Shades of Pink #4: Entweder Arzt oder Hypochonder

In dieser kleinen Artikel-Reihe geht es prinzipiell um die Irrungen und Wirrungen, denen man sich als Mädchen-Mutter gegenüber sieht. Zumindest ich, als Mutter meines Mädchens. Denn in manchen Sachen frage ich mich schon, ob das jetzt wirklich noch im Rahmen des Normalen ist. Was ich damit meine, beschreibe ich im Folgenden. 😉

Die meisten Eltern, die ich kenne, berichten mir meist davon, wie schwierig es ist, mit den Kindern zum Arzt zu gehen. Ich nicke meist fleißig und tue so, als wüsste ich, was sie meinen. Meist kann ich doch nicht damit hintern Berg halten, dass das bei uns überhaupt kein Problem ist (latente Mommy-Wars-Qualitäten bei mir?).

Aber ich erwähne es nicht deswegen, weil ich zeigen will, wie super ich mein Kind erzogen habe (als läge das an mir, haha), sondern, weil es einfach völlig kurios ist. Das erste Lebensjahr hat sich meine Tochter absolut klassisch verhalten. Viel Gebrüll beim Kinderarzt, weil der so komische Sachen mit einem macht. IMPFEN. Das hat sie ihm echt nicht verziehen. Als sie dann irgendwann beim bloßen Anblick des Arztes schon anfing zu brüllen, suchten wir uns dann aber doch einen anderen. Praktisch, wir waren eh gerade umgezogen.

In der neuen Praxis wurde erstmal alles genau inspiziert und zur Kenntnis genommen. Die Ärztinnen unter die Lupe genommen, das Inventar gecheckt. Und eine immer währende Liebe nahm ihrem Lauf. Inzwischen wird sie bockig, wenn sie erst ins Wartezimmer muss und nicht gleich ins Behandlungszimmer „darf“. Wenn es nicht erforderlich ist, die Ohren zu untersuchen, besteht sie trotzdem darauf. Sie weiß ganz genau, mit welcher Gerätschaft was getan werden muss.

Zu Anfang fand ich das sehr erfreulich. Kind krank, muss zum Arzt. Kein Problem! Sie war voll dabei. Ließ alles mit sich machen, super! Zuhause fing sie an, Sachen zweckzuentfremden, um Untersuchungen nachzuspielen, an ihrem Baby. Also besorgte ich ihr einen Arztkoffer zu Weihnachten. Fast ein Jahr später spielt sie immer noch hingebungsvoll mit ihren Arztsachen. Und ich finde auch jetzt immer häufiger ihr Thermometer (also das ECHTE!!).

Nun war sie vor gut 3 Monaten beim Kinderkardiologen. Eher Routine, sie hat seit längerem ein Herzgeräusch, ist aber überhaupt nicht schlimm. Es sollte nur mal abgeklärt werden, also harmlos abgetan werden. Natürlich das volle Programm: also EKG, mit den Ableitungen, Pulsoximeter, Blutdruckmessen, Abhören und Herz-Ultraschall. Meine Kleine saß wie eine Salzsäule da und nahm alles in sich auf. Aufmerksam, still und wie immer vorbildlich. Ich merkte, dass es in ihrem Kopf ratterte und ratterte. Ich machte mich auf das Schlimmste gefasst. Aber es kam nichts. Erstmal…

Scheinbar hatte sie nur auf die Weihnachtszeit gewartet. Und mit den schönen Lichterketten, endlich ein adäquates Ersatzutensil gefunden. ANDAUERND werden sämtliche Puppen und Teddies damit untersucht. Die Lämpchen sind multifunktional. Mal als Ultraschall, EKG-Ableitung oder ganz profan: als Leuchte. Muss ich mir jetzt Sorgen machen? Demnächst nen vollausgestatteten OP-Tisch ins Kinderzimmer stellen?

Ach ja, hatte ich erwähnt, dass ich ihr Inhaliergerät gaaaaanz oben in ihrem Kleiderschrank verstecke? Weil sie am Liebsten täglich inhalieren wollte? Egal, ob nun Husten zum Auskurieren da ist oder nicht.

Wenn ich Freunden das erzähle, höre ich meist nur, ich solle doch froh sein. Sie würde wenigstens brav beim Arzt sein. Klar bin ich. Und vielleicht würde sie später mal Ärztin werden. Oder halt Hypochonder… 😉

To be continued,

M.

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2 Gedanken zu „Shades of Pink #4: Entweder Arzt oder Hypochonder“

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