Almost Legendary: Mommy-Wars

Auf den letzten Drücker steuer ich jetzt noch einen Beitrag zur Triple-Blogparade von MamaOTR, Muffinqueen und Momsoffice bei. Das Thema lag mir sowieso schon auf der Seele und nun darf es auch endlich verfasst werden. 😀

Des öfteren begegnen mir Berichte über die sogenannten Mommy-Wars im Internet. Ob nun in Artikeln oder in Blogs. Fast jede Mutter hat den ein oder anderen Spruch abbekommen, dazu, was man so macht bzw. SIE definitv nicht richtig macht. Manchmal sind es recht unverholene Vorwürfe, manchmal eher spitzfindige Anmerkungen, die zumindestens den Anschein machen, nicht so bös gemeint gewesen zu sein. Es aber doch sind.

Wenn ich mich an die erste Zeit als Mutter erinnere, dann bin ich mir bewusst, dass ich auch eine von diesen nervtötenden Mütter gewesen bin, die alle Daten im Kopf hat. Von der Geburt über die diversen U-Untersuchungen inklusive der ersten Meilensteine. Und bei jeder Gelegenheit wurden diese hervorgeholt. Dabei war mir eigentlich piep-egal, wer der Empfänger war. Ja, ich gestehe, ich war tatsächlich schlimm.

Irgendwann ging es dann auch mit den Babygruppen los bzw der Rückbildungsgymnastik. Man unterhielt sich meist im Plauderton. Und wir verglichen unsere Kinder, was das Zeug hielt. Und zumindestens von meiner Seite tat ich dies nicht, um anzugeben. Ich kannte mich einfach nur nicht aus. Ich bin ein Einzelkind, habe als erste im Freundeskreis ein Kind bekommen. Mir fehlten tatsächlich die Erfahrungen, um einzuschätzen, ob ich auf dem richtigen Weg bin und auch mein Kind vernünftig gedeiht. Und die Erfahrungen, die meine Eltern bzw Großeltern gemacht haben, halfen mir nun gar nicht.

Da ich schon einiges über die Mommy-Wars gelesen hatte, war ich auch immer versucht, alle Meilensteine in Relation zu setzen. Das andere Kind kann sich noch nicht drehen? Naja, meine Kleine kann das wahrscheinlich auch nur, weil sie Unterstützung durch Physiotherapie bekommt.

Es kommt halt immer darauf an, wie man sich austauscht. Wenn ich sage:

Meine Tochter spricht schon recht viel für ihre 15 Monate, dafür tut sie sich mit dem Laufen lernen noch recht schwer

dann tausche ich mich aus und lobe auch nicht über den Klee. Wenn ich aber anfange die Meilensteine meines Kindes als Maßstab für andere zu nehmen, dann wird es kritisch:

Wie? Deine Tochter kann nur 4 Worte? Meine kann schon locker 30 und spricht in 2-Wort-Sätzen!

Und schon sind wir drin im Mommy-War. So richtig heftig wird es meiner Meinung nach erst im Internet. Wo man sich hinter Aliassen und Nicknames verstecken kann. Da wird dann richtig Futter gegeben und offen angegriffen. Da gibt es dann die Mütter, die von ihrem kleinen Sonnenschein erzählen, der ja so selbstständig ist und mit 2 alleine Zähne putzen kann, Schuhe binden und whatever. Die Impfgegner, die bei jedem Problem, sofort fragen, ob denn geimpft wurde, denn das sei ja der Auslöser für eigentlich jedes Übel. Ob Koliken, Schreibabys, KISS-Syndrom oder lange Windelphase. Man wird davor gewarnt sich Rat oder sogar Hilfe beim Jugendamt zu holen. Bloß nicht schreien lassen, das liebe Kind. Selber Kochen! Abtreibung ist ein Unding! Usw usw usw.

Oft bin ich es leid. In meinem Forum, in dem ich mich angemeldet habe, war ich seit über einem Jahr nicht mehr. Und Kommentare lesen unter Artikeln zur Erziehung? Lass ich meist auch, weil mich diese Konzeptreiterei einfach nur ankotzt.

Doch das Schlimmste, was ich mir anhören durfte, kam zu allem Überfluss von wirklich Vertrauten.

Wenn meiner so wird wie deine Tochter jetzt ist, dann erschieß ich mich glaub ich.

Warum hast du dir ein Kind angeschafft, wenn du es ständig wegorganisierst?

Lauf nicht bei jedem kleinsten Bisschen sofort hin, du verwöhnst sie doch nur.

Wenn mein Sohn 4 Monate alt ist, dann werd ich definitiv auf den Zwutsch gehen. So lange nichts unternehmen können, wie du, das könnte ich nicht. Muss mein Freund halt zusehen, wie er das gewuppt kriegt, ich hab dann frei.

Allerdings muss ich auch hinzufügen, dass nicht nur Eltern gerne blöde Kommentare ablassen. Auch Nachbarn, Tanten, Onkel und jeder fühlt sich bemüßigt, seinen Senf dazuzugeben.

Was also tun? Sich selbst abschotten kann man auf Dauer nicht, das würde einem Selbst nicht gut tun. Und alles mit Gleichmut hinnehmen, das können bestimmt die wenigsten. Ich für meinen Teil werde einfach versuchen mit gutem Beispiel vorangehen. Also leiser treten, auch wenn ich gerade megastolz bin auf mein kleines Monster. Nicht verallgemeinern, denn meine Erfahrungen sind nur ein Facette im Kaleidoskop. Und ganz wichtig : Zuhören. Die Meinung des Anderen einfach stehen lassen und annehmen. Und es nicht bis zum Erbrechen ausdiskutieren, wer es richtiger macht.

More is yet to come,

M.

Kindermund #3

Neulich beim Telefonieren: Seit neustem möchte die kleine Maus immer auflegen, wenn wir telefonieren. Natürlich muss sie vorher auch Tschüss sagen. Und darf erst, wenn ich fertig bin mit Telefonieren. Deswegen fragte sie:

„Mami, darf ich Omi umlegen? „

Natürlich lagen wir am Boden…  😉

Stillen in der Öffentlichkeit

Immer wieder begegne ich über Facebook den Problemen, die Stillen in der Öffentlichkeit haben kann. Gerade in England und den USA scheint das wirklich ein großes Problem zu sein. Doch beurteilen kann ich es nicht richtig, da ich die Situation vor Ort nicht aus eigener Erfahrung kenne. Die Erfahrungsberichte erschrecken mich  zum Teil sehr, da ich mir das nicht vorstellen kann. Meine eigenen Erfahrungen mit dem öffentlichen Stillen waren im Prinzip durchweg positiv.

In den Kommentaren gab es vielfältige Meinungen zu dem Thema. Es waren viele Befürworter darunter, die Stillen in der Öffentlichkeit als das Natürlichste der Welt ansehen. Auch viele, die der Gesellschaft und gerne auch den Männer Schuld daran geben, dass Brüste so übersexualisiert sind. Aber auch Stimmen, das Stillen gefälligst zuhause standfinde sollte, wurden dort geäußert. Es gab auch viele Berichte, in denen Mütter direkt oder indirekt kritisiert wurden aufgrund ihres öffentlichen Stillens.

Zuerst einmal stimme ich darüber überein, dass es Müttern möglich sein sollte, ihr Kind zu stillen, egal wo sie sich gerade befindet. Niemand würde eine Mutter anfeinden, wenn sie das eigene Kind mit der Flasche oder Brei füttert. Und die Art, wie wir Mütter unsere Kinder ernähren, liegt ganz allein in unserem Entscheidungsbereich. Und wenn die eine Mutter ihr Kind im Cafe mit der Flasche füttern darf, sollten andere Varianten ebenso erlaubt sein.

Ich finde aber, es hilft nichts, die Gesellschaft und die Medien im Allgemeinen, und Männer im Speziellen, dafür zu verdammen, dass eine entblößte Brust nicht ausschließlich als Milchquelle wahrgenommen wird. Auch wenn die Natur die Brust zur Ernährung eines Kindes geschaffen hat, kann man die gesellschaftliche Entwicklung hin zum sexualisierten Objekt nicht einfach abschaffen. Und ganz ehrlich, ich fände es sehr schade, wenn zukünftig Männer bei einem schöngemachten Dekollete nur noch an Milch und Babys denken würde. Was nicht heißt, dass ich mir gern auf die Brust „geiern“ lassen wollte, wenn ich gerade stillte.

Dass ich nie Probleme hatte, in Ruhe in der Öffentlichkeit zu stillen, kann vielleicht daran liegen, dass ich in einer sehr stillfreundlichen Umgebung stillen konnte. Oder vielleicht habe ich auch was richtig gemacht. Denn ich finde es kommt schon darauf an, WIE man stillt.

Ich habe schon an den verschiedensten Orten gestillt. Im Zug, in der U-Bahnstation, bei McDonald’s, im Cafe, beim Notar, bei Freunden, zuhause natürlich und sogar direkt vor einem Friedhof. Und an den Rest erinner ich mich wohl nicht mehr. Und egal wo ich war, es gab nie Probleme.

Da ich es prinzipiell nicht gerne habe, wenn mir Fremde auf eine entblößte Brust schauen, habe ich mir eine bestimmte Art zurecht gelegt, meine Tochter anzulegen. Ich bevorzugte das Anlegen „von unten“, bei der ich nur mein Oberteil soweit anhob, dass ich meine Tochter andocken konnte.

Im Normalfall habe ich mich meist erst umgeschaut, ob es denn eine etwas ruhigere Ecke für uns gibt, wo ich mich auch gemütlich hinsetzen kann. Denn es kam auch meiner Tochter zugute, wenn sie ihre Mahlzeit in Ruhe einnehmen konnte. Bewaffnet mit Moltontüchern habe ich erst eine Position eingenommen, in der ich die Kleine gut anlegen konnte. Dann kam das Tuch über die Schulter auf der Seite, auf der ich beginnen wollte. Relativ dezent wurde dann der Still-BH gelöst. Er danach wurde mein Oberteil angehoben, damit meine Kleine Zugang bekam. Ihr Kopf verdeckte meist den Großteil meiner Brust, das Moltontuch deckte den Rest ab. Mein Bauch war verborgen hinter dem Körper meiner kleinen Maus. Nicht selten stellten Vorbeigehende erst beim zweiten Blick fest, was ich dort tatsächlich tat.

Beim Seitenwechsel wurde auch erst der BH aufgemacht, bevor ich die Position der Kleinen umänderte. Und während sie fröhlich die zweite Seite leer trank, hatte ich genug Zeit den Still-Bh auf der ersten Seite wieder zuzumachen. Mein Oberteil war da schon wieder an Ort und Stelle. Im Großen und Ganzen war die ganze Aktion relativ unauffällig mit minimaler Entblößung meinerseits.

Warum ich das jetzt so ausführlich beschreibe? Weil ich schon Mütter erlebt habe, die den Stillakt richtiggehend zur Schau gestellt haben. Die schon fast blank gezogen haben, bevor sie ihr Kind auch nur annähernd in Stillposition gebracht haben. Bei denen ich das Gefühl bekam, dass sie entweder aller Welt zeigen wollten, dass sie jetzt stillen werden. Oder aber aller Welt ihre durch den Milcheinschuss prallen Brüste präsentieren wollten. Klar, dass ist eine subjektive Einschätzung, aber es hinterlässt das Gefühl, dass es gerade um mehr ging, als nur sein Kind kurz anzulegen.

Hinzu kommt noch ein anderer Aspekt. Stillen ist ein sehr intimer Akt zwischen Mutter und Kind. Nicht jeder möchte das in jedem Detail mitbekommen. Genauso, wie man sich in einer überfüllten Bahn unwohl fühlen würde, wenn neben einem ein Pärchen wild rumknutscht und rummacht. Die eigene Grenze wird von dem Gegenüber nicht gewahrt, dass was eigentlich etwas Intimes sein sollte, wird anderen fast aufgedrängt zu bezeugen.

Deswegen plädiere ich ganz klar dafür, dass das Stillen in der Öffentlichkeit einen Raum hat. Allerdings sollte man sich schon bewusst sein, dass man auch die Grenzen des Anderen zu wahren und berücksichtigen hat. Es ist möglich, unauffällig und diskret zu stillen ohne sich auf öffentliche Toiletten zu verziehen. Und ich glaube auch, dass man so weniger negative Resonanz bekommt. Man sollte sich einfach bewusst machen, dass einem mehr Raum gelassen wird, wenn deutlich wird, dass man sich der Bedürfnisse der Umstehenden bewusst ist und diese so weit wie möglich auch berücksichtigt.

More is yet to come,

M.

Wer bin ich? Und wieviele?

Ich weiß noch, wie ich mich als frischgebackene Mutter gefühlt habe. Ich war voller Erstaunen, weil dieses kleine Baby auf meinem Arm tatsächlich mein Baby ist. Überwältigt von der Liebe und auch von der neuen Verantwortung. Am Anfang noch voller Unsicherheiten und später mit einem doch recht soliden Bauchgefühl, gebaut auf den gesammelten Erfahrungen. Diese Zeit war magisch – und wahnsinnig anstrengend. Solange die kleine Maus noch viel schlief (bis zu 16 Stunden am Tag), hatte ich zwischendurch immer mal wieder ein wenig Zeit für mich. Mit den längeren Wachphasen, verschwand diese Zeit. Dafür wuchs ein Selbstverständnis, dass ich Mutter bin. Und irgendwann war ich es auch mit Fleisch und Blut.

Doch je länger die Zeit anhielt, in der ich ausschließlich Mutter war, desto mehr merkte ich, dass ich andere Aspekte meines Seins, meiner Persönlichkeit sträflich vernachlässigte. Der Start der Beikostphase begrüßte ich euphorisch. Endlich musste ich nicht ständig zur Verfügung stehen. Ich konnte und durfte meine Kleine auch mal abgeben. Vorher ging es nie, ich stillte alle 2 Stunden und nach der Brustentzündung direkt nach der Entbindung wollte ich weder mit Pre-Nahrung noch Abpumpen das emfpindliche Stillgleichgewicht durcheinanderbringen.

Der Start in die Krippe war der nächste Meilenstein auf dem Weg, mehr Zeit für mich zu haben. Ich stellte nur schnell fest, dass ich nicht wirklich wusste, was ich realisieren sollte. Darüber hinaus wird der Haushalt nicht weniger, nur weil ich mal ein bisschen weniger Kind habe. Das Ausüben von Haushaltstätigkeiten war einfach nur ruhiger und effektiver zu bewerkstelligen.

Und inzwischen ist mein Alltag relativ gut durchgeplant – nur die Zeit für mich bleibt gefühlt immer noch auf der Strecke. Deswegen stell ich mir jetzt mal die Frage, warum ich und vielleicht auch andere häufig das Gefühl haben, ihre Bedürfnisse blieben auf der Strecke, obwohl sie von außen gesehen doch was für sich machen?

Und die kurze Antwort ist: weil jeder Mensch aus ganz vielen Facetten besteht. Mit eigenen Bedürfnissen. Und diese Bedürfnisse sind nicht immer miteinander vereinbar. Also geht man Kompromisse ein. Mal bekommt die eine Facette den Vorrang und manchmal die andere. Doch die ganze Zeit steht man im Konflikt mit sich selbst und den so unterschiedlichen Bedürfnissen.

Je mehr Erfahrungen man macht, je mehr Kontakte man hat, umso mehr Facetten bilden sich aus. Oder halt auch Rollen, mit den entsprechenden Erwartungen von Außenstehenden.

Ein Baby ist schon von Geburt an schon mehr als  nur ein Baby. Es ist Sohn/Tochter, Enkel, Cousine usw. Natürlich bildet sich das Bewusstsein erst mit den Jahren aus. Anfangs geht es nur um die Befriedigung der wichtigsten Bedürfnisse. Essen, Schlafen, in die Windel machen, Kuscheln, Aufmerksamkeit – darum geht es am Anfang. Bis das Kind lernt, dass die Bezugspersonen auch eigene Bedürfnisse haben und man die eigenen nicht immer sofort befriedigt bekommt. Darüber hinaus lernt es, dass die jeweilige Beziehung zu einer Person, die eigene Reaktion bestimmt. Und daraus entwickeln sich die Facetten.

Später kommen immer mehr dazu. Durch Schule, Freundschaften, Bekanntschaften entwickelt man sich weiter. Dabei werden andere Veranlagungen nicht einfach überschrieben, sondern bekommen vielleicht einfach andere Wertigkeiten. Wenn man als Junge zum Beispiel findet, dass es eigentlich ganz nett ist mit der kleinen Schwester Puppen zu spielen, er das unter Umständen aber nie vor seinen Kumpels zugeben würde. Das Bedürfnis ab und an mal mit Puppen zu spielen ist da, doch es wird schon stark unterschieden, mit wem man es auslebt.

Und so geht es immer weiter. Irgendwann gibt es eine gesellschaftliche Facette, eine politische. Man wird Teil der Arbeitswelt. Man lernt, dass bestimmte Aspekte, Facetten seiner Persönlichkeit nicht in jeder Situation angemessen sind. Man passt sich den Gegebenheiten an. Bishin zu Äußerlichkeiten, wenn z.B. ein bestimmter Dresscode bei der Arbeit vorgegeben wird. Auch der Sprachgebrauch ändert sich, je nachdem, welche Facette nun gerade zu Tage tritt.

Das führt auch zu dem Rückschluss, dass Menschen, die sich in verschiedenen Situation unterschiedlich verhalten, nicht unweigerlich falsch sind. Sie grenzen ihre Facetten einfach nur besser ab und haben vielleicht verschiedene Modi für unterschiedliche Situationen. Natürlich gibt es auch Menschen, die sich verstellen, um zu lügen und zu betrügen, aber um die geht es hier nicht.

Was bedeutet das nun für mich? Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht so wirklich genau. Es hilft mir auf jeden Fall, Situationen anders zu bewerten. Es ist nicht verwerflich, wenn ich nach 1 1/2 Jahren das Bedürfnis habe, mal ICH zu sein. Nicht nur Mutter. Und es ist auch ok, wenn ich mich gerne mal wieder als Frau fühlen möchte. Ich mir überlege, wegzugehen, mit Freundinnen rumzuhängen, über Männer zu lästern und auch mal zu flirten. Deswegen bin ich keine schlechte Mutter. Meine Tochter ist 2 1/2, sie braucht mich nicht mehr 24/7. Es gibt mehrere vertraute Bezugspersonen wie ihren Vater oder ihre Oma, die mir helfen, dass ich aus der Mutterrolle rauskomme für ein paar Stunden oder über Nacht.

Es hilft mir auch zu verstehen, dass ich auch mal einige Sachen zurückstellen. Und mich dafür nur auf bestimmte Dinge fokussiere. Der Führerschein ist angefangen, da darf ich es nicht zu sehr schludern lassen. Und die Bewerbungen stehen im Vordergrund, die Fristen stehen fest.

Wenn ich allerdings nur ausschließlich die äußeren Zwänge bestimmen lasse, wer ich gerade bin, brenne ich schnell aus. Meine Methode, dem entgegen zu wirken, ist, ganz bewusst Zeiten einzuplanen, in denen ich ein anderes ICH hervorkommen lasse. Das Bloggen ist eins der Dinge, verschiedene Aspekte zu beleuchten und mich mit mir selbst zu beschäftigen. Sehr praktisch ist auch, dass ich zur Zeit einen regelmäßigen Frauenabend habe mit einer befreundeten Mutter. Wenn die kleine Maus im Bett ist, schauen wir Filme, spielen Singstar, lachen, erzählen und haben einen entspannten Abend. Und am nächsten Morgen ist sie noch da und wir frühstücken in aller Ruhe mit der Kleinen.

Indem ich mich damit beschäftige, wie viele verschiedene Facetten ich habe, mit den dazugehörigen Bedürfnissen und Erwartungen, gelingt es mir immer wieder eine bessere Balance zu finden zwischen ihnen. Und das macht mich entspannter. Zufriedener. Es gibt mir die Möglichkeit bewusst zu entscheiden, was Vorrang hat, aber auch die Gelassenheit aus dem Wissen, dass andere Aspekte zu einem anderen Zeitpunkt ausgelebt werden.

Denn eigentlich macht es mich zu einer besseren Mutter, wenn ich nicht alle anderen Facetten verleugne, sondern sie zum richtigen Zeitpunkt auch auslebe. Ich bin dann ausgeglichener. Und ich habe wieder mehr Energie und Konzentration, die dann der kleinen Maus zu Gute kommen.

More is yet to come,

M.

Abseits der rosa Schwangerschaftswolke

Neulich sprach ich mit einer Freundin über das Thema Schwangerschaft. Ich selbst erinnere mich gerne an die Zeit zurück, trotz der emotionalen Berg- und Talfahrt und trotz der kleineren Komplikationen und Wehwehchen. Doch für sie war das alles gar nicht so rosarot und zuckersüß. Ihre Erfahrungen waren so negativ gefärbt, dass sie sich eine weitere Schwangerschaft für sich selbst nicht mehr vorstellen mag.

Wenn Mütter im Allgemeinen aufeinandertreffen, wird gerne schnell verglichen, wie man selbst sich so macht oder auch das eigene Kind sich entwickelt. Dabei wird alles miteinander verglichen, von Schuhgröße über motorische Fähigkeiten bis.. ja genau bis zu den Schwangerschaftserfahrungen. Und ich selbst schließ mich da auch nicht auch. Hab mich nicht selten selbst dabei ertappt.

Es wird zwar gerne mal betont, wie furchtbar das alles war und wie anstrengend. Doch in den meisten Fällen soll dadurch nur herausgestellt werden wie tapfer man gewesen ist in der Schwangerschaft.

Wenn man dann also die Erfahrungen austauscht, erwartet man zwar die üblichen Klagen, aber keinen wirklich negativen Rückblick. Schwangerschaft ist doch was Schönes, und man nimmt ja so vieles in Kauf für diese wunderbare Erfahrung! Ja ne, ist klar.

Natürlich gibt es dann auch die Mütter, die es wirklich schwer hatten in der Schwangerschaft. Die Monate lang liegen mussten, die viellecht lange bangen mussten, weil sie ganz knapp davor waren das Kind zu verlieren. Die kurz vor dem Nierenversagen standen, weil das Kind die Nieren fast kaputt getreten hat im Bauch. Die mehrfach im Krankenhaus waren wegen Vorwehen, Dehydrierung oder nicht endenden Brechanfällen. Sofort empfindet man Sympathie und Mitleid. Und man akzeptiert ganz klaglos, dass in so einem Fall eine Schangerschaft auch als belastend und unschön empfunden wird. Die entsprechende Mutter wird bedauert, man hat Verständnis für sie.

Nun zurück zu meiner Freundin: auch sie hatte Komplikationen, die ihr die Schwangerschaft vermiesten. Ein wenig. Doch es waren nicht die „Wehwehchen“ die ihr die Lust auf jedes weitere Kind nahmen. Es war das Gefühl schwanger zu sein. Dieses kleine Wesen in ihrem Bauch, das dazu führte, dass ihre Hormonwelt Kopf stand, sie emotional komplett aus der Bahn geworfen hat. Das dazu führte, dass sie komische Gelüste hatte oder zu permanenter Übelkeit. Allein die Tatsache, dass sie ihren Körper nicht mehr für sich hatte, schlug ihr auf’s Gemüt. Immer drauf achten zu müssen, was sie aß oder trank oder wie sie mit sich selbst umging.

Darüber hinaus meinte nun ihr Freund und dessen Familie permanent darüber bestimmen zu können, was gut für sie sei UND das Ungeborene. Sie fühlte sich unmündig, gefangen in einer Rolle, die sie gar nicht haben wollte. Und nicht verstanden. Zu allem Überfluss wurde ihr auch gerne immer wieder vorgelebt, worauf sie jetzt zu verzichten habe. Als wäre es ihr nicht schon schmerzlich bewusst gewesen.  Sie fühlte sich auch gefangen in ihrer Beziehung. Denn so ein gemeinsames Kind, das verbindet. Da kann man nicht mehr so schnell abhauen, da gibt es mehr zu bedenken.

Damit ich hier nicht falsch verstanden werde, meine Freundin liebt ihr Kind. Von Anfang an. Nur hatte sie noch viele Pläne, so früh hatte sie es mit der Mutterschaft gar nicht geplant. Sie wollte Dinge ausprobieren, reisen, ihre Ausbildung machen und Geld verdienen, was zurücklegen, leben und frei sein. Und jetzt ist es all das auf unbestimmte Zeit verschoben. Sie muss Verantwortung tragen. Nicht nur für ihr eigenes Leben, sondern auch für ihr Kind. Und die Liebe zu ihm kann das ganze Drumherum nicht einfach wieder aufwiegen.

Rein objektiv hatten wir die gleiche Ausgangsitution. Eine Partnerschaft, bei der wir nicht wussten, ob sie für die Ewigkeit gemacht ist, Pläne für unsere berufliche Zukunft, eine nicht wirklich mental stabile Vorgeschichte. Uns beiden wurden in der Schwangerschaft Vorhaltungen gemacht, worauf wir gefälligst zu achten haben oder auch wie wir uns zu verhalten haben. Und wir beide sind früher Mutter geworden als wir es für uns geplant haben.

Trotzdem haben wir die Schwangerschaft unterschiedlich erlebt. Die Hormone haben bei mir gewirkt wie ein Antidepressivum, psychisch und auch physisch hat sich für mich einiges verbessert. Bei ihr war es das genaue Gegenteil. Immer wieder fiel sie in tiefe Löcher. Mache ich ihr daraus einen Vorwurf? Nein, ganz sicher nicht. Es sind ihre eigenen, persönlichen Empfindungen, die ich ihr ganz bestimmt nicht in Abrede stellen möchte. Dazu habe ich gar nicht das Recht. Warum auch?

Und ich finde, dass ist es auch, was man aus dieser Geschichte ziehen sollte. Es ist gar nicht möglich solche Dinge zu vergleichen. Jeder fühlt anders und das ist auch in Ordnung so. Es ist schade, dass es ihr nicht möglich war, dieselben beglückenden Momente gehabt zu haben wie ich oder auch so viele andere Mütter. Nur war sie daran nicht selber Schuld. Und niemand hat das Recht ihr das vorzuwerfen.

Denn egal, wie belastend das ganze Drumherum war in ihrer Schwangerschaft, sie hat sich verantwortlich gezeigt für das neue Leben in ihrem Bauch. Sich an all die Vorgaben gehalten, die einem gemacht werden in diesem „Zustand“. Aufgrund ihres Verantwortungsgefühls und ihrer Liebe zu ihrem Kind.

Und ich finde, dass verdient eigentlich ganz viel Respekt. Wie viele Mütter rauchen und trinken in ihrer Schwangerschaft, weil es ihnen nicht so wichtig ist? Wie viele verhalten sich unverantwortlich, weil sie das Kind nicht geplant und/oder gewollt haben? Und wie viele lassen das nach der Geburt an ihrem Kind aus? Genug. Und da sollte man niemanden verurteilen, weil er die Schwangerschaft als scheiße empfunden hat. Denn das kann niemand steuern, dass passiert. Deswegen ist man keine schlechte Mutter. DAS wird an anderen Maßstäben gemessen.

Schnuggi, ich hab dich lieb! ❤

More is yet to come,

M.