Mein persönliches KITA-Desaster

Letzten Mittwoch um kurz nach 16 Uhr. Nachdem ich den ganzen Vormittag und Mittag unterwegs war, hatte ich es mir gerade gemütlich gemacht, um mir noch eine Stunde Ruhe zu gönnen, bevor ich meine kleine Maus vom Papa abholen musste. Kaum saß ich, klingelte mein Telefon. Die KITA war dran. „Ihre Tochter ist noch hier, wir wollten nur mal fragen, wann sie denn abgeholt werden sollte. Sie hatte ja auch keinen Imbiss dabei, dass hatte uns schon ein wenig gewundert.“

Ich brabbelte irgendwas in den Hörer, dass ich auf dem Weg sei, schon in ein paar Minuten wäre ich vor Ort. Wie ein kleiner Wirbelwind tobte ich durch die Wohnung, auf der Suche nach Schuhen, Tasche, Jacke und Schlüssel. Ich vergaß, das Fenster nach hinten zuzumachen und dass ich noch Essen in der Mikrowelle hatte.

Auf dem Weg zur Krippe gingen mir tausend Dinge durch den Kopf. Ich war den Tränen nahe. WIE HATTE DAS PASSIEREN KÖNNEN?? Denn eines hatte ich mir geschworen, wenn es irgendwie zu verhindern wäre, sollte meiner Tochter nicht das Gleiche passieren, wie mir als kleines Kind. Vergessen im Kindergarten, alle anderen Kinder sind schon fort, die Erzieherin telefoniert genervt hinter meinen Eltern her, von denen beide der Ansicht sind, der Andere müsste abholen und sich dann endlich einer breitschlagen ließ, mich abzuholen. DAS hatte ich für meine Tochter nicht gewollt.

Leicht panisch ging ich im Kopf durch, wie es dazu kommen konnte. Ich war fest davon ausgegangen, dass der Papa sie abholt. So hatte er es mir mitgeteilt. (ja, mitgeteilt, er spricht nämlich nicht ab, er teilt mir mit) War ihm was passiert? Oder hatte er es einfach verplant? Es klappte die letzte Zeit ja sowieso kaum noch. Nur mit Planänderungen, kurzfristigen Absagen/Umlegungen und viel Bauchweh meinerseits.

Mir ging aber auch durch den Kopf: hatte ich irgendwie etwas falsch verstanden? Naja, erst einmal ging es zur KITA. Meine Tochter? Völlig unbeeindruckt. Spätdienst hatte gerade erst angefangen und sie konnte ausnahmsweise mal mit den „Großen“ im Bewegungsraum toben. Ich bekam sie kaum in ihre Jacke und die Schuhe, so aufgedreht war sie. Die Erzieherinnen waren sehr verständnisvoll, mit leichter Sorge, ob denn beim Vater alles ok sei.

Zuhause überprüfte ich erstmal mein Handy. Letztes Telefonat war am Montagabend um 21 irgendwas. Ganze 1 min 36s. Und ich konnte mich sehr deutlich daran erinnern. Er sagte, „tuesday“ und „wednesday“. Danach motzte er rum, warum ich die Kleine nicht Dienstag selbst abholen könnte, er würde sie stattdessen lieber Sonntag nehmen. Es ging aber nicht, ich hatte etwas vor. Direkt danach schrieb ich einem Freund. Ich war eingeladen für Mittwoch – gerne auch mit meiner kleinen Maus zusammen. Entweder hätte ich nachmittags mit der Kleinen kommen können oder vormittags alleine. Da die kleine Maus ja beim Vater sein sollte, konnte ich nachmittags nicht, ich hätte es zeitlich nicht mehr rechtzeitg geschafft, die Kleine bei ihm abzuholen. Sprich: ich war mir sehr sicher, dass ihr Papa mir Dienstag und Mittwoch gesagt hatte. Er ist der Meinung, er wäre erst Sonntag drangewesen. Ansonsten kein weiterer Kommentar dazu. (Nur so nebenbei: ratet mal, wer dann spontan Sonntag abgesagt hat?)

Und ich saß nun da, fassungslos und voller Wut. Klar, meine Kleine hat keinen Schaden davon getragen, ich glaube mal, dass sie das noch nicht mal bewusst mitbekommen hat, dass sie vergessen worden ist. Aber in mir gärte es. Ich war so auf ihren Vater sauer. Es war ja nun nicht das erste Mal, dass er mir irgendwie dazwischen gefunkt hat. Und gedankenlos ist und sich jeglicher Verantwortung entzieht.

Kleiner Auszug gefällig?

  • oftmals muss ich Windeln und Feuchttücher für seine Wohnung besorgen, weil er nicht dran denkt und ich ansonsten ein zugekacktes Kind wieder bekomme
  • oftmalt telefoniere ich ihm hinterher, um zu erfahren, wann er gedenkt, die Kleine zu nehmen
  • Termine werden, nur teilweise gerechtfertigt, spontan verlegt, abgesagt oder verkürzt – egal, was ich mir vorgenommen habe
  • Ernährung findet bei ihm nach dem Zufallsprinzip statt: Instant Nudeln, Capri Sonne, Toastbrot und Eis
  • in seiner Wohnung gibt es kein Kinderspielzeug, wenn ich ihm was mitgebe, bekomme ich es samt Kind wieder
  • er teilt mir die Termine zu, wenn bei mir etwas ansteht, kann ich betteln
  • seiner Meinung nach reichen 2x die Woche jeweils 4 Stunden – meist kommt er noch nicht mal auf die

Mir stellt sich immer wieder die Frage, was ich mir noch alles bieten lassen sollte. Muss ich mir das antun? Muss ich ihm das Denken abnehmen? Die Verantwortung, den gesunden Menschenverstand? Muss ich ihm diese Form von Macht über mein Leben lassen? Dass er sich erlauben kann, was er will und ich immer kuschen muss?

Gleichzeitig wächst in mir der Wunsch, ihn einfach mal auflaufen zu lassen. Mich darauf einzustellen, dass er mich erstmal nicht „entlastet“, wenn man das überhaupt Entlastung nennen kann, bei dem Stress, der damit einhergeht. Dass ich ihn mal betteln lasse, damit ich überhaupt Zeit habe, dass er die Kleine betreut. Aber das geht nicht. Denn damit würde ich zu Lasten meiner Tochter handeln. Denn bei all diesem Hick-Hack geht es ja gar nicht darum, wie sehr ich von ihm entlastet werde, sondern darum, dass meine Tochter Zeit mit ihrem Papa verbringt. Und nur, weil wir Eltern nicht miteinander klar kommen, soll unsere Tochter das ausbaden? Das kommt mir falsch vor. Und somit bleibe ich der Fußabtreter für meinen Ex. Meiner Tochter zuliebe. Und bin oftmals einfach nur sauer. STINKESAUER!

Doch was ist die Alternative?

More is yet to come,

M.

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