Almost Legendary: Mommy-Wars

Auf den letzten Drücker steuer ich jetzt noch einen Beitrag zur Triple-Blogparade von MamaOTR, Muffinqueen und Momsoffice bei. Das Thema lag mir sowieso schon auf der Seele und nun darf es auch endlich verfasst werden. 😀

Des öfteren begegnen mir Berichte über die sogenannten Mommy-Wars im Internet. Ob nun in Artikeln oder in Blogs. Fast jede Mutter hat den ein oder anderen Spruch abbekommen, dazu, was man so macht bzw. SIE definitv nicht richtig macht. Manchmal sind es recht unverholene Vorwürfe, manchmal eher spitzfindige Anmerkungen, die zumindestens den Anschein machen, nicht so bös gemeint gewesen zu sein. Es aber doch sind.

Wenn ich mich an die erste Zeit als Mutter erinnere, dann bin ich mir bewusst, dass ich auch eine von diesen nervtötenden Mütter gewesen bin, die alle Daten im Kopf hat. Von der Geburt über die diversen U-Untersuchungen inklusive der ersten Meilensteine. Und bei jeder Gelegenheit wurden diese hervorgeholt. Dabei war mir eigentlich piep-egal, wer der Empfänger war. Ja, ich gestehe, ich war tatsächlich schlimm.

Irgendwann ging es dann auch mit den Babygruppen los bzw der Rückbildungsgymnastik. Man unterhielt sich meist im Plauderton. Und wir verglichen unsere Kinder, was das Zeug hielt. Und zumindestens von meiner Seite tat ich dies nicht, um anzugeben. Ich kannte mich einfach nur nicht aus. Ich bin ein Einzelkind, habe als erste im Freundeskreis ein Kind bekommen. Mir fehlten tatsächlich die Erfahrungen, um einzuschätzen, ob ich auf dem richtigen Weg bin und auch mein Kind vernünftig gedeiht. Und die Erfahrungen, die meine Eltern bzw Großeltern gemacht haben, halfen mir nun gar nicht.

Da ich schon einiges über die Mommy-Wars gelesen hatte, war ich auch immer versucht, alle Meilensteine in Relation zu setzen. Das andere Kind kann sich noch nicht drehen? Naja, meine Kleine kann das wahrscheinlich auch nur, weil sie Unterstützung durch Physiotherapie bekommt.

Es kommt halt immer darauf an, wie man sich austauscht. Wenn ich sage:

Meine Tochter spricht schon recht viel für ihre 15 Monate, dafür tut sie sich mit dem Laufen lernen noch recht schwer

dann tausche ich mich aus und lobe auch nicht über den Klee. Wenn ich aber anfange die Meilensteine meines Kindes als Maßstab für andere zu nehmen, dann wird es kritisch:

Wie? Deine Tochter kann nur 4 Worte? Meine kann schon locker 30 und spricht in 2-Wort-Sätzen!

Und schon sind wir drin im Mommy-War. So richtig heftig wird es meiner Meinung nach erst im Internet. Wo man sich hinter Aliassen und Nicknames verstecken kann. Da wird dann richtig Futter gegeben und offen angegriffen. Da gibt es dann die Mütter, die von ihrem kleinen Sonnenschein erzählen, der ja so selbstständig ist und mit 2 alleine Zähne putzen kann, Schuhe binden und whatever. Die Impfgegner, die bei jedem Problem, sofort fragen, ob denn geimpft wurde, denn das sei ja der Auslöser für eigentlich jedes Übel. Ob Koliken, Schreibabys, KISS-Syndrom oder lange Windelphase. Man wird davor gewarnt sich Rat oder sogar Hilfe beim Jugendamt zu holen. Bloß nicht schreien lassen, das liebe Kind. Selber Kochen! Abtreibung ist ein Unding! Usw usw usw.

Oft bin ich es leid. In meinem Forum, in dem ich mich angemeldet habe, war ich seit über einem Jahr nicht mehr. Und Kommentare lesen unter Artikeln zur Erziehung? Lass ich meist auch, weil mich diese Konzeptreiterei einfach nur ankotzt.

Doch das Schlimmste, was ich mir anhören durfte, kam zu allem Überfluss von wirklich Vertrauten.

Wenn meiner so wird wie deine Tochter jetzt ist, dann erschieß ich mich glaub ich.

Warum hast du dir ein Kind angeschafft, wenn du es ständig wegorganisierst?

Lauf nicht bei jedem kleinsten Bisschen sofort hin, du verwöhnst sie doch nur.

Wenn mein Sohn 4 Monate alt ist, dann werd ich definitiv auf den Zwutsch gehen. So lange nichts unternehmen können, wie du, das könnte ich nicht. Muss mein Freund halt zusehen, wie er das gewuppt kriegt, ich hab dann frei.

Allerdings muss ich auch hinzufügen, dass nicht nur Eltern gerne blöde Kommentare ablassen. Auch Nachbarn, Tanten, Onkel und jeder fühlt sich bemüßigt, seinen Senf dazuzugeben.

Was also tun? Sich selbst abschotten kann man auf Dauer nicht, das würde einem Selbst nicht gut tun. Und alles mit Gleichmut hinnehmen, das können bestimmt die wenigsten. Ich für meinen Teil werde einfach versuchen mit gutem Beispiel vorangehen. Also leiser treten, auch wenn ich gerade megastolz bin auf mein kleines Monster. Nicht verallgemeinern, denn meine Erfahrungen sind nur ein Facette im Kaleidoskop. Und ganz wichtig : Zuhören. Die Meinung des Anderen einfach stehen lassen und annehmen. Und es nicht bis zum Erbrechen ausdiskutieren, wer es richtiger macht.

More is yet to come,

M.

Advertisements

2 Gedanken zu „Almost Legendary: Mommy-Wars“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s