinder.

Und schon sind wir auch schon mitten im Thema: ich behaupte einfach mal frech, dass sich Katzen oftmals wie Kleinkinder benehmen. Glaubt ihr nicht? Dann schaut selbst.

 

1. Die Toilette, die Tür, Privatsphäre – ein Witz

Alle Mütter und Väter kennen es, kaum ist ein Kind im Haus, ist der stille und einsame Toilettengang passé. Als Säuglinge sind die lieben Kleinen noch nicht in der Lage, einem selbst ins Badezimmer zu folgen. Trotzdem sind sie oft zugegen, wenn man auf Toilette gehen möchte oder nur kurz unter die Dusche springen. Wenn man nicht gerade eine zweite Person zur Hand hat, die den kleinen Zögling bespaßt, während man das stille Örtchen besucht, dann hat man genau zwei Optionen: es irgendwo sicher parken und schreien lassen ODER mit ins Badezimmer nehmen. Da man meist eher gehemmt ist, das Kind schreien zu lassen, macht man sich in den wenigen Minuten, in denen man die körperlichen Bedürfnisse stillt, komplett zum Affen, nur um das Kind bei Laune zu halten.

Später könnten die Kleinen auch mal kurz für sich sein, aber meist sind sie dann in der Lage selbstständig ins Bad zu folgen. Und das tun sie dann auch. Jahrelang. Wenn man es wagt, die Tür zu schließen, hört man schnell ein Kratzen an der Tür oder Gebollere, gerne auch verschiedene Abstufungen von Unmutsbekundungen. Ab eine bestimmten Größe wird auch einfach die Tür aufgerissen – egal wer gerade noch davor steht.

Auch Katzen scheinen er Meinung zu sein, dass ein Toilettengang eher weniger eine private Angelegenheit ist. Werden sie ausgesperrt, kratzt es schnell an der Tür. Oder es werden Pfoten unter derselben hindurch gesteckt. Manche Exemplare sind sogar geschickt genug Türen zu öffnen. Möchte man dem vorbeugen, kann man wahlweise auch gleich die Tür offen lassen. Denn die lieben Samtpfoten haben ihre eigenen Vorstellungen davon, wie lange der Toilettenbesuch tatsächlich eine gemeinschaftliche Veranstaltung ist. Zwar können Katzen eher weniger nervig quengelnde Fragen stellen, aber haben auch sie so einige Marotten, die bedient werden möchten, während man selbst eigentlich mit etwas Anderem beschäftigt ist.

 

2. Das Kuschelbedürfnis

Sowohl bei Katzen als auch bei Kindern gibt es diverse Kuscheltypen. Bezeichnend ist bei allem, dass Kind bzw Katze ihre ganz eigenen Vorlieben hat und diese auch genauso einfordern. Ob der dazugehörige Mensch da ähnlich gestrickt ist, ist ihnen meist völlig schnuppe.

So gibt es Kinder wie Katzen, die eigentlich immer zur Stelle sind, um zu kuscheln, kaum dass man es sich irgendwo bequem gemacht hat. Da werden Schöße und Arme einfach besetzt und in Anspruch genommen. Dies führt sich gerne bis ins Bett fort und beeinflusst die elterlichen/menschlichen Schlafweisen enorm. Sollte man versuchen, sich dem zu entziehen, dann bekommt man den Unmut auf die ein oder andere Art zu spüren. Man hat seine Bedürfnisse hinten an zu stellen. Punkt!

Genauso gibt es Wenigkuschler. Da möchte man sein Kind oder seine Katze gerne herzen, streicheln und kuscheln und da wollen die einfach nicht. Da werden Fluppen gezogen, die Krallen gezeigt, gebissen und gemosert. Man hat keine andere Wahl, als auf die wenigen Momente zu warten, wo die eigene Nähe aktiv gesucht wird. Da wird einem endlich die Gnade zu teil, seinem eigenen Kuschelbedürfnis nachzugehen. Aber nicht so lange! Nur so lange wie Kind oder Katze es für angebracht halten!

 

3. Mäkelige Esser

Direkt nach der Geburt ist es mit der Ernährung noch recht einfach. Solange das Kind an der Brust bzw die Katze an der Zitze hängt, ist alles wunderbar. Danach wird es allerdings kritisch. (Klein)Kinder sind bekannt dafür, dass sie meist recht wählerisch essen. Es müssen die richtigen Zutaten sein, die einzelnden Bestandteile in der richtigen Größe angeboten werden, natürlich optisch ansprechend und auf die richtige Art angerichtet. Damit es nicht zu einfach wird, werden die Regeln, was momentan gegessen werden mag, immer mal wieder über den Haufen geworden. Wo es letzte Woche noch ok war, die Nudeln MIT Soße zu servieren, geht das heute überhaupt nicht mehr. Das Brot zusammengeklappt? Ein Schwerverbrechen!

Und man glaube es kaum, Katzen sind ebenso für ihren launischen Geschmack bekannt. Da darf es nur Fleisch in Soße sein, einige Zeit später dann doch lieber mit Gelee. Sorten, die eigentlich immer gerne gefressen wurden, werden mit einem mal verächtlich links liegen gelassen.

Es ist eigentlich egal, wem man denn das Essen serviert. Man darf sich immer wieder darauf einstellen, dass dieses Essen genau heute in dieser Art den Herrschaften nicht mehr genehm ist.

 

4. Stinkende Hinterlassenschaften

Die ersten Jahre eines Kindes sind davon geprägt, dass es nicht in der Lage ist, seine Ausscheidungen selbst zu entsorgen. Und damit einem die lieben Kleinen nicht überall kleine Hinterlassenschaften hinmachen, bekommen sie in der Regal Windeln um. So kann man zwar nicht das Wann, aber wenigstens das Wohin bestimmen. Ab einem bestimmten Alter lernt unser Nachwuchs dann irgendwann auf Toilette zu gehen und man wird dann höchstens noch zum Abputzen gebraucht.

Katzen lernen freundlicherweise sehr viel schneller, wohin mit ihren Hinterlassenschaften. Was einen nicht davor bewahrt, diese sorgsam umzuschütten, damit sie nicht auf ewig im Katzenklo vor sich hin stinken.

Ob nun kniend vor der Katzentoilette oder gebückt über dem Kinderhintern, beides ist olfaktorisch keine Freude. Und wer schon mal einen prallen Sack mit Katzenkacke rausgebracht hat, weiß ganz genau, dass es genauso stinkt, wie eine Tüte voll Kackwindeln.

 

5. Eigensinn

Im Gegensatz zu Hunden lassen Katzen sich generell gar nichts befehligen. Statt treudoof jeden Wunsch bzw. Befehl auszuführen, haben sie eine ganz eigene Vorstellung, wie der Hase läuft. Und wer generell an der Spitze der Befehlskette steht. Sie machen genau das, was sie gerade möchten – nicht mehr nicht weniger. Sie setzen auf ihren Eigensinn, von manchen Katzenliebhabern auch gerne als „Charakter“ bezeichnet. In der Regel sind es genau diese Eigenarten, die sie nicht nur einzigartig machen, sondern auch besonders liebenswert.

Bei Kindern spricht man in der Regel nicht von Eigensinn, man hat sich da nettere Namen einfallen lassen. Gerne ist die Rede von der Autonomiephase (Trotzphase). Was aber nicht viel daran ändert, dass die eigentlich so lieben Kleinen ständig versuchen ihren Dickkopf durchzubekommen. Und wenn das keine Eigensinn ist…

 

6. Wo sie sind, ist Chaos

Wo Kinder sind, herrscht das Chaos. Das ist quasi ein Naturgesetz. Regale und Kisten werden nur zu gerne ausgeräumt oder ausgekippt. Das Spielzeug wird innerhalb kürzester Zeit in der gesamten Wohnung verteilt. Slipeinlagen werden in die Puppenwiege geklebt und die Tupperdosen sonst wohin verräumt. Kaum dreht man sich einmal um, wird sofort akribisch an dem nächsten Chaos gearbeitet.

Auch Katzen sind so kleine Chaosstifter. Nicht immer in den gleichen Dimensionen wie Kinder, aber trotzdem genauso akribisch. Gerne werden kleine Objekte über die Tischkante bugsiert, in jeder Ecke findet sich Katzenspielzeug. Schuhe stehen nicht mehr am selbsen Ort und Haarbänder verschwinden auf mysteriöse Weise. Und wehe das liebe Katzentier hat mal sein fünf Minuten, da gehen gerne mal Gardinen oder Blumentöpfe drauf oder Geschirr zu Bruch.

 

Und? Überzeugt? 😉

Aber egal wie anspruchsvoll sie sind, wie nervig in ihren Marotten – hat man erst sein Herz an eines dieser zwei- oder vierbeinigen Wesen verloren, so gibt es nichts Schöneres als sein Leben mit ihnen zu teilen. ❤

 

More is yet to come,

M.

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Shades of Pink #8: Die Afro-Elsa

Meine kleine Maus ist inzwischen gar nicht mehr so klein. In gut einem Monat ist sie schon vier Jahre alt. Wie es sich für eine junge Dame gehört, entwickelt sie so langsam ihren eigenen Geschmack. Am liebsten mag sie Kleider, die Farben Pink und Lila, Blumen, Feen, Pferde und Einhörner können ihrer Meinung nach überall drauf sein. Und ja, Katzen am Besten auch. Auch zum Thema Haare hat sie so ihre ganz eigenen Vorstellungen.

Nun ist es natürlich so, dass ihre Haare doch ein wenig anders sind als die ihrer Kindergartenfreundinnen und auch als die von meiner Mutter oder mir. Wo im zarten Säuglingsalter die Haare noch fein und glatt waren, sind sie inzwischen dicker, drahtiger und ganz schön krauslöckig (gibt es das Wort überhaupt? Es beschreibt es wohl am Besten 😉  ). Ihre Frisurenvorbilder sind in den meisten Fällen das, womit sie konfrontiert wird. Im Kindergarten, unterwegs, in Filmen. Nicht immer leicht umzusetzen, wenn das Ausgangshaar so kraus ist.

 

Die Haarpflege – eine Wissenschaft für sich

Gerade am Anfang habe ich die Haarpflege sehr unterschätzt. Afrohaare trocknen schnell aus, sie benötigen viel Pflege und auch eine ganz andere, als ich sie so kenne. Von den Produkten aus dem Afroladen bin ich schnell wieder abgerückt, zu viele Erdöle und das leicht entflammbar Schild war auch nicht besonders vertrauenserweckend. Also habe ich das Internet einmal quergelesen und bin da auf ganz gute Informationsseiten gestoßen. Im Endeffekt probiere ich mich immer noch durch, aber so langsam wird das was.

Praktisch ist, dass ich der Kleinen nicht so oft die Haare waschen muss aufgrund ihrer Struktur. Einmal die Woche reicht in der Tat aus. Außer natürlich, sie hat Dreck, Sand oder Fusseln im Haar, dann muss sie auch schon einmal früher ran.

Allerdings ist das Waschen dann auch aufwändiger. In der Regel immer Shampoo und Spülung/Kur. Während Spülung oder Kur einwirkt, entwirre und bürste ich die Haare, das geht nämlich nicht im trockenen Zustand. Mindestens einmal im Monat behandle ich das Haar mit einer Kokosöl-Maske vor dem Waschen. Nach dem Waschen kommt dann noch eine Feuchtigskeitspflege in die Haare. Danach werden diese „versiegelt“, indem ich noch ein Haaröl einarbeite. Im Anschluss darf ich dann noch frisieren.

Doch das reicht noch nicht an Haarpflege. Täglich darf ich dann noch mittels Sprühflasche die Haare anfeuchten und mit Haaröl die Frisur/Zöpfe etc. pflegen.

 

Die Frisurenwahl – zähe Verhandlungen, viel Gejammer, Geschimpfe und Frust

Früher war das noch recht einfach mit der Frisurenwahl. Ich wusste wie viel Zeit ich hatte, konnte einschätzen, wie lange die Kleine still halten kann und entschied dann eher nach dem Lustprinzip, was ich denn nun zaubern wollte. Oftmals machte ich die gleiche Frisur mehrmals hintereinander, da die Scheitel noch gut zu sehen waren vom letzten Mal. Entweder gab es abstehende geflochtene Zöpfe (zwischen vier und zwanzig, ja nach Laune), eingeflochtene Zöpfe (in den verschiedensten Anordnungen) oder Püschelzöpfe. Das war eine schöne Zeit.

Denn jetzt redet Madame mit. Inzwischen ist sie relativ verständig, dass manche Dinge einfach nicht gehen mit ihren Haaren. Rapunzelhaare (!!) gehen natürlich gar nicht, dafür sind ihre einfach nicht lang genug. Davon ab, fallen ihre Haare nicht locker nach unten, sondern stehen eher ab… Aber auch die Variante mit zwei langen geflochtenen (Anna-)Zöpfen scheitert einfach an der Haarlänge.

Am liebsten ist ihr sowieso ihre „Elsafrisur“. Für fachkundige (Mädchen)Eltern: die Frisur vom Anfang aus der Krönungszeremonie. Vorne eine Ponysträhne abteilen, der Rest in einen Püschelzopf. Ponysträhne eindrehen oder einflechten, zum Zopf hindrapieren, feststecken. Kind glücklich. Also fast..

…denn damit kann man leider keinen Helm tragen. Und somit auch kein Laufrad fahren. Also wird jedesmal verhandelt, was wir machen. Einflechten, Twists, Rasta, Elsa, Halbafro, Irokesenfrisur…. Selbst nach geglückter Einigung gibt es weiter Gemurre.

Denn Haare frisieren ziept. Immer. Scheitel ziehen ziept, Strähnen abteilen ziept, flechten/eindrehen ziept. Die böse, böse Mama!! (Aber Abschneiden wäre noch viel gemeiner 😉 )

Stillsitzen ist auch nicht immer so einfach. Und so mache ich es mir leicht: ich setze mich mit ihr vor den Fernseher und schau mit ihr fern. Sehr gerne Disneyfilme ( war klar, woher sonst kommen ihre Frisurenideen) oder eine Kinderserie über Netflix. Nur so habe ich überhaupt eine Chance erfolgreich ihr Haare zu bändigen.

Zum Abschluss der ganzen Prozedur geht die kleine Maus übrigens zum Spiegel und kontrolliert (!) meine Arbeit. Echt jetzt! Betrachtet sich von allen Seiten mit ernstem Gesicht, überprüft ganz genau den Sitz ihrer Frisur und fährt mit ihren Händen darüber. Irgendwann lächelt sie zufrieden und lobt mich dann.

Insgesamt sind wir bestimmt gut 1-2 Stunden mit ihren Haaren beschäftigt. Je nachdem, wie lange was einwirken muss und welche Art Frisur es denn werden soll. Von daher bin ich wirklich froh, dass wir das nur einmal die Woche machen müssen. Die tägliche Pflege dauert zum Glück nur ein paar Minuten.

Ach übrigens, nicht nur direkt nach dem Frisieren kontrolliert das liebe Kind die Haare. Auch morgens vor dem Kindergarten wird kritisch geprüft und ich zur Nachbesserung heranzitiert. Denn lose Haare gehen mal gar nicht.

To be continued,

M.

Was muss ich mir eigentlich alles von meinem Ex gefallen lassen, nur weil er Vater unseres Kindes ist?

Der Titel steht ja eigentlich für sich selbst. Gerne hätte ich ihn kürzer und prägnanter formuliert, aber es will mir einfach nicht gelingen ohne Schimpfwörter zu benutzen. Zumindest dürfte man als Leser gewarnt sein, was so in etwa kommen könnte.

Momentan habe ich einen richtigen Hals auf meinen Ex, bin dabei aber auch wütend auf mich selber, weil ich das ja alles so mit mir machen lassen. Wäre dieser Mann nicht auch gleichzeitig der Papa meiner kleinen Maus, ich hätte ihn auf allen möglichen Kanälen geblockt und ihn versucht nie wieder zu sehen. Das geht ja aber leider nicht, ich habe ja auch meiner Kleinen gegenüber eine Verpflichtung.

Dies im Kopf habe ich mir seit langem so einiges von meinem Ex gefallen lassen. Absprachen funktionieren nur so halbherzig. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind nicht so sein Ding. Natürlich freut er sich, wenn ICH es bin, er selbst ist da nicht ganz so genau. Überhaupt lässt er sich sehr gerne bitten, mir seine Zeitpläne mitzuteilen, wann er es denn eventuell einrichten könnte seine Tochter zu betreuen. So mit den wechselnden Arbeitszeiten kann man ja auch überhaupt nicht planen. Ich gab mich lange damit zufrieden, dass er es immerhin regelmäßig einrichten konnte unsere Kleine 2 mal wöchentlich zu sehen bzw zu nehmen. Wir hatten es sogar auf sporadische Übernachtungen ausgebaut!

Allerdings kostete mich dieses Kunststück auch ordentlich Kraft. Denn der Herr möchte eigentlich nicht gefragt werden, wann er arbeitet. Also fragte ich nur, wann er sie denn nehmen könne. Damit er mir bloß keine Auskunft über seine privaten Pläne geben braucht (bitte genervtes Augenrollen einfügen). Auch überhaupt kann er es ja gar nicht ab, schon am Wochenende gefragt zu werden, wie es denn die kommende Woche betreuungstechnisch aussieht. Da hätte man ja im Vorfeld auf den Dienstplan schauen müssen. Es ging sogar so weit, dass ich ihm sowohl freitags als auch samstags Erinnerungen (!!!) schickte, damit er auch dran denkt nachzuschauen. Das war während meiner Zeit in der Tagesklinik, wo ich wirklich genau planen musste, damit das Abholen der Kleinen garantiert war, wenn ich nicht konnte.

Es war auch überhaupt nicht verwunderlich, dass genau in dieser für mich sehr aufreibenden Zeit die Zusagen von ihm nicht eingehalten werden konnten. Statt wie besprochen 2 mal wöchentlich plus 1 mal Übernachten am Wochenende schaffte er es auf 1 mal sehen die Woche – nicht zwingend an einem Wochentag, da hätte er mich ja zu sehr entlasten können.

Komischerweise geht er aber davon aus, dass ich (und auch meine Familie!) immer parat stehen, wenn etwas bei ihm nicht läuft. Da soll ich mal mit seiner Hausverwaltung telefonieren, weil er nicht so gut deutsch sprechen kann. Ich soll ihn beraten, ob er lieber umziehen soll oder nicht. Bei Bewerbungen soll ihm geholfen werden, Kontakte zu Firmen sollen wir ihm herstellen. Und wehe ich lese eine Whatsapp Nachricht nicht von ihm binnen 30 Minuten. Dann wird aber durchgerufen! Warum ich denn nicht auf mein Handy schaue! Aber anstatt mir zu sagen, worum es geht, soll ich die Nachricht lesen.

Leider missverstehen wir uns sehr gerne, wenn unsere Kommunikation nur als Textnachrichten besteht. Für ihn kein Grund auch nur fünf Minuten in ein Telefonat zu investieren. Auch diese – so selten sie denn sind – sind wahrlich keine Freude. Kaum ein Wort der Begrüßung, kein freundliches Wort. Der Ton ist meist genervt und verärgert. Wehe ich frage mal nach, weil ich mehr Informationen haben möchte, da werde ich dann gleich als dumm und begriffsstutzig betitelt. Wenn er alles gesagt hat, legt er auf. Ohne Verabschiedung. Nicht selten schneidet er mir dabei das Wort ab.

Aber was tut man nicht alles zum Wohlergehen seiner Tochter??

Ich bin langsam an einem Punkt angekommen, wo ich nicht mehr kann. Dieser Mann stellt in einer Tour nur Forderungen, setzt alles als selbstverständlich hin, was ich bzw. wir für ihn tun. All das, was er für uns tut, ist hart erkämpft und erbettelt. Wenn er denn tatsächlich etwas tut.

Inzwischen hat er eine Ganztagsstelle. Er war es vorher nicht gewohnt, es schlaucht ihn schon sehr. Und oh Wunder, als ungelernte Kraft hat er nicht wirklich viel mehr als mit dem Midi-Job. Auch pendelt er täglich fast 2 Stunden hin und zurück. Wöchentlich wechselnder Schichtdienst. Ja, der arme Mann ist echt geschafft. Aber anstatt, dass er jetzt mal verlässlich mit sich planen lässt, meldet er sich fast gar nicht mehr von selbst. Denn ich habe aufgehört ihm hinterher zu telefonieren oder zu texten. Also fällt ihm dann meist erst am Donnerstag auf, dass er sein Kinde eventuell mal sehen sollte. Tja, und manchmal sind wir dann für Freitag schon verplant. Oder für Sonntag. Ich setze ihn auch nicht mehr in Kenntnis, was ich wann mit ihr geplant habe. Denn ganz ehrlich: wenn er mir bis vor kurzem noch nicht einmal Auskunft geben wollte, ob er denn an diesem Tag arbeitet, warum sollte ich dann die Hosen runterlassen? Er merkt es sich doch eh nicht.

Scheinbar scheint es ihn nicht zu stören, dass er unsere Tochter seltener sieht als zuvor. Manchmal nur anderhalb Stunden die Woche. Sie scheint es auch nicht zu stören. Immer häufiger sagt sie mir, dass sie ihn nicht sehen will oder zumindest nicht zu ihm nach Hause gehen will. Der schaut immer so gruselige Filme (Yoruba-Filme, scheinbar brüllen sich Nigerianer fast ausschließlich an und schaut es auch immer wahnsinnig laut) und sie bekommt davon Ohrenschmerzen.

Jetzt hat er aber den Vogel abgeschossen. Er wünscht sich sehr, dass unsere Tochter seine Eltern kennenlernt. Ihre anderen Großeltern. Das funktioniert nur auf zwei Arten: er fährt mit ihr hin oder seine Eltern kommen hierher. Natürlich ist das nicht gerade günstig umzusetzen. Dass ich ihn mit ihr nach Afrika lasse, ist für mich undenkbar. Allein schon der Krankheiten wegen, die dort vorherrschen, gegen die auch nicht alle geimpft werden kann (Malaria z.B). Aber auch, weil sie nicht einfach mal mit Papa, den sie rund 6 Stunden die Woche sieht für 3 Wochen in ein fremdes Land fahren kann, wo alles anders aussieht, riecht und sich anhört! Von vereinzelten Terroranschlägen mal abgesehen (Nigeria -> Boko Haram!!!!).

Also die Eltern hierher. Am Besten sofort. Im Winter. Ist klar. Nur hat er das Geld nicht. Also sollen wir (meine Familie und ich) ihm was zuschießen. Also als Geschenk, nicht als Darlehen. By the way, er ist auch nicht gerade ein Held, wenn es um Geld zurück zahlen geht… Aber zurück zum Thema. Er hat sogar Glück, wir sind willens. Eher der kleinen Maus zuliebe als ihm – und aus einer vagen Sympathie seiner Eltern gegenüber. Nur leider haben wir das Geld nicht sofort parat. Gerade so vor Weihnachten hat man ja anderes im Sinn mit seinem Geld. Und zum Jahresanfang ist es auch gut, wenn man noch ein wenig in der Hinterhand hat. Zudem gibt es auch andere Gründe, die ich hier nicht unbedingt aufzählen möchte, die es uns jetzt unmöglich machen, einen Teil Großteil der Flugkosten zu übernehmen.

Aber natürlich ist ihm das nicht genug. Erst nachdem er weiß, dass wir ihm was geben, informiert er sich erst, was für Bedingungen erfüllt werden müssen, damit die überhaupt einreisen dürfen. Und das ausgerechnet noch in Fachdeutsch! Also mault er rum. Wir sollen zusehen, dass wir das Geld schnell zusammen bekämen, die berechtigten Gründe, weswegen es länger dauert, interessieren ihn nicht. Und überhaupt, dass wäre alles zu kompliziert, eigentlich wäre es doch viel besser, er fährt mit der Kleinen hin. Wäre ja auch günstiger. Aber wenn wir das Geld nicht zusammmen bekommen, dann macht er mir Stress.

WTF!!!

Ganz ehrlich, wieviel gequirlte Scheiße hat der denn in seinem Hirn?? Anstatt dankbar zu sein, dass wir ihn dabei unterstützen wollen, OBWOHL er mich nur zu gerne hängen lässt, beschwert er sich. Auch scheint er keinerlei Respekt zu besitzen. Weder vor mir noch vor meinen Eltern. Wie sonst könnte er auf die Idee kommen, dass er sich allen familiären Verpflichtungen entzieht, es aber für selbstverständlich erachtet, dass meine Familie ihn unterstützt. Mein Vater hat ihn seit über 2 Jahren nicht mehr persönlich zu Gesicht bekommen. Aber wurde immer mal wieder um Geld gebeten. Also stellvertretend von mir versteht sich. Warum sollte der Ex auch respektvoll mit mir umgehen, schließlich kümmere ich mich nur um seine Tochter, während er sein Ding macht. Wenn ich Entlastung brauche, kann ich mich ja gefälligst an meine Mutter oder meine Freunde wenden. Überhaupt, wie kann man nur psychisch belastet sein. Kann ja nicht so schwer sein, ein Kind zu versorgen, wenn man nicht nebenbei arbeitet. Da kann ich doch noch nebenher für ihn den behördlichen Kram übernehmen und zusätzlich als Blitzableiter dienen, weil er ja so gestresst ist, weil er ja arbeiten muss und sich um sein Wohlergehen kümmert.

Ich kann einfach nicht mehr!

Nicht zum ersten Mal geht mir durch den Kopf, dass ich ihn einfach zu gerne blocken würde über das Handy. Meine Ruhe haben. Nicht überlegen wollen, was er denn diesmal wolle. Oder wofür ich diesmal als Sündenbock oder Blitzableiter herhalten soll. So sollte man mit niemandem umgehen! Erst recht nicht mit der Mutter (Familie) seines Kindes, die fast die ausschließliche Sorgearbeit (emotional, zeitlich wie finanziell) übernehmen!

Ganz ehrlich, ich habe keine Lust mehr darauf zu warten, dass er in der richtigen Stimmung ist, damit ich mal mit ihm reden kann. Er muss endlich was ändern und ein Einsehen haben. Ansonsten kann er sich unseren Kontakt sonst wohin stecken und die Terminabsprache für die Besuchzeiten läuft über das Jugendamt. Und zwar außerhalb meiner Wohnung, denn dort nimmt er sich ja auch alles, was er gerade braucht. Toilettenpapier und Wasser werden gerne mitgenommen (heimlich!), beim Essen wird sich gerne selbst bedient. Auch an meinem Laptop geht er ganz selbstverständlich ohne zu fragen.

Für mich ist das alles nicht mehr tragbar und neben meinem Wohlergehen muss ich auch an unsere Tochter denken. Was soll sie denn lernen, wie man als Frau mit sich umzugehen hat? Als Fußabtreter für Andere? DAS will ich für sie nicht.

Von daher steht mir jetzt eine sehr fiese Auseinandersetzung bevor. Ich rechne mit verbalen Aussetzern und Drohungen seinerseits. Und ich hoffe, dass ich selbst stark genug bin, dass dann auch auszuhalten und nicht weiterzutragen an unsere Tochter.

More is yet to come,

M.

Mein Aufenthalt in der Tagesklinik – meine Eindrücke

Nachdem ich im ersten Teil bereits über die allgemeinen Abläufe in der Tagesklinik geschrieben habe, werde ich hier nun darüber berichten, wie das Ganze auf mich gewirkt hat, wie es mir bekommen ist und was sich daraus für mich für Konsequenzen ergeben haben.

Der erste Tag

Als es endlich soweit war, war ich extrem nervös und aufgeregt. Nicht nur, dass wir früher aufstehen mussten und meine Kleine zum ersten Mal in den Frühdienst gehen sollte in der Kita, nein, ich wusste noch gar nicht, was mich erwarten sollte. Abgehetzt und mit versagendem Deo war ich fünf Minuten früher da, als man mir aufgeschrieben hatte. Im Gemeinschaftsraum saßen Patienten und frühstückten. Die Anmeldung war verlassen, ebenso wie das Dienstzimmer. Nach fünfzehn Minuten kam dann tatsächlich jemand. Mir klopfte das Herz bis in den Hals. Nach einem kleinen, recht schnellen Rundgang wurde ich an eine Mitpatientin verwiesen und erst einmal frühstücken geschickt – was ich nicht konnte wegen der Aufregung.

Diese legte sich und ich fing langsam an, die ersten Eindrücke zu sammeln. Was gar nicht so einfach war, da ich total erkältet war und sowieso nur alles wie unter Wasser wahrnahm. Anfangs war alles sehr befremdlich. Da es eine transkulturelle Einrichtung war, waren ein Großteil der Patienten nicht deutsch. An sich ist das für mich kein Problem. Allerdings war ich neben einem anderen Patienten die einzige Deutsche, der Rest saß schön in Grüppchen zusammen und unterhielten sich in ihrer Muttersprache. Irgendwie fühlte ich mich verloren. Den eigentlichen Tagesablauf bekam ich gar nicht so richtig mit. Neben dem Aufnahmegespräch hatte ich noch eines mit meiner zugeteilten Psychologin und auch gleich eines mit dem Sozialdienst. Am Ende des Tages war ich bedient. Das Abholen der Kleinen hatte ich gottseidank anderweitig organisiert.

Nach dem etwas schwierigen Einstand wurde ich recht schnell mit einbezogen. Ein Mitpatient „erbarmte“ sich meiner und nahm mich unter seine Fittiche. Er kümmerte sich um mein leibliches Wohl („Iss!“ „Iss noch etwas!“) und stellte mich den anderen vor. Über den Lauf meines Aufenthalts alberten wir viel miteinander herum. Obwohl er vom Alter her mein Vater hätte sein können, nannte er mich immer Schatz und scherzte, dass er schon sparen würde auf unsere Hochzeit. Nicht, dass er nicht verheiratet gewesen wäre. 😉

In der ersten vollen Woche musste ich noch zur medizinischen Untersuchung. Also neurologischer Status, EKG und Blutabnahme. Auch kamen neue Patienten. Und endlich senkte sich der Altersdurchschnitt ein wenig. Die erste, die in meinem Alter war, schnappte ich mir, auch weil sie ebenso verloren schien wie ich. Schnell stellten wir fest, dass wir ähnliche Interessen haben. Nach kürzester Zeit nannte sie mich Mama, irgendwie kann man manche Verhaltensweisen wohl nicht ablegen. 😉 Auch jetzt nach der Zeit in der Tagesklinik halten wir den Kontakt und beraten uns gegenseitig.

Auch unter den anderen Patienten habe ich liebe Menschen getroffen. Mit einigen halte ich Kontakt über Facebook, mit anderen habe ich Telefonnummern ausgetauscht. Auf der sozialen Seite war es tatsächlich ein totaler Gewinn.

Was ich für mich entdeckt habe
Bildrechte mamamitmacken / Von mir geflochtener Korb
Bildrechte mamamitmacken / Von mir geflochtener Korb

Das therapeutische Angebot war wirklich sehr vielfältig. Mit am Besten gefallen haben mir die handwerklichen Betätigungen, also das offene Werken, allgemein auch Ergotherapie. Zu Anfang habe ich einen kleinen Korb geflochten aus Peddigrohr. Dies inspirierte mich zu einem größeren Projekt – ein Puppenbett. Dazu musste ich erst eine entsprechende Platte zuschneiden, die Löcher bohren, die Platte bekleben, um dann letztendlich endlich flechten zu können. Einfach eine tolle Beschäftigung, sie erinnerte mich sehr an das Haareflechten bei meiner Tochter. Und auch das Puppenbett kam super an. Die gefertigten Sachen konnte ich dann natürlich auch behalten gegen einen kleinen Obulus (für das verwendete Material).

Darüber hinaus war die Entspannung ein super Sache für mich. Solange diese angeleitet wird und ich eine Stimme habe, auf die ich mich konzentrieren kann, klappt es super. Normalerweise purzeln die Gedanken in meinem Kopf nur so übereinander, ich springe von Gedankenstrang zu Gedankenstrang. Bei der Entspannung nehme ich nur meinen Atem war oder meine Beine oder die Arme. Eben das, worauf meine Aufmerksamkeit gelenkt wird. Tatsächlich beruhigt sich mein Atem, die einzelnen Körperteile werden auch warm. Am Schluss ist meine Körperwahrnehmung derart geschärft, dass ich meinen Herzschlag fühle, zusätzlich meinen Puls am Hals und in den Handgelenken. Anfangs hatte ich es als Panik gedeutet, aber es war nur die intensive Wahrnehmung.

Auch das Yoga war eine sehr schöne Erfahrung. Den Körper spüren, nur soweit gehen, wie man selbst es kann. Dazu die schon bekannten Atemübungen und auch die langsamen Bewegungen. Eine sehr gute Methode um meine innere Anspannung herunter zu fahren.

Die psychologischen Gruppen- und Einzelgespräche waren auch sehr gut. Von vorneherein stand für mich schon fest, dass ich im Anschluss wieder in die Analyse möchte, die Empfehlungen der Psychologin geht auch dorthin. Gruppengespräche werde ich mir aber nicht mehr suchen. Die Gefahr, dass ich mich zu sehr auf Andere konzentriere und meine eigenen Probleme darüber vergesse, ist mir einfach zu groß.

Unabhängig davon, habe ich noch etwas Anderes für mich entdeckt: eine bestimmte Zeichentechnik, bei der man sich in einen meditationsähnlichen Zustand versetzen kann. Ich werde noch mal darüber seperat schreiben. In den Pausen zwischen den einzelnen Angeboten habe ich mich darin geübt und einige Mitpatienten damit angesteckt. Witzigerweise hat die eine Ergotherapeutin das mit aufgegriffen und nach meiner Entlassung in der Gestaltungsgruppe angewandt. Meine Erbe! 😀

Und die Kleine?

Ja, mit meiner kleinen Maus war das so eine Sache. Die ersten zwei Wochen waren der Horror. Der neue Rhythmus, das häufige Abgeholtwerden von anderen, all das passte ihr gar nicht. Sie war nur am kreischen, panken, trotzen. An manchen Tagen war mir nur zum Heulen zumute, das schlechte Gewissen schlug voll zu. Ich zweifelt an meiner Entscheidung, fragte mich, ob ich zu viel von ihr verlangen würde.

Und dann, schlagartig, wurde es besser. Sie ging ohne viel Gegenwehr zum Kindergarten, „schmiss mich raus“, wenn ich sie abgab. Vorher gab es nur Geklammer und Geweine. Auch fing sie wieder an zu singen, auf dem Weg hin, auf dem Weg zurück, Zuhause – einfach Überall. Die Wutanfälle wurden weniger, sie fing wieder an auf mich zu hören.

Dazu beigetragen hat bestimmt auch, dass ich sie mit ins offene Café mitgenommen habe. Vorher hatte ich ihr schon gesagt, dass ich in die Klinik gehe, damit es mir besser geht, ich nicht immer so traurig und müde und wütend bin. Mit einem klaren Bild, WO ich bin, wurden ihre Ängste weniger. Sie konnte mir sagen, dass sie Angst davor hatte, dass ich nicht wieder komme abends. Und sie nahm alle für sich ein. Ließ sich mit Kuchen und Gebäck vollstopfen, spielte mit den Ärzten und Schwestern und Therapeuten. Natürlich auch mit den Patienten. Mit der Aussicht auf ein Puppenbett war das Thema für sie geritzt.

Bildrechte mamamitmacken/ Puppenkorb in Arbeit, die Bestechung für die kleine Maus ;-)
Bildrechte mamamitmacken/ Puppenkorb in Arbeit, die Bestechung für die kleine Maus 😉

Insgesamt 3 Mal war sie dort. Sie hat es geliebt zu Besuch zu kommen, drehte jedesmal auf und bezog alle mit ein. Sie genoss es im Mittelpunkt zu sein. Wenn wir ab und zu in der Nähe sind, erkennt sie den Weg dorthin und möchte alle dort besuchen gehen. Einfach herzig. ❤

WAs Bleibt

Während meines Aufenthalts habe ich so einige Entschlüsse für mich getroffen. Den Sport werde ich weiter machen, da er mir gut tut. Allerdings werde ich den ein oder anderen Yoga-Kurs dazwischen setzen, einfach um mal aufzutanken. Allgemein habe ich meine kreative Ader wieder entdeckt. Neben einem ganz besonderen Fotoalbum für die Kleine (seperater Bericht folgt noch) widme ich generell wieder dem Zeichnen. Es bringt mich einfach wunderbar runter und hat viel von #Me-Time.

Zum Stressabbau habe ich mir einen Igelball gekauft. Der ist ein sogenannter Skill, um akute Anspannungszustände zu lösen. Allgemein achte ich mehr auf eine Stress-Entspannung-Balance.

Darüber hinaus habe ich mit Hilfe des Sozialdiensts weitere Hilfen beantragt, über die im Moment noch entschieden werden.

Es war wirklich das Beste, mich in die Tagesklinik einweisen zu lassen. Keine Ahnung, was ich aus alleinigem Antriebt hätte schaffen oder verbessern können. Mir hätten definitiv die Informationen zu Hilfen und dergleichen gefehlt, um weiter meinen Weg gehen zu können. Gerade für mich als Alleinerziehende war die ambulante Psychiatrie einfach nur perfekt. Natürlich war es stressig. Kita-Tagesklinik-Kita (oder Einkaufen, Kind in Empfang nehmen). Aber das war es wert. Letztendlich waren es sechs Wochen, die man irgendwie rumbekommen hat. Zum Ende hin merkte ich, dass es mir langsam zu viel wurde, zu viel Geräusche, zu viel Trubel, zu wenig Zeit für mich oder meine Tochter. Ohne Tagesklinik jedoch würde es mir nicht so gut gehen und ich wüsste nicht so recht wie es jetzt weitergehen sollte.

More is yet to come,

M.

Mein Aufenthalt in der Tagesklinik – der allgemeine Ablauf

Ja ja, lang ist es her, dass ich von mir habe hören lassen. Ohne vorherige Abmeldung habe ich mir mehrere Wochen Auszeit gegönnt. Ab jetzt hoffe ich, dass ich wieder in einen Rhythmus hineinkomme, denn es haben sich viele Dinge in meinem Kopf angesammelt, die unbedingt verbloggt werden möchten. Nun aber zum ursprünglichen Grund meiner kleinen Abwesenheit: ich war zwischenzeitlich in der Tagesklinik. Das hatte ich ja bereits (hier) angekündigt und nun konnte ich es auch endlich umsetzen.

Da es doch recht viel ist, was ich darüber zu erzählen habe, habe ich beschlossen, den Rückblick in 2 Teile zu teilen. Zu erst einmal ein genereller Überblick, die allgemeinem Abläufe etc. Im zweiten Teil (hier) werde ich dann etwas persönlicher und schildere meine eigenen Eindrücke. Wahrscheinlich kommen auch noch einige Verlinkungen nachträglich dazu zu den verschiedenen Therapieangeboten. Andernfalls würde es nämlich tatsächlich den Rahmen sprengen. 😉

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Vor Der Tagesklinik – Die Formalitäten

Zu Beginn stand die Suche nach der entsprechenden Einrichtung. Ich fand insgesamt 3, zwei passten nicht für mich. Bei der erwählten Tagesklinik fragte ich mich dann einfach telefonisch durch, was ich so alles benötigte, um dorthin gehen zu können.

  1. eine klare Indikation – festgestellt durch den Hausarzt oder auch einen Psychiater
  2. ein Vorgespräch in der entsprechenden Tagesklinik, dafür benötigt man eine Überweisung in die Psychiatrische Instituts-Ambulanz (PIA)
  3. einen Termin für den ersten Tag
  4. eine Einweisung vom Hausarzt/Psychiater
  5. einen guten Plan, um Tagesklinik und Alleinerziehenden-Alltag zu wuppen 😉

Da zwischen Erstgespräch und Aufnahme mehrere Wochen Zeit waren, gewöhnte ich meine Tochter schrittweise an den zukünftig neuen Tagesablauf. Denn statt um 9.00 Uhr musste sie zukünftig um 7.30 Uhr in der Kita sein. Auch erfragte ich die Richtlinien bei der Leitung, unter welchen Bedingungen ich den Frühdienst nutzen könne. Den Papa meiner Kleinen stellte ich darauf ein, dass er etwas präsenter sein müsse in der Zeit (ratet mal, wer sich da besonders rar gemacht hat….), die Patentante wurde mit ins Boot geholt (die war wirklich die beste Hilfe! ❤ ). Der Stiefopa wurde auch einige Male miteinbezogen und die Oma kam dann auch zur Unterstützung. Trotzdem war es ein ordentlicher Ritt für mich.

In der Tagesklinik

Vorausschauend hatte ich einen Donnerstag als ersten Tag gewählt. So hatte ich nach zwei Tagen die Möglichkeit, die Eindrücke erst einmal sacken zu lassen. Natürlich war ich völlig erkältet und völlig verpeilt, die Informationen kamen gar nicht so richtig an. Grundlegend waren die Strukturen relativ einfach:

  1. gemeinsames Frühstück: Der erste Tagesprogrammpunkt. Pünktlichkeit war da noch nicht von Nöten, gerade für mich war das sehr entspannend. Denn die meisten Eltern wissen ja, wie das ist, eine Dreijährige „pünktlich“ in die Kita zu bekommen… 😉 Anwesenheit war schon gern gesehen, wurde auch kontrolliert. Aber da dies noch kein therapeutischer Programmpunkt war, nahmen das Einige nicht so ernst mit der Anwesenheit. (Ich schon!)
  2. Morgenrunde: geleitet von der Stationsleitung oder eine Psychologin. Wenn neue Patienten aufgenommen wurden, waren auch die anderen Betreuer anwesend. Jeder Patient hatte sich vorzustellen und kurz etwas zur eigenen Befindlichkeit zu sagen. Es wurde der allgemeine Ablauf besprochen, die Einzeltermine bekannt gegeben. Auch konnte man ansprechen, ob man Gruppen tauschen könnte oder einfach auch um ein Gespräch bitten.
  3. Bewegungsangebot: In der Regel ein kurzer Spaziergang. Auch wieder ein gern geschwänzter Tagespunkt. Von mir jedoch nur recht selten.
  4. Erstes Therapieangebot (1.TA): Der erste „richtige“ psychologische Tagespunkt. Normalerweise lagen mehrere Angebote parallel. Diese legte man jedoch nicht selber fest, sondern wurden von dem Pflegepersonal individuell festgelegt. Man konnte zwar darum bitten, zu wechseln, in einigen Fällen ging das dann aber nicht wegen der therapeutischen Wirkung usw.
  5. Zweites Therapieangebot (2.TA):s.o.
  6. Mittagessen: war von schwankender Genießbarkeit und zwischenzeitlich echt eine harte Nummer.
  7. Drittes Therapieangebot (3.TA) (außer mittwochs und freitags): s.o.
  8. Abschlussrunde: wieder unter Leitung der Stationsleitung/Psychologin. Auch hier hatte jeder kurz darüber zu  berichten, wie es ihm geht, was ihm gefallen hat, was er eventuell im Anschluss noch geplant hat.
  9. NACH HAUSE! 😀

BESONDERHEITEN:

Dienstags lief neben den ersten beiden TA parallel die Visite. Zudem hatten wir als einen Programmpunkt den sogenannten Kulturtreff, in dem wir uns allgemein ausgetauscht haben. Der 3.TA war immer eine sportliche Aktivität, die frei wählbar war.

Mittwochs hatten wir statt der 3.TA eine Außenaktivität geplant. Vom Grillen über’s Eis essen zum Museumsbesuch – recht abwechslungsreich.

Freitags war die 1.TA immer Yoga oder Gymnastik. In der 2.TA wurden dann die Aufgaben für die nächste Woche festgelegt (Müll wegbringen, Tische abwischen, Geschirrspülerdienst etc). Nach dem Mittagessen gab es dann ein offenes Café, für das am Vortag von uns gebacken wurde. Freunde und Verwandte waren herzlich willkommen. Meine Kleine war insgesamt drei Mal da und fand es nur toll (Patienten und Pflegeteam waren total vernarrt in sie).

Und da ich noch nicht genug Auflistungen angeführt habe, noch einen kleinen Überblick darüber, was man unter therapeutischen Angeboten verstehen kann:

Gesprächsgruppe: Die Teilnehmer einer Gesprächsgruppe waren in der Regel die gleichen. Die Inhalte waren von allen, Psychologin und Patienten, vertraulich zu behandeln. Am Anfang der Runde konnte jeder, der mochte, ein Thema vorschlagen, dass ihn selbst betraf. Gab es mehrere Vorschläge, stimmten wir Patienten ab, welchem wir uns widmen. Dabei gingen wir auf das individuelle Problem ein, teilten eventuelle eigene Erfahrungen, boten Lösungsvorschläge an etc.

Gruppe sozialer Kompetenzen: Auch hier waren die Teilnehmer auf eine Gruppe festgelegt. Hier ging es grundlegend darum, wie man sich in sozialen Situationen verhält. Selbstbehauptung, Selbstliebe, Abgrenzung waren oft ein Thema.

Entspannung: Im Ruheraum wurde zuerst über progressive Muskelentspannung eine angenehme Schwere erzeugt. Anschließend folgte eine Gedankenreise, bei der die meisten oftmals weggedöst sind. Ein eindeutiges Anzeichen von Entspannung. 😉

Bildrechte mamamitmacken / Von mir geflochtener Korb
Bildrechte mamamitmacken / Von mir geflochtener Korb

Offenes Werken: Jeder konnte nach eigenem Geschmack Werkstücke fertigen. Mandalas ausmalen oder selber entwerfen, Zeichnungen mit Bleistift, Kreide, Acryl oder Aquarell fertigen, Körbe flechten, Holzstücke mit einem Holzbrenner bearbeiten, Holzkisten bemalen oder bekleben, Serviettendruck, etc, etc.

Gestaltungsgruppe: Das Thema und die Arbeitsweise wurden vorgegeben. Von Postkarten gestalten über Lesezeichen fertigen bis zu Stempeldrücke und Mandalas entwerfen.

Kunsttherapie: Unter Anleitung mit verschiedenen Malutensilien und -techniken meist abstrakte Kunstwerke erschaffen.

Backgruppe: Man konnte eigene Rezepte einbringen oder auch welche aus dem Klinikordner auswählen und diese umsetzen. Die in der Backgruppe entstandenen Kuchen/Gebäckstücke wurden im offenen Café angeboten.

Einkaufstraining: Montags wird eine Übersicht erstellt, welche Lebensmittel fehlen – insbesondere für das gemeinsame Frühstück, aber auch an verbrauchten Backutensilien. Mit zwei Trolleys bewaffnet wurde die Einkaufsliste dann abgearbeitet.

Lebenspraktisches Training: Im Endeffekt das gründliche Putzen und Ordnen der Gemeinschaftsküche. Auch das Durchsehen des Kühlschrankinhalts nach verdorbenen Lebensmitteln gehört dazu.

Spielegruppe: Manchmal unter Anleitung, manchmal ohne wird zur spielerischen Interaktion angeregt. Ob Brettspiele, Konzentrationsspiele oder auch einfach ein wenig Kickern.

Achtsamkeit: Erlernen der Grundsätze der Achtsamkeit inklusive kleinerer Übungen. Das Verharren im Hier und Jetzt, mit allen 5 Sinnen seine Umwelt wahrnehmen OHNE zu werten.

Genusstraining: Intensives Auseinandersetzen damit, was Genuss eigentlich ist und wie wir ihn wahrnehmen. Darüber hinaus Fokus auf die verschiedenen Sinne, mit Schulungen, was für einen selber Genuss in dem Bereich ist.

Orientalischer Tanz (nur für Frauen): Hier wurde frau die Grundbewegungen gezeigt und dann wurde die Musik angeschmissen. Jede tanzte nach seinem eigenen Gusto.

Garantiert habe ich noch das ein oder andere Detail vergessen, aber das soll hier auch keine genaue Abhandlung werden. Zumal die Tageskliniken ihre Abläufe unterschiedlich (und auch nach dem entsprechenden Personal) ausrichten. Aber bevor ich dann im zweiten Teil zu meinen persönlichen Eindrücken komme, kann sich jeder schon mal einen Eindruck verschaffen, wie die Abläufe waren vor Ort. To be continued…

More is yet to come,

M.

#bloggerhausen Teil 2: Drei auf einen Streich

Die liebe Jessi von Terrorpüppi hatte ja vor geraumer Zeit zu ihrer Blogparade #bloggerhausen aufgerufen. Diesem Ruf war ich ja auch brav gefolgt und habe dazu Teil 1 verfasst. Nun war ja Sinn und Zweck der ganzen Sache, dass man zwar sich selbst betrachtet in seiner Rolle als BloggerIn, aber ebenso andere. Zu diesem Zwecke wurden jedem Teilnehmer drei andere Blogs zugelost, derer er sich annehmen sollte. Für mich hat die Lostrommel folgende Blogs ausgelost: so schön unperfekt, MomsOffice, Wurzeln und Flügeln.

Angesichts der Tatsache, dass ich momentan nicht so viel Zeit zum Bloggen habe, werde ich mich allen dreien in einem Post widmen. Somit gleich zum ersten Kandidaten!

So schön unperfekt

Bei „so schön unperfekt“ schreibt Daniela, Ende 20, Heilerziehungspflegerin, Mutter einer Tochter und Frau „des (eigenen) Superheldens“. Das Design ihres Blogs ist sehr harmonisch und klar gegliedert. Auf der Seitenleiste findet sich fast alles, was das Herz begehrt: ihr Archiv, die Kategorien, Folgemöglichkeiten und auch die Verlinkungen zu Twitter und Facebook. Darüber hinaus hat sie noch ein zweites Menü, dass neben der Startseite, Informationen über sie bereithält, sowie ihre Blogroll und eine eigene Seite für den Kindermund.

Die Blogroll ist mit sehr viel Liebe gemacht. Zu jedem Link gibt es eine kleine Beschreibung, die einem eine gute Vorstellung gibt, was einen erwartet und somit zum Weiterklicken und -lesen einlädt. Ihrer Selbstbeschreibung hat sie noch einige Links hinzugefügt, zu eigenen Seiten, auf denen man noch mehr über sie erfahren kann. Definitiv eine Idee, die ich mir für meinen eigenen Blog merken werde. 😉

Daniela bloggt seit noch nicht einem Jahr, das allerdings mit sehr viel Gefühl und Herzblut. Ihren Schreibstil mag ich sehr, er ist natürlich und lässt sich sehr gut lesen. Bei der Durchsicht gab es viele Posts, die mir gefallen haben, beschränke mich hier aber auf einige wenige:

Warum ich ohne Beleghebamme keine weiteren Kinder haben möchte

Neue Erkenntnisse oder auch Superhelden können Glucken sein

Es schreit und schreit und schreit…

Verbesserungsvorschläge habe ich keine. Wir beide schreiben noch nicht so lange und das bisschen Erfahrung mehr (wenn man überhaupt davon sprechen kann) ist nicht Anlass zu urteilen. Einige Ideen werde ich für mich mitnehmen. Ansonsten kann ich nur sagen: FOLGT. Ich tue es auch.

MomsOffice

Hier schreibt Sam, Mutter zweier Söhne über ihr Leben und ihre Erfahrungen. Mit dem Vater ihrer beiden Jungs ist sie nicht mehr zusammen, dieser ist nach wie vor noch präsent in deren Leben. Das Layout ist klar und gut gegliedert, leicht business-like wie es bei dem Namen auch zu erwarten war. Auf der Randleiste findet man Verlinkungen zu den letzten Beiträgen, ihre Kategorien, das Archiv und ihre letzten Tweets.

Die Texte hingegen sind nicht „business-like“, sondern direkt aus ihrem Leben gegriffen. Auch hier sagt mir der Schreibstil sehr zu und berührt mich. Sam hadert ein wenig damit, wie sehr sie ins Detail gehen soll und was sie alles in einen Blogbeitrag einbringen möchte. Dies wird insbesondere hier deutlich.

Die Frequenz ihrer Beiträge variiert. Das Leben mit Kindern, Arbeiten und allem drumherum geht bei ihr einfach vor uns so sehr ihr das Bloggen auch Spaß macht, es muss halt zurückstecken hinter den wichtigen Dingen des Lebens. Aus meiner Sicht eine sehr vernünftige Einstellung und sehr gut nachvollziehbar. Denn das, was sie dann bloggt, ist dafür umso prägnanter.

Besonders gefallen haben mir die folgenden Beiträge:

Bereuen ist das falsche Wort

Die Pubertät und der Sohn auf Abwegen

10 Jahre Zweifachmami! – Ein melancholischer Rückblick

Spannend finde ich ihre Erzählungen von daher, da sie nicht nur Mutter zweier Jungs ist, sondern diese schon älter sind als meine Tochter. Die Themen sind ganz andere als die aus meinem Alltag und eröffnen mir eine ganz andere, neue Welt. Auch hier: Prädikat lesenswert!

Wurzeln und Flügel

Der dritte Blog in der Runde war mir wie die beiden davor noch unbekannt. Der Name ist einem Zitat von Goethe entliehen:

Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel

Jasmin ist Mitte dreißig, verheiratet und Mutter zweier Jungs. Ihr Blog befasst sich sehr umfassend mit den Themen Achtsamkeit, Dankbarkeit und Selbstreflexion (und natürlich ihr Familienleben). Ihr Layout spiegelt dies auch sehr schön wieder. Besonders gefällt mir die kleine Selbstvorstellung in der Seitenleiste, so weiß man immer, worum es geht und wer schreibt. Darüberhinaus findet man dort Informationen zu den meistgelesenen Beiträgen, Verlinkungen zu facebook und Twitter sowie eine Blogroll.

Einen großen Anteil an den Beiträgen haben wiederkehrende Elemente. In Mach dein Denken zum Danken listet sie regelmäßig auf wofür sie dankbar ist. Auch ist sie fleißige Teilnehmerin an 12von12 und Wochenenden in Bildern. Leider muss ich gestehen, dass diese Rubriken von mir gerne übersprungen werden. So habe ich auch hier nur überflogen, was Jasmin verfasst hat. Interessanterweise inspiriert mich ihr Umgang mit Dankbarkeit und Achtsamkeit. Zwar nicht für meinen eigenen Blog, dafür für mein Privatleben. Ich schätze, ich werde noch das ein oder andere Mal darauf zurückgreifen, wenn ich mich selbst mit der Thematik näher auseinander setze.

Darüberhinaus habe ich noch einige andere lesenswerte Post gefunden. Um nur ein paar zu nennen:

Nachbarkeitsplausch über Vereinbarkeit

Das Leben als Chance

Blogparade #Familienalbum: meine Geburt in den 70ern

Da Jasmin „erst“ seit November bloggt, habe ich tatsächlich bis zum Ende bzw Anfang gescrollt. Um festzustellen, dass es sehr viele schöne, persönliche Beiträge gab gerade in der „Frischling-Phase“. Diese kleinen Perlen musste ich mir aber hart erkämpfen, weswegen ich hier ausnahmsweise einige kleine Verbesserungsvorschläge anbringen möchte. Ich glaube, dass man mit Kategorien und einem Archiv es dem Leser erleichtern kann, besser zu den für ihn interessanten Beiträgen zu kommen. Und ganz persönlich wünschte ich mir mehr von den ursprünglichen Posts. Der Schreibstil ist wunderbar und schön zu lesen, von daher immer mehr davon!

Und da ich nicht die Einzige bin, die andere Blogs vorstellen soll, hier noch einen Link zu Part 2 bei Terrorpüppi. Hier gibt es dann auch die Auflistung aller Blogvorstellungen. Schaut doch einfach mal rein! Wer weiß, was man dort noch alles entdecken kann.

More is yet to come,

M.

 

Erster Bloggeburtstag! Yeah!

Ich kann es noch gar nicht richtig fassen, heute vor einem Jahr ging mein erster Blogeintrag online. Ich glaube sogar die ersten drei … hehe. Manchmal fühlt sich das Bloggen wie ein Teil von mir an, manchmal bin ich gerade mit der Technik, aber auch mit dem Vernetzen noch blutiger Anfänger. Auf jeden Fall ist es Zeit, ein wenig Resümee zu ziehen.

In diesem einen Jahr habe ich insgesamt 56 Beiträge verfasst und veröffentlicht (ok, mit diesem sind das dann 57), dass macht gut einen Beitrag pro Woche. Na klar, gab es da immer wieder Phasen, in denen ich produktiver war oder halt weniger. Das mit dem Vorarbeiten klappt für mich nur bedingt, da viele Posts stimmungsbedingt sind und oftmals auch gebunden an aktuelle Themen oder Diskussionen.

Mein beliebtester Veröffentlichungstag ist der Montag – was nur verständlich ist, da ich lange Zeit diesen einen Tag fest eingeplant hatte zum Bloggen. Damals, als meine Wochenstruktur noch funktioniert hat. Jetzt geht hier ja sowieso alles drunter und drüber.

Insgesamt wurde meine Seite 1.383 Mal aufgerufen in den letzten 365 Tagen von insgesamt 642 Besuchern. Damit gehöre ich glaube ich immer noch zu den kleinen Blogs, aber ich freue mich riesig über jeden einzelnen Klick, jeden, der hierher gefunden hat und meine Texte und meine Gedanken gelesen hat. ❤ Ich mag mich auch gar nicht an anderen messen, ein wenig fürchte ich mich ja auch davor „Groß“ zu werden. Denn mit mehr Reichweite steigt die Chance auf negatives Feedback und auch Hetze.

Laut WordPress habe ich inzwischen 122 Follower, die meisten über Twitter. Auch das ist eine Zahl, die mir ganz gut schmeckt. Und ganz ehrlich: vor einem Jahr hätte ich nicht gedacht, dass mich überhaupt irgendwer liest. Natürlich weiß ich von Blogs, die in weniger als einem Jahr „erfolgreicher“ sind als ich. Aber das ist hier ja alles kein Konkurrenzkampf, mich soll das nicht stören. 😉

Nach wie vor spülen mir Blogparaden am meisten Besucher auf meine Seite, dementsprechend sind diese Beiträge auch diejenigen, die am meisten aufgerufen werden. Inzwischen schauen sich diese aber auch gerne den Rest hier an. Immer wieder lustig zu verfolgen über meine Statistiken. 😉

Das soll es auch schon gewesen sein mit Zahlen und Statistiken. Auch wenn es immer wieder ein Boost ist für mein Ego, wenn ich sehe, ob und wieviele meinen Blog lesen und welche Artikel und welche Tags am Beliebtesten sind usw… Im Endeffekt geht es darum, dass ich meine Gedanken loswerde. Auch darum, dass ich etwas zu sagen habe. Das Schönste dabei ist, dass ich tatsächlich auch gehört werde.

Dies alles begann als ein Experiment. Eines, das ich definitiv fortsetzen werde. Weiterhin anonym. Allerdings werde ich noch weiter an meiner Seite basteln. Es gibt vieles, dass ich noch gerne im Laufe der Zeit anpassen möchte. Zum Beispiel, dass meine Texte nicht vollständig auf der Startseite angezeigt werden. An meinem eigenen Header arbeite ich auch schon seit längerem. Auch meine „Über“-Rubrik möchte ich erweitern und anpassen. Bei vielen Dingen fehlt mir das entsprechende Know-How, weswegen alles noch beim Alten ist. (Wer sich mit WordPress Plugins auskennt, bitte melden! 😉 ) Bei manchen einfach nur der Antrieb.

Und im Endeffekt ist dies mein Hobby, mein Ausgleich, meine Oase. Ich habe keine Statistik-Ziele, bin nicht scharf auf Kooperationen oder möchte Geld erwirtschaften. Das hier ist für mich und all diejenigen, die mich gerne lesen.

Und jetzt: Prost!

Mit einem Mann wird alles wieder leichter…

Ich bin jetzt schon seit einiger Zeit Single und alleinerziehend. Freunde und Bekannte sehen, wie ich mich anstrengen muss, um meinen, nein unseren Alltag zu stämmen. Alle Verantwortung lastet auf mir, ich kann zudem nicht nein sagen und halse mir schnell noch mehr auf. Schon seit geraumer Zeit befinde ich mich am Rande der Überforderung, des Burn-outs.

Für manche ist die Lösung schnell gefunden: mir fehlt ein Mann an meiner Seite. Und ich bin fassungslos. Wie kann man bitte meine persönliche Situation so verallgemeinern, dass diese Aussage stimmt? Bzw meine psychischen Probleme und die Belastung durch die alleinige Verantwortung darauf reduzieren, dass ich ohne Partner bin?

Und in welcher Welt bitte reicht es aus, einfach nur einen Mann an seiner Seite zu haben und alles wird gut?

Deswegen habe ich einfach mal meine Gründe gesammelt, warum dass alles gar nicht so einfach ist mit einem neuen Partner bzw. warum es dadurch eben nicht leichter wird.

1. Die Gelegenheit

Also ganz ehrlich: mir fiel es noch nie leicht Männer kennen zu lernen. Und ein gutes Händchen hatte ich zudem auch selten bei der Wahl der Partner, aber das ist ein anderes Thema. Als Alleinerziehende fehlt mir in den meisten Fällen schon die Gelegenheit überhaupt einen passenden Kandidaten zu treffen. Oder aber ich bin gedanklich völlig woanders und laufe vormittags permanent an allen Traumtypen im Supermarkt vorbei. Wobei.. arbeiten die nicht um diese Uhrzeit?!

Auch nachmittags mit Kind an der Hand bin ich nicht die Top-Beute des männlichen Umfeldes. Vielleicht denken die ja, ich sei vergeben, denn schließlich benötigt es um schwanger zu werden ja auch einen Erzeuger. Oder sie haben einfach keinen Bock auf eine Beziehung mit einer Mutter.

Abendliche Aktivitäten fallen in der Regel flach bei mir. Da sitze ich schön brav zuhause, mache Abendbrot, schaue Sandmännchen, bringe mein Kind ins Bett. Und danach bleibe ich natürlich auch zuhause. Klar, ist ja sonst niemand da, der auf meine Kleine aufpasst. Zwar gibt es jetzt seit neuestem auch freie Abende für mich, doch die nutze ich dann eher für wirklich wichtige Dinge: lange ungestört duschen, Fernsehmarathon, endlos Konsole zocken oder nette Abende mit Freunden, die ich seit 3 Jahren sträflich vernachlässige.

2. Altlasten sind nicht gerade sexy

Ganz ehrlich, als Mutter ist man nicht gerade Traummaterial. Dabei rede ich auch überhaupt nicht von übrig gebliebenen Schwangerschaftspfunden, welkem Bauch oder anderen sichtbaren Spuren. Mir geht es einfach darum, dass ein Kind immer Einschränkungen mit sich bringt. Für die Eltern und bei Alleinerziehenden dann auch für den Partner. Vieles ist halt einfach nicht uneingeschränkt möglich. Weggehen, durchfeiern, ausschlafen, ja auch das Sexualleben sind betroffen. Manches auf lange Sicht so gut wie nicht möglich, oder wenn, dann nur mit genug Planung im Vorfeld. Als Kerl, der ich ja noch nicht mal verwandt bin mit dem kleinen Zwerg, fände ich das jetzt nicht unbedingt erstrebenswert.

Neben dem Kind gibt es ja auch noch oftmals den dazugehörigen Vater. Unsere Kleine hat Glück, ihr Papa ist gerne Teil ihres Lebens. Ich stehe in regelmäßigem Kontakt zu ihm, wir planen den Umgang, den er mit ihr hat. Natürlich halte ich ihn auch auf dem laufenden, was KiTa angeht oder so. Ein neuer Partner müsste sich damit abfinden, dass ich nach wie vor in Kontakt stehe mit meinem Ex. Wir zum Teil sogar noch die Feiertage zusammen planen. Nicht jedem fällt das leicht.

Auch bin ich mir nicht sicher, ob mein Ex denn so einfach damit klar kommen würde. Obwohl er es mir momentan zusichert, dass das kein Problem werden sollte, bin ich mir da nicht so sicher. Denn er hat schon leichte Ängste, dass ein neuer Mann versuchen könnte ihn als Vater zu ersetzen.

3. Am Anfang alles nur gaaaanz langsam

Sollte es tatsächlich einen akzeptablen Kandidaten geben, würde ich es trotzdem nicht überstürzen wollen. Zum einen möchte ich sicher sein, dass die Beziehung auch hält und der Herr es auch ernst mit mir meint. Bevor irgendwer meine Tochter kennen lernt, muss er schon einige Zeit bewiesen haben, dass das der Fall ist.

Das bedeutet natürlich auch, dass die gemeinsame Zeit recht knapp bemessen sein wird. Schließlich schläft mein Kind recht selten außerhäusig. Ob das wirklich jedermanns Sache ist? Auch später ist das mit der Zweisamkeit nicht ganz so einfach…

4. Das Kind muss ihn mögen

Tja, viel gibt es hierzu nicht zu schreiben. Die Kleine muss meinen Partner mögen. Ansonsten wird das auf Dauer nichts. Natürlich weiß ich, dass es gerne mal zu Eifersuchtsproblematiken kommt, aber vom Grundsatz her muss es eine gemeinsame Sypathiebasis geben.

5. Sein Interesse sollte mir gelten und nicht der Kleinen

Auch das sollte nicht vergessen werden: es gibt Männer, die sich nicht umsonst Mütter als Partnerin aussuchen. Die über die Mütter sich selbst einen ungehinderten Kontakt zu einem Kind ermöglichen und dann Gefühle und Vertrauen missbrauchen, um sich am Kind zu vergehen. Nicht jedem kinderlieben Mann sollte man das gleich unterstellen, aber ganz aus den Augen verlieren darf man das nicht. Meine Mutter hat damals zwei ihrer Beziehungen beendet, weil sie das Gefühl bekam, dass das Interesse an mir, ihrem Kind, nicht ganz so unschuldig war, wie gedacht.

6. Ich bin nicht wirklich einfach

Ja, auch das kommt mit dazu. Ich habe psychische Probleme und manche Fähigkeiten fehlen mir. So gerne ich es anders hätte, damit muss ich zur Zeit leben. Das lässt sich nicht per Knopfdruck abstellen und einiges wird mich ein Lebtag begleitet. Bisher hatte ich so gut wie nie das Glück, einen Partner zu haben, der das verstehen oder akzeptieren konnte.


Neben all den Gründen, warum es schwer ist, den Richtigen zu finden (oder überhaupt jemanden zu finden, der sich das freiwillig antut), gibt es auch einige, warum ich überhaupt nicht will:

– ich habe jetzt schon nicht genug Zeit für mich, das wird dann ja noch weniger

– ich schaffe es jetzt schon kaum, alles unter einen Hut zu bekommen. Meinen Haushalt, die Mutter-Kind-Zeit, Zeit mit Freunden, die Abstimmung mit Ex und meiner Mom, wer wann wie lange und überhaupt die Kleine hat, das Bloggen und der Sport. Will ich noch jemanden, den ich vereinbaren muss? (Achja, irgenwann wollte ich ja auch mal wieder arbeiten)

– Beziehungen sind nicht immer easy. Ich habe ein trotzdendes Kind zuhause, da habe ich Auseinandersetzung genug, da brauch ich nicht auch noch einen Kerl, der mit mir diskutieren will.

– ich habe Angst davor, meine Selbstständigkeit und auch Stärke zu verlieren, wenn ich einen Partner habe.

– was ist, wenn der sich in meine Erziehung einmischt?!


 

Natürlich heißt das nicht, dass ich nicht schon gerne mal abends Gesellschaft hätte oder ich nicht gerne eine starke Schulter zum Anlehnen hätte. Aber das ist es mir momentan einfach nicht wert. Den Aufwand zu betreiben, jemanden kennen zu lernen. Herauszufinden, ob das etwas Realistisches ist. Den Versuch zu unternehmen, ihn in mein Familienleben zu integrieren. Das Chaos zu riskieren, wenn es doch nicht klappen sollte.

Und ganz ehrlich, ein Heilsversprechen ist so ein Partner wirklich nicht. Er kann eventuell ein Teil meiner alltäglichen Belastungen mittrage. Er kann genauso gut dazu beitragen, diese zu vermehren. Aber er wird bestimmt nicht ALLES gut machen. Mir all meine Sorgen nehmen, meine psychischen Probleme verschwinden lassen und meine Vergangenheit ändern. Das ganz sicher nicht.

More is yet to come,

M.

Familienhebammen: Engel oder Teufel?

Anfang der Woche wurde ich von Lena von der Schmetterlingsfamilie gebeten, ein wenig von meinen Erfahrungen rund um die Familienhebammen zu berichten. Da dies sowieso schon seit längerem auf meiner Agenda steht, setze ich es jetzt einfach mal um. 😉 Und zwar in Form eines Interviews mit mir selber.


 

Du hast nach der Geburt Deiner Tochter eine Familienhebamme in Anspruch genommen. Kannst Du bitte kurz erzählen warum?

In der Schwangerschaft war mir schon klar, dass die Situation nach der Entbindung sehr schwierig für mich werden bzw. mich einfach überfordern könnte. Und im Endeffekt hat sich das alles bewahrheitet. Nach der Geburt ging es mir nicht nur sehr schlecht körperlich, auch meine Tochter war nicht unversehrt – gottseidank nur vorübergehend, aber das stand damals ja noch nicht fest. Die Situation mit meinem Freund war auch recht schwierig. Anfangs durfte er nicht mit mir zusammen leben aufgrund seines Aufenthaltsstatuses. Das mussten wir direkt nach der Geburt erst einmal klären. Auch der restliche Behördenkram blieb an mir hängen – also meiner, seiner und von der kleinen Maus. Hinzu die Arztbesuche für meine Kleine inklusive Physiotherapie zweimal die Woche. Es war nicht einfach. Mir wurde es zuviel.

Woher wusstest Du überhaupt von den Familienhebammen? Wurde Dir dazu geraten?

Zusammen mit dem Mutterpass bekam ich vom Frauenarzt ganz viel Broschüren und Ratgeber. Und mit dabei war dann auch etwas über Familienhebammen. Auch im Internet bin ich mal darauf gestoßen. Überhaupt habe ich extrem viel gelesen und recherchiert in der Schwangerschaft. Die Hormone…

Die Informationen behielt ich die ganze Zeit im Hinterkopf und als ich dann wirklich überfordert war, habe ich dann meine reguläre Hebamme gebeten, den Kontakt herzustellen. Witzigerweise war sie sogar mit einer der Verantwortlichen bekannt, dass erleichterte den Kontakt schon ein wenig.

Hattest Du denn keine Bedenken, dass Du Dir damit selber ein Stempel verpasst? Dir vielleicht das Kind weggenommen werden könnte?

Ich finde, da muss man ein wenig unterscheiden. Zuallererst ist es ein zusätzliches Hilfsangebot. Das kann sich genauso an die Teenie-Mutter richten wie an die Zwillingsmutter. Sie helfen auch, wenn es aufgrund eines Migrationshintergrundes Schwierigkeiten gibt. Auch bei sozialer Isolation helfen sie ein entsprechendes Netz zu spannen. Es sind halt nicht nur „die Problemfamilien“, ohne Einkommen, mit Gewalt und Suchtproblemen. Aber zum Teil dann halt auch.

Zudem gibt es die Möglichkeit, sich anonymisiert für drei Monate helfen zu lassen. Quasi also Kurzzeithilfe ohne das eine Akte beim Jugendamt angelegt wird. Oftmals braucht es nämlich nur eine Orientierung, wo man die Unterstützung und Hilfe über ander Organisationen bekommen kann. In dem Fall droht einem dann nichts, da das Jugendamt gar keine Kenntnis erlangt hat.

Außerdem finde ich, hat es einen sehr viel positiveren Touch, wenn man sich selbst Schwächen eingesteht und Hilfe einfordert. Man signalisiert, dass man etwas ändern möchte und die Hilfen greifen dann auch viel besser. Wenn man erst versucht alles allein zu regeln, es nicht schafft und dann das Jugendamt von außen zugeschaltet wird, dann ist die Wahrnehmung nicht mehr ganz so positiv.

Für welche Regelung hast Du Dich dann letztendlich entschieden?

Anfangs habe ich das Drei-Monats-Modell gewählt. Einfach um zu sehen, ob und was es mir bringt. Auch, ob die Überforderung nur temporär ist oder doch längerfristig. Nach Ablauf der Zeit setzten wir uns noch einmal zusammen, wie es weitergehen solle. Bei den Familienhebammen ging es für mich nicht weiter, wir beschlossen eine andere Form der Unterstützung.

Wie lief der erste Kontakt zu den Familienhebammen ab?

Ganz genau weiß ich nicht mehr, ob ich damals anrief oder meine Hebamme. Das Erstgespräch zur Einschätzung fand bei mir in der Küche statt. Die beiden Verantwortlichen kamen vorbei – die eine war Familienhebamme, die andere Sozialpädagogin, glaube ich.

Natürlich war es erst einmal komisch. Es ist nie leicht, sich einzugestehen, dass man es doch nicht auf die Reihe bekommt. Jedenfalls nicht alles. Mir wurde schnell signalisiert, dass ich Hilfe bekommen sollte, nur das WANN war noch nicht klar. Der Bedarf ist manchmal einfach zu hoch. Für den Anfang reichte mir die Aussage aber und die Hilfe begann dann glaube ich auch zwei Monate später.

Wie lief das dann ab? Also die konkrete Hilfestellung? Und was war mit der regulären Hebamme?

Die normale Hebamme machte ganz normal ihre Arbeit. Wochenbettbetreuung und noch einige Termine darüberhinaus zum Thema Abpumpen, Beikost etc. Die Termine mit der Familienhebamme waren unabhängig davon. Anfangs war es viel Behördenkram. Anträge stellen. Einsprüche formulieren. Auch viel rechtliches.

Manchmal war es schon halb therapeutisch. Sie hörte mir zu, nahm meine Befindlichkeiten ernst. Für mich war es ganz praktisch, dass sie selbst Kinder von einem Afrikaner hatte. Viele Dinge konnte sie einfach besser nachvollziehen bzw konnte einfach aus eigener Erfahrung heraus auch Tipps geben.

Sie hat aber auch daran gearbeitet, meine soziales Netz zu verbessern. Machte mich mit dem „Gemeinsam wachsen“ – Konzept in Hannover bekannt und begleitete mich in eine solche Babygruppe. Zudem machte sie mich mit einem ihrer anderen Schützlinge bekannt. Auch eine junge Mutter, deren deutsch-afrikanische Tochter nur eine Woche jünger war als meine.

Worüber wurde das überhaupt finanziert? Übernimmt das dann auch die Krankenkasse?

Die Krankenkasse hat damit überhaupt nichts zu tun. Meines Wissens haben die Familienhebammen ein eigenes Budget, dass aus dem Topf des Jugendamtes gespeist wird.

Das hört sich jetzt ja alles sehr positiv an. Gibt es auch Dinge, die dich gestört haben?

Doch, ein paar Dinge gab es schon. Meine Familienhebamme war in vielen Dingen recht gemächlich. Gerade bei den behördlichen Geschichten hätte ich jemanden gebraucht, der mich mehr in den Hintern tritt. Das fiel mir dann insbesondere auf, als sie Urlaub hatte und ich mit ihrer Vertretung gearbeitet habe. Die nämlich genau das gemacht hat.

Auch manche Empfehlungen kann ich aus heutiger Sicht nicht so ganz nachvollziehen bzw finde ich nicht so prickelnd. Mir wurde zum Beispiel massiv davon abgeraten meinem Freund „seinen Teil“ des Sorgerechts zuzugestehen. Dabei war schon klar, dass es mit der neuen Gesetzeslage, relativ einfach sein würde, dies einzuklagen. Er solle sich halt erstmal beweisen, bevor er überhaupt Rechte an unserer Tochter bekommt. Ich kann zwar nachvollziehen, dass bei den Fällen, die sie meist betreuen, oftmals die Vorurteile bestätigt werden. Aber unser Fall liegt doch anders und das wurde so nicht berücksichtigt.

Auch die generelle Empfehlung des „Jedes Kind kann schlafen lernen“ – Buches irritiert mich rückblickend. Also die uneingeschränkte Empfehlung. Auch da sehe ich den Kontext. Trotzdem gilt es da meiner Ansicht nach abzuwägen.

Zum Ende der Betreuungszeit lief es für mich dann noch etwas unglücklich. Erst war meine Familienhebamme im Urlaub, anschließend noch einige Zeit krank. Meine Hilfe ging dann zuende, ohne dass ich sie noch einmal gesehen hatte. Komplett ohne Abschied. Dadurch wurde auf versäumt, weitere Hilfen zu planen. Die Vertretung nahm das dann noch schnell in die Hand. Das Gespräch beim Kommunalen Sozialen Dienst (KSD) begleitete sie noch – in ihrer Freizeit, da ich schon offiziell raus war.

Was würdest Du jemanden raten, der sich überlegt die Hilfe der Familienhebammen in Anspruch zu nehmen?

Zuallererst sollte sich der Betreffende informieren, ob es das tatsächlich in seiner Stadt oder Umgebung gibt. Das gibt es glaube ich nicht überall. Auch wie die Organisationsstruktur genau geregelt ist, ist unterschiedlich. Von der Hierarchie her steht das Jugendamt ganz oben. In Hannover kommt dann der KSD und dem untergeordnet die Familienhebammen. In anderen Städten ist das anders.

Es kann wohl auch einen Unterschied machen, in welcher Stadt man lebt. Gerade in den Ballungsgebieten, in denen das Jugendamt stark gefordert wird, wo es schon negative Schlagzeilen gab, kann man dann vielleicht wirklich den falschen Stempel bekommen.

Trotzdem finde ich, dass ein erstes Beratungsgespräch nicht schaden kann. Es ist vertraulich. Bedenken können angesprochen werden, Abläufe erfragt. Man kann ja erst mit den drei Monaten anfangen und es dann immer noch ausweiten. Klar sollte aber sein, dass mit dem ersten Geburtstag des Kindes Schluss ist mit der Hilfe. Sollte man darüber hinaus noch Hilfe benötigen, geht das dann nur über andere Hilfen. Und die sind in der Regel auch nicht probeweise anonym.

Möchtest Du zum Ende noch etwas hinzufügen?

Ja, ich möchte gerne betonen, dass dies meine Erfahrungen sind, die ich gemacht habe. Vielleicht hatte ich Glück mit meinen Hilfen bis heute oder auch nicht. Jeder muss für sich selbst entscheiden, welche Unterstützung er oder sie braucht und auch zulassen kann.

Auch das Bewusstsein sollte da sein, dass man das Jugendamt unter Umständen nicht mehr so schnell loswird wie man es gerne hätte, wenn man ihm erst einmal Einblick in sein eigenes Leben gegeben hat. Das hängt aber sicherlich auch von den Verhältnissen zu Hause ab, ob sie prekär sind und wenn ja, wie sehr.

Trotzdem finde ich es wichtig, dass es auch mal eine positive Geschichte zu dem Thema gibt. Denn gerade in Internetforen werden Horrorgeschichten rumgereicht. Wo das Jugendamt falsch interveniert hat mit Kindesentzug etc. An einigen Geschichten ist bestimmt etwas dran. Bei vielen ist nur ein Teil der Fakten bekannt. Und wenn diese Horrorgeschichten auf subjektive Weise erzählt werden, dann kann ich das mit meiner positiven auch!


Da meine Erlebnisse mit den Familienhebammen schon etwas zurückliegen (2012) habe ich noch fix halbherzig gegoogelt, um noch ein paar Links anbieten zu können, die bei Interesse gelesen werden könnten. Viel Spaß.

Familienhebammenzentrale in Hannover (nach meiner Zeit)

Hebammenverband über die Familienhebammen

Familienhebammen über sich selbst

Wenn jemand noch Fragen hat, stellt sie mir ruhig. Entweder beantworte ich das dann in den Kommentaren oder ich ergänze das oben noch in meinem Interview.

More is yet to come,

M.

 

Tagebuchbloggen: Der Therapeuteneklat

Vorbereitung zum Bloggen - bitter nötig
Vorbereitung zum Bloggen – bitter nötig

Ich hatte schon mehrfach in den letzten Beiträgen angedeutet, dass so einiges vorgefallen ist, was mir momentan das Bloggen schwer macht. Anstatt über das Geschehene und Erlebte zu schreiben, habe ich mir Anregungen von Außen geholt und an Blogparaden teilgenommen. Lange habe ich mit mir gerungen, ob und wie ich darüber schreibe. Ich werde es jetzt tun. Mit einigen Wochen Abstand und auch relativ offen darüber, wie es jetzt bei mir weitergeht.

Vorweg noch schnell eine Triggerwarnung: ich werde über Selbstverletzendes Verhalten schreiben, sowie über Depressionen und Burn-out. Also schaut auf euch selber, ob ihr das lesen wollt oder nicht. ❤

Schon in der Pubertät war ich psychisch nicht die stabilste. In einer schweren und belastenden Phase nahm ich therapeutische Hilfe in Anspruch, um mich und meine Gefühle besser spüren zu können und auch auf eine angemessenere Weise damit umgehen zu können (mein Bewältigungsmechanismus bestand damals aus Ritzen). Auch die damit verbundenen Depressionen wurden mittherapiert. Alles rein über Gespräche, komplett ohne Medikation.

Seitdem gibt es immer wieder Phasen, in denen ich depressive Verstimmungen habe. Manchmal stand ich auch kurz davor in alte Muster zu verfallen, weil ich die Kontrolle verlor. Meistens blieb ich stark.

Zum Ende meiner Ausbildung hin befand ich mich in einer Abwärtsspirale. Neben den depressiven Verstimmungen kamen noch Zwangsvorstellungen, Angststörungen und Schlafstörungen hinzu. Die damals chronischen Kopfschmerzen (Trigeminusneuralgie) verbesserten die ganze Sache nicht. Mit Hilfe einer Sozialarbeiterin meiner Berufsschule und meinem Klassenlehrer versuchte ich mich daran, eine Therapeutin zu finden – mit nicht wirklichem Erfolg. Und dann wurde es irgendwie von alleine besser. Ich schaffte meine Ausbildung mit Auszeichnung und bekam einen Folgevertrag beim Ausbilder. Der hatte noch nicht einmal gemerkt, dass mit mir etwas nicht stimmte.

Relativ schnell danach wurde ich schwanger. Sicherlich nicht zum optimalsten Zeitpunkt und auch nicht wirklich geplant, aber ich versuchte optimistisch zu bleiben. Die Schwangerschaftshormone halfen die letzten Reste der vorangegangenen Tiefphase zu überwinden. Trotz allem beschäftigte ich mich mit den möglichen Hilfen für nach der Entbindung. Ich erkundigte mich über Familienhebammen und Familienhilfe allgemein. Behielt all das im Hinterkopf für den Fall, dass meine Befürchtungen wahr wurden und ich das alles nicht auf die Reihe bekomme. Am meisten Angst hatte ich vor einer postpartalen Depressionen. Zumindest die blieb mir erspart.

Es war mir dann aber dann doch schnell zu viel. Die komplizierte Beziehung, das Gerangel mit der Ausländerbehörde, Behörden allgemein. Dazu die Geburtskomplikationen und den damals noch nicht abzusehenden Schaden an dem linken Arm meiner Kleinen. Ich holte mir Hilfe, erst über die Familienhebammen, später über die Familienhilfe.

Bald kristalisierte sich heraus, dass eine begleitende Therapie für mich sehr förderlich sein könnte. Allein die Suche dauerte über ein halbes Jahr. Inzwischen war meine Tochter fast zwei, wir waren umgezogen und ich inzwischen getrennt lebend und alleinerziehend. Ich suchte mir Kinderbetreuung – zum einen zur Entlastung, zum anderen, damit eine Therapie überhaupt für mich zu realisieren war.

Nach 25 Stunden tiefenfundierter Psychotherapie wurde mir dann eröffnet, dass meine Probleme tiefer lägen und das nur in einer Psychoanalyse angegangen werden könnte. Also alles wieder auf Anfang und wieder von neuem anfangen zu suchen. Später erfuhr ich, dass man das sehr wohl auch in der Therapieform hätte machen können. Das war wohl meiner ehemaligen Therapeutin zu aufwändig gewesen.

Es verging wieder fast ein halbes Jahr bis ich überhaupt auch nur die Chance auf ein Vorgespräch hatte. Die neue Therapeutin nahm sich 5 Stunden (das Maximum) Vorgespräch Zeit, um eine gründliche Anamnese machen zu können. Sie war zwar recht reserviert, aber sie hörte gut zu. Und war auch anfangs voll des Lobes, ob meiner sprachlichen Reflektionsmöglichkeiten. Darüber hinaus war sie sich völlig darüber im Klaren, dass ich alleinerziehend war mit Kleinkind und es auch anderweitig nicht gerade leicht für mich war.

Im Januar hatten wir dann endlich das Go von der Krankenkasse und es konnte endlich losgehen. Bis zu dem Zeitpunkt war diese Therapeutin die einzige, die überhaupt einen Platz für mich hatte und es war schon 1(!) ganzes Jahr  vergangen, seitdem ich festgestellt habe, dass ich Therapiebedarf habe.

Anfangs lief es soweit ganz gut. Ich lernte meine Verteidigungswälle runterzufahren in der Therapie und ließ mich darauf ein, in die Tiefe zu gehen. Oftmals kam ich verheult aus den Stunden, aber das war schon in Ordnung so. Privat wurde es für mich immer anstrengender. Nicht nur der alltägliche Hickhack mit dem Ex, auch der Krankenhausaufenthalt meines Vaters, der größere Organisationsaufwand belasteten mich. Ich pufferte viel für meine Mutter, nebenbei bereitete ich mich auf eine wichtige Bewerbung vor. Ganz nebenbei wurde ich 28 und verheulte fast den ganzen Geburtstag. Ich litt an Schwindelanfällen und Sehstörungen, die Schlafstörungen wurden immer massiver.

Dann kam der Knall – nur nicht bei mir, sondern bei meiner Mutter. Burnout. Die einzige Stütze, die ich zu dem Zeitpunkt noch hatte, brach weg. Mit eisernem Willen zwang ich mich stark zu bleiben.

Nur über das Wochenende! Dann hast du Therapie, dann darfst du loslassen, schwach sein.

Voller Erleichterung ging ich dann zur Therapie. Legte mich auf das Sofa, fuhr meine Abwehrmechanismen runter. Erlaubte mir schwach zu sein.

Ich wollte davon erzählen, wie stark ich aus der Bahn geworfen wurde, da ich jetzt (fast) keine Unterstützung mehr hatte. Wollte davon erzählen, wie ich den Drang mich zu schneiden bekämpft hatte und stattdessen lieber Kippen kaufen gegangen bin. Wollte über die Möglichkeiten sprechen, mir Antidepressivum verschreiben zu lassen.

Doch soweit kam ich nicht.

Ich wurde angegangen von meiner Therapeutin. Warum es denn nie um mich ginge. Warum mir der Haushalt so viel Probleme bereiten könne. Warum ich überhaupt auf meine psychisch labile Mutter gebaut hatte. Warum ich mich nicht schon längst um ein besseres Netz bemüht hätte. Ob meine Tochter überhaupt so eine labile Mutter wie mich verdient hätte.

UND ÜBERHAUPT, WIE HATTE ICH DIESES KIND ÜBERHAUPT KRIEGEN KÖNNEN!!!!

Die meiste Zeit lag ich wie gelähmt auf dem Sofa. Versuchte über Atemkontrolle irgendwie Kontrolle über mich zu bekommen. Ich weinte, schluchzte, zitterte. Ab und an versuchte ich mich zu rechtfertigen, wenn ich vor Zähneklappern und Geheule überhaupt was rausbekam.

Dann war die Stunde zu Ende und ich wurde nach Hause geschickt. Einfach so. Ohne mich zu erden, aufzufangen. Nichts davon.

Falls sich jemand fragt, warum ich nicht gegangen bin: ich konnte nicht. Der Gedanke war mir mehrfach gekommen. Aber wenn man voller Vertrauen jeglichen Schutz herunter fährt und das Vertrauen dann dermaßen missbraucht wird, dann lähmt das. Jedenfalls mich.

Mit Ach und Krach schaffte ich es nach Hause. Ich war noch nicht mal in der Lage den Scheiß-Knopf am Bus zu finden, um die Tür zu öffnen. Mein Umfeld reagierte schnell und gut. Ich wurde aufgefangen und getröstet. Die ersten Notfallpläne aufgestellt. Was mich davor bewahrt hat, mich selbst einzuweisen. Was ich auch nur deswegen nicht tat, weil mir nicht klar war, dass ich meine Tochter sogar hätte mitnehmen können. (Was wohl nicht überall der Fall ist, in Hannover gibt es aber eine entsprechende Einrichtung)

Ende vom Lied? Die Therapie bei der zweiten Therapeutin habe ich beendet. Laut Krankenkasse ergibt sich für mich daraus kein Problem, die genehmigten Reststunden verfallen nicht und ich kann diese auch woanders nehmen. Allerdings fange ich dann wieder von vorne an mit Suchen.

Ein klärendes Gespräch mit der Therapeutin hat es nie gegeben, wird es von meiner Seite auch nicht. Denn egal wie sie es versucht zu rechtfertigen, ihr Verhalten war absolut unprofessionell. Und ich habe auch Angst davor, dass sie mir dann vielleicht wirklich den Rest gibt.

Ich habe darüberhinaus davon abgesehen, in irgendeiner Weise Beschwerde einzulegen gegen sie. Natürlich würde es mich mit Befriedigung erfüllen, zu sehen, dass ihr unprofessionelles Verhalten Konsequenzen für sie hat. Aber das wäre dann wieder viel Kraft, die ich aufwenden müsste. Anhörungen, Stellungnahmen. Gedankenprotokolle. Ich brauche meine Kraft für mich, meine Tochter und unseren Alltag.

Natürlich sind meine psychischen Probleme noch in keinster Weise „geheilt“. Die private Situation ist weiterhin äußerst angespannt. Die Überforderung ist immer nur einen Schritt entfernt. Das Wissen, dass meine Tochter bei mir bleiben kann, selbst wenn ich unseren Alltag in die Psychatrie verlegen muss, gibt mir innere Ruhe. Und selbst wenn nicht, es ist zumindest geregelt, was dann mit ihr geschieht. Sie ist dann auf jeden Fall bei Menschen, die sie lieben, die sich um sie sorgen und sie auffangen. Nicht bei Fremden.

Nach mehreren Krisengesprächen in meinem Umfeld ist die Laufrichtung nun klar: ich gehe in eine Tagesklinik. Ich habe eine super Hausarztpraxis, die mir nicht nur die entsprechenden Über- und Einweisungen schreibt, sondern auch Gespräche anbietet, um die Zeit zu überbrücken. Die mich als Mensch sehen. Nicht nur als Fallzahl. Das Vorgespräch in der Tagesklinik war bereits. Es wird bald losgehen. Vielleicht werde ich darüber berichten.

Da dies alles sehr persönlich ist und ich eh schon sehr verletzlich bin, bitte ich darum, diesen Text NICHT auf Facebook zu teilen. Die Kommentarfunkion lass ich erstmal noch. Mal schauen, was kommt.

Für meine Freundin, die schon vor der Taufe deutlich gemacht hat, dass sie ihren Verpflichtungen als Taufpatin mehr als gerecht werden wird! Danke :-*

More is yet to come,

M.