Warum ich dieses Jahr nicht zum Klassentreffen gehe

Gestern war sie wieder da, die nette Nachfrage, ob wir zum Jahresende erneut ein Jahrgangstreffen machen. Auf Facebook in unserer Gruppe natürlich. Die ganzen letzten Jahre haben wir uns immer am 23.12. abends getroffen. Einfach, weil dann die meisten sowieso wieder nach Hause kommen zu ihren Familien. Und somit die größte Wahrscheinlichkeit besteht, dass auch wirklich viele kommen.

Das erste Mal war ich bei einem Jahrgangstreffen, als ich schwanger war. Vorher war ich zum Einen nicht bei Facebook und hab von den ganzen Planungen nichts mitbekommen. Zum Anderen hatte ich die Male davor eh keine Zeit, weil ich da arbeiten musste.

Mit meinem kleinen Schwangerenbauch habe ich mich dort wohl gefühlt. Da man sich Jahre lang nicht gesehen hatte, gab es viel zu bereden. Wer was gemacht hatte usw. Zudem waren viele noch mitten in ihrem Studium, Ausbildung und dergleichen. Niemand war schon so richtig im Arbeitsleben angekommen. Und ich? Abgeschlossene Ausbildung, in Arbeit und auf dem Weg eine Familie zu gründen. Ich fühlte mich wohl, verschwieg auch nicht, dass die Familienplanung ein wenig ungeplant war.

Nun hat sich die Situation leider verändert. Ich bin nach wie vor Mutter – alleinerziehend, arbeitslos mit einem Haufen Probleme am Hals. Ein Großteil meines Jahrganges ist nun fertig mit ihrer Berufsplanung, startet richtig durch. Auch die ersten Heiraten haben nun stattgefunden, zum Teil auch schon mit Familienzuwachs. Natürlich so schön klassisch, wie aus dem Bilderbuch. Mit Haus, Garten und zumindestens dem Einkommen des Gatten. Ja, klar werde ich grün vor Neid.

Alles in Allem weiß ich jetzt schon, dass mich das alles nur runterziehen würde. Die, die ich wirklich sehen wollen würde, kommen im Normalfall nicht. Zu dem Rest hatte ich damals schon keinen rechten Zugang. Inzwischen hat jeder für sich etwas erreicht oder so sieht es für mich aus als Beobachter. Nur ich dümpel vor mich hin… Keine gute Grundlage. Und kurz vor Weihnachten brauch ich so einen emotionalen Zementblock am Bein so gar nicht. Nein, nein, nein.

Dementsprechend lasse ich es dieses Jahr sein. Auch wenn man sich immer wieder sagt, dass es nicht darum geht sich mit anderen zu vergleichen, man tut es doch trotzdem. Und auch wenn man die Anderen nicht bewusst übertrumpfen möchte, so will man nicht schlechter da stehen. Da genau dies ein wunder Punkt ist bei mir, sehe ich zu, dass ich das tue, was mir gut tut. Nicht hingehen.

More is yet to come,

M.

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