Blogparade: Schlafenstechnisch quergelegt

Ja, diese Woche hab ich es ein wenig mit den Blogparaden. Aber wie erst kürzlich beschrieben durfte ich dank Ausnahmezustand so einiges verlegen und umplanen. Nun gut, back to topic. Die liebe Teilzeitmutter hat zum Thema „Schlafen“ der Kinder zu einer Blogparade aufgerufen . Da das sehr lange bei uns ein Thema war und immer wieder ist, möchte ich auch gerne unsere etwas holprige Geschichte beisteuern.

Mein Kind, Die Schlafkatze

Anfangs war das mit meiner Tochter noch recht einfach. Schlafbedürfnis war die ersten Wochen sehr hoch. Tatsächlich rund 16-18 Stunden am Tag. Zumindest die erste Zeit war das Einschlafen entspannt – grundsätzlich und regelmäßig beim Stillen. Stillen – 2 Stunden Schlafen – Stillen – 2 Stunden wach …usw schön im Wechsel. Nachts ließ sie die Wachphasen gleich weg. Auch mit tags und nachts hatte Madame keine Schwierigkeiten, da hatte sie im Bauch schon nachts die ruhigen Phasen. (Ja, hasst mich ruhig)

Da wir das Kinderbett noch gar nicht wirklich aufgebaut hatten *ups*, schlief sie anfangs mit im Bett. War auch praktischer so. Denn ich konnte mich nicht so gut bewegen die erste Zeit. Halt wegen 5 Kilo Baby auf natürlichem Weg mit viiiieeel Geburtsverletzung und so. Aber als das Bettchen stand, schlief sie darin. Anfangs zumindestens. Und musste auch immer schlafend hineingelegt werden.

Der rücken war schuld

Irgendwann reichte die Brust nicht mehr als Einschlafhilfe. Da wurde dann gewiegt und gesummt bis Kind schlief. Auch nachts alle 2 Stunden. Und wenn der Nuckel verlustig ging. Hand durch die Gitterstäbe reichte nicht. Zusätzlich nahm mein Töchterchen dann zu. Mit 5 kg gestartet, erreichte sie recht schnell 8 kg – mit 4 Monaten! Das war dann der Moment, an dem mein Rücken den Geist aufgab. Fast den ganzen Tag trug ich sie am Körper. Den Kinderwagen fand sie schrecklich. Nachts permanent rein ins Bett, raus aus dem Bett. Und natürlich im 2 Stundentakt Stillen. Der erste von insgesamt vier Hexenschüssen ließ meine kleine Maus ins Bett einziehen. Und ihr Vater zog aus (aus unserem Bett).

Jedes Kind kann schlafen lernen

Bei der U3 oder U4 riet mir mein Kinderarzt zu „dem berühmten Schlaflernbuch“, damit das Kind endlich im eigenen Bett schlief. Wir sollten bis nach dem Umzug warten und dann unsere Kleine nicht nur ins neue Bett umquartieren, sondern auch gleich ins neue Zimmer. Haben auch brav gewartet und dann doch erst einmal gezögert. Meine Tochter schlief nach wie vor bei mir, ihr Papa definitiv nicht mehr, zum Teil auch schon außerhausig (das Sofa war ihm zu ungemütlich).

Zudem nutzte die liebe Kleine meine Brust häufig nur noch als Nuckelersatz und ich hatte angefangen, ihr das abzugewöhnen. Was zur Folge hatte, dass sie mich kniff. Als Ersatzhandlung. Mit acht Monaten. Ihr Schlaf wurde immer unruhiger, sie wachte alle halbe Stunde auf, kniff mir in Hals und Dekollete für eine halbe Stunde im Dämmerschlaf und wachte nach einer weiteren halben Stunde wieder auf. Ich ging am Stock. Und war übersät mit blauen Flecken am Oberkörper, teilweise auch an den Armen. So ging es nicht weiter. Ich litt, meine Tochter kam nicht zur Ruhe und die Beziehung zu ihrem Vater war zusehens am Zerbrechen (hallo, er schlief nachts nicht mal mehr in unserer gemeinsamen Wohnung). Durch den immensen Leidensdruck zog ich tatsächlich diese „Prozedur“ durch.

Ende gut, Alles Gut?

Nee, so gar nicht. Programm ging super. Nach kurzer Zeit schlief die kleine Maus verlässlich ein. Die Tiefschlafphasen wurden länger, sie wachte nicht mehr so häufig auf. Nachts habe ich sie auch immer auf dem Arm wiedereinschlafen lassen und sie dann zurück gelegt. Es lief alles recht gut bis… ja, bis sie dann zum ersten Mal richtig krank war. Da holte ich sie mir wieder ins Bett. Beziehung war mittlerweile hinüber, da beschwerte sich wenigstens kein Kerl mehr. Und ich konnte mich in Sicherheit wiegen, alles mitzubekommen, wenn Kind hustet, fiebert und nicht gut durch die Nase atmen kann. Lange Zeit war es ein Ping-Pong-Spiel zwischen „du darfst zu Mama ins Bett“ und dem eigenen.

Zurück ins Bett

Als die Stressfaktoren geringer waren, gestaltete ich das Schlafritual um. Wo ich zu „Schlaf allein im Bett ein“ – Zeiten erst gestillt, dann geschuckelt und gesungen haben und mich mit festen Worten aus dem Zimmer verabschiedet habe, blieb ich bei späteren „du schläfst in deinem Bett“-Zeiten noch neben dem Bettchen sitzen, sang für sie, hielt ihre Hand und wartete darauf, dass sie einschlief.

Und Heute?

Heute bin ich da relativ entspannt. Da meine Kleine mit 18 Monaten bereits in die Krippe kam und dann fast den ersten Winter nur krank war – so richtig mit Fieber und allem – durfte sie tatsächlich die ganze Jahreszeit durch in meinem Bett mitschlafen. Es gab keinen Mann, der ihr den Platz streitig machen konnte. Letzten Sommer schob ich sie dann sozusagen wieder ab. Aber dank diverser Magen-Darm-Grippen und der Mund-Hand-Fuß-Krankheit war das nicht immer konsequent durchsetzbar. Letzten Herbst habe ich mich einfach davon verabschiedet, dass sie mit 2 1/2 Jahren in ihrem Bettchen schlafen muss.

Sie war schon immer ein sehr nähebedürftiges Kind, klebt auch heute gerne an mir, wenn sie sich ausruht oder müde ist. Sie hat nicht nur die Trennung von mir und ihrem Vater verarbeiten müssen (und auch die angespannte Situation davor mitbekommen), sondern auch die Trennung von Oma und Opa letztes Jahr (meine Mama und quasi-Stiefvater). Wer schreibt mir denn denn vor, wo und wie sie zu schlafen hat? Ich kenne sie doch am Besten.

Auch für mich ist das derzeitige Arrangement ein Zugewinn. Sie schläft viel besser durch in meinem Bett als in ihrem. Und die Umgewöhnung kostet immer viel Kraft und Zeit – auf beiden Seiten. Der nächste Virus kommt dann wieder schnell um die Ecke und setzt alles wieder auf Null zurück. Die Begleitung in den Schlaf hätte ich auf beiden Seiten. Denn Schreien lassen ist inzwischen keine Option mehr für mich. So sieht das inzwischen bei uns aus:

– 18 Uhr Abendbrot
– z.T. Kinderzimmer aufräumen
– Schlafanzug an
– 18.50 Uhr zum Sandmännchen bereit machen
– danach Zähneputzen
– 1 Gute-Nacht-Geschichte im Bett
– wickeln und Licht aus
– im Dunkeln kuscheln und noch vom Tag erzählen
– warten bis sie in meinem Arm einschläft

Im Moment passt das für uns ganz gut. Bei all dem Durcheinander und Hin und Her bei uns und auch den vielen Krankzeiten der kleinen Maus gibt es inzwischen zumindest eine verlässliche Sache: wir schlafen im Familienbett, sie darf in meinem Arm schlummern. Wenn sie nachts wach wird, bin ich vielleicht noch im Wohnzimmer, aber ich begleite sie immer wieder zurück in den Schlaf. Und inzwischen *tada* schläft sie häufiger wieder von alleine wieder ein. Also in den 30 Sekunden, die ich brauche, um vom Sofa hochzukommen, den Fernseher und die Lichter auszumachen, hin zu meinem Schlafzimmer.

Gerade auch in Krankheitszeiten ist das Familienbett ein echter Zugewinn. Mal eben im Halbschlaf rüberfassen, um zu checken, wie hoch die kleine Maus fiebert. Oder auch nur schnell überprüfen, wie dicht die Nase ist oder auch, ob sie genug Luft bekommt. Gerade auch bei Magen-Darm hat sich das System bewährt. Denn meine Tochter wacht nicht unbedingt auf, wenn sie sich übergibt. Da kann ich dann schnell eingreifen und sie zumindest von der Rückenlage in die Bauchlage drehen, damit sie das Zeug nicht direkt wieder einatmet. Schliefe sie in ihrem Zimmer, könnte ich nicht immer schnell genug reagieren bzw bekäme einiges nicht mit. Da ich nachts auch nicht aufstehen muss, um nach dem Rechten zu sehen, sondern nur im Halbschlaf nachfühle oder kurz nachschaue, komme ich effektiv zu mehr Schlaf. Und man braucht seine Kräfte, wenn das eigene Kind so richtig krank ist.

Und irgendwann wird es tatsächlich mein Schlafzimmer sein und mein Bett. Aber bis dahin haben wir noch ein wenig Zeit. Sie ist ja noch nicht mal ganz 3 Jahre alt.

More is yet to come,

M.

#aufAugenhöhe: Putzen ist erlernt und nicht vererbt

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade von Kerstin von Chaoshoch2. Ausgelöst wurde die Diskussion ursprünglich durch diesen Artikel auf Papa-Online. Der Beitrag an sich bezieht sich grundsätzlich auf das leidige Thema Putzen und Haushalt in Beziehungen und die Missverständnisse, zu denen es (laut Autor) kommen kann. Daraus hat sich aber inzwischen eine Diskussion rund um Beziehungen auf Augenhöhe entsponnen. Und da ich ja gefühlt überall meinen Senf dazugeben möchte, erweitere ich den Meinungsfundus nun um meine eigene.

Ich hatte zwischenzeitlich überlegt, gleich zwei Beiträge zu dem Thema zu verfassen, habe es mir jetzt aber doch verkniffen. Also nicht wundern, sollte dieser Beitrag ein wenig länger sein als gewohnt ( und dabei war ich noch nie ein Freund des Kurzfassens… ).

Fangen wir also mit dem Artikel an sich an. Zuerst wird die These verfasst, dass Männer so rein theoretisch gar nicht in der Lage sind, den aktuellen Haushaltsstand zu überblicken. Das sei irgendwie genetisch und die Hemmschwelle, wann etwas zu dreckig, zu stinkend ist, wäre bei ihnen höher. Von daher könnten sie nichts dafür, wenn ihnen die desolate Lage an der Putzfront nicht auffiele. Aus meiner Sicht vollkommener Blödsinn – zumindest das mit Genetik. Dazu komme ich dann aber gleich noch mal ausführlicher.

Den zweiten (wichtigen) Punkt, den der Autor anspricht, ist der der fehlgeschlagen Kommunikation. Ich finde es schade, dass er bei einer krakeelenden Rasselbande, die seiner Partnerin offensichtlich Mühe bereitet, die Notwendigkeit nicht erkennt, hier unterstützend zur Seite zu stehen. Allerdings kann ich schon verstehen, dass man ab und an in the zone ist und dann wirklich nichts mehr um sich herum mitbekommt. Kenne ich auch.

Dass Männer aber nicht in der Lage sein sollen, indirekte Formulierungen zu verstehen, halte ich aber für ein Gerücht. Zumal auch Christian vom Familienbetrieb in diesem netten Blogpost eben dieses widerlegt:

Denn die Freundin sagte heute Morgen: „Die Kiste mit dem Weihnachtsschmuck müsste mal aus dem Keller geholt werden.“ Leserinnen und Leser, die in langjährigen Beziehungen leben, werden diese Art des Formulierens kennen: Der wunderbare Axel Hacke hat es einmal als das Partnerschafts-Passiv beschrieben. Es kommt zum Einsatz, wenn Dinge erledigt werden sollen, die man auf gar keinen Fall selbst machen möchte. Zum Schutze des häuslichen Friedens ist es allerdings nicht opportun, vom Partner oder der Partnerin zu verlangen, diese Dinge zu tun.

Wenn also dieser Vertreter der männlichen Spezies in der Lage ist, passivisierte Sachverhalte zu erkennen oder sogar vielleicht auch das Parnterschafts-Wir zu verstehen (diese Fähigkeit unterstelle ich ihm einfach mal frech), dann sollte dies doch mehreren Vertretern möglich sein. Oder etwa nicht?

Ich vermute ganz stark, dass sich eben dieses Musterexemplar die Mühe gemacht hat, auf seine Freundin einzugehen, ihre Sprachgewohnheiten genauer betrachtet hat und den Subtext ganz für sich allein in männertaugliche Ansagen verwandelt hat. WOW.

Vielleicht sollte man sich als Paar einfach mal über die Kommunikation bewusst werden. Jetzt nicht einseitig zu Lasten der Frau im Haus. Denn, wenn sie schon den Haushalt und die Kinder überwachen muss, um dem Mann rechtzeitig Bescheid zu geben, dass er in Aktion treten muss, dann sollte sie nicht auch noch ständig über ihren Sprachgebrauch nachdenken müssen. Das eigene Verhalten, und sei es „nur“ der Sprachgebrauch, ändert sich nicht so leicht. Da kann es schon von Vorteil sein, wenn man sich bespricht, wem was leichter fällt. Vielleicht könnte auch einfach der Mann den Partnerschaftspassiv erlernen. Das wäre mal entgegenkommend.

Bringt natürlich alles nix, sollte die Partnerin tatsächlich nicht in der Lage sein, ihre Gedanken und Wünsche zu äußern. Da gebe ich dem Verfasser des Textes tatsächlich mal recht.

Nun komme ich aber mal zum tatsächlichen Knackpunkt des Textes: PUTZEN und HAUSHALT. Angeblich hätten Männer dort – genetisch bedingt – eine andere Hemmschwelle. Das bezweifle ich doch stark. Denn wenn ich mir Kleinkinder angucke, stelle ich fest, dass sie Systeme sehr ansprechend finden. Ob nun diese Steckwürfel oder Ring-Steck-Geschichten. Egal welchen Geschlechts, in einer bestimmten Phase ist das fast magisch für die Kleinen. Immer wieder, stundenlang können Kinder nur damit spielen. Es ist die Gesetzmäßigkeit, die Ordnung dahinter, die mit soviel Spaß entdeckt wird.

Ab einem gewissen Punkt wird wurde diese Tendenz dann aber nicht mehr bei Jungs gefördert, dafür dann nur noch bei den Mädchen. Was zur Folge hat, dass die Erwartungshaltung sehr unterschiedlich ist, wenn denn diese Kinder erwachsen wurden. Der heutige, inzwischen erwachsen gewordene Mann erwartet, dass sich der Haushalt von alleine regelt. Er hat den Blick verloren für Ordnung und Sauberkeit bzw es fehlt die innere Motivation, einen bestimmten (hohen!) Standard zu halten. Heutige Frauen sind da meist anders gepolt. Natürlich gibt es da auf beiden Seiten Ausnahmen und Abstufungen, aber grob über den Kamm geschert kann man das mal so stehen lassen.

Das klingt jetzt schon wieder wie die perfekte Ausrede für alle Männer, die einfach keinen Bock haben im Haushalt zu helfen. Soll es aber nicht sein. Denn jetzt komme ich mit meinem persönlichen Beispiel:

Ich bin die weibliche Variante des Mannes, wenn es um das Thema Putzen oder Haushalt geht. Fakt. Ich bin mindestens genauso unordentlich und chaotisch wie der typische Klischee-Macho-Kerl. Es gab Zeiten, da stapelten sich Pizza-Kartons und Mülltüten in meiner Küche. Wollmäuse spielten Fangen auf dem Laminat. Meine Wäsche befand sich so gut wie nie innerhalb meines Kleiderschranks, sondern in verschiedenen Stadien der Waschvor- und -nachbereitung. Ich habe auch lange Zeit nicht verstehen können, wie man so viele verschiedene Putzprodukte besitzen konnte (z.T. immer noch nicht, aber das ist ein anderes Thema).

Wie war es dazu gekommen? Zu allererst war ich ein verwöhntes Einzelkind. Ein Einzelkind geschiedener Eltern. Meine Mutter, die ein kleiner Putzteufel ist mit einem nicht zu verachtenden Putzfimmel, hat alles für mich erledigt. Auch so ein wenig aus schlechtem Gewissen, da ich ja geschiedene Eltern habe. Lerneffekt für mich gleich Null. Die meiste Zeit ließ ich es geschehen. Nur als sie ein völlig unlogisches Sortiersystem in meinem Kleiderschrank einführte, begehrte ich auf und verbot ihr, zukünftig meine Kleidung einzusortieren. Das machte ich dann lieber selbst. Die Tendenz war quasi da.

In der Pubertät zog ich dann zu meinem Vater. Er hatte eine schwere Trennung hinter sich, ich hatte auch so meine (psychischen) Probleme. Da wir nun endlich nicht mehr auf einen Mitbewohner angewiesen waren, um die Wohnung bezahlen zu können, war der äußere Zwang, ordentlich zu sein für uns geringer. Und mein Vater holte seine beste Männermanier raus: Unordnung deluxe. Wie man sich das bei Junggesellen halt so vorstellt. Und ich hing mit drin. Am Anfang begehrte ich noch auf. Mir war das zu unordentlich! Ich bat um klare Aufgabenverteilung, strukturierte Putzpläne und stieß auf taube Ohren. Und da ich noch kein System hatte, wie das funktioniert mit dem Haushalt und dem Putzen, passte ich mich an. In meinem Empfinden, was sauber genug ist oder halbwegs ordentlich.

Ich habe jetzt also die Werkseinstellung des „typischen Mannes“. Doch darauf ruhe ich mich jetzt nicht aus. Denn ich habe ein Kind. Und meiner Tochter möchte ich es ersparen, die gleiche Prägung zu bekommen wie ich. Ich sehe ihren inneren Wunsch nach Regelmäßigkeit und Ordnung. Kaum hatte ich ihr einen festen Platz für ihre Mützen und Schals eingerichtet, fing sie an selbstständig dafür zu sorgen, dass die Mütze vom Kopf später in der richtigen Schublade landet. Sie imitiert im spielerische alle Haushaltsaktivitäten. Sie wäscht, sie kocht, sie fegt, sie bügelt. Erstmal nur im Spiel. Aber sie beteiligt sich schon im Haushalt. Hilft mir die Geschirrspülmaschine auszuräumen, steckt die Wäsche in die Waschmaschine. Sie deckt teilweise schon mal den Tisch. Dabei ist sie noch nicht mal drei.

Und was ist denn jetzt mit meinen Putzqualitäten?! Immer noch mittelmäßig. Ich bemühe mich sehr, meine Angewohnheiten zu verändern. Für meine Tochter. Das mit der Wäsche läuft so langsam. Die Schränke sind tatsächlich mal voll und in den meisten Fällen gibt es keine Kleiderengpässe. Saugen und Wischen ist noch nicht so meins. Ich habe noch nicht herausgefunden, wie oft ich das machen muss. Auch mein Bad ist zuweilen noch etwas vernachlässigt. Meist habe ich es nicht auf dem Schirm, wie oft man da ran muss und putze erst, wenn ich die ersten Kalkflecken sehe…

Auch wenn ich das jetzt hier so lapidar hinstelle, es ist nicht leicht. In Kürze werde ich 28 und ich habe nach wie vor keine Vorstellung davon, wie Haushalt „richtig“ geht. Es gibt kaum Handgriffe, die so nebenbei passieren. Geschirr automatisch in die Küche bringen? Fehlanzeige. Wäsche vom Vortag direkt in den Wäschekorb? Eher selten. Jeden einzelnen Handgriff muss ich bewusst ausführen. Mich bewusst daran erinnern. Da ich alleinerziehend bin, bleibt alles an mir hängen, ohne Anleitung von außen „wie das so geht“. Es ist wirklich anstrengend, und wenn ich nur Single wäre ohne Kind, dann würde ich mir die Mühe nicht machen.

Aber ich habe ein kleine Tochter. Ich sehe ihre Bedürftigkeit. Sie soll es später leichter haben in den Haushaltsdingen. Und deswegen versuche ich alte Gewohnheiten zu überschreiben. Taste mich heran, was die besten Methoden, Abläufe etc. sind, damit der Haushalt nicht aus dem Ruder läuft. Und mein Ordnungsempfinden meldet sich wieder. Eigentlich hat es nur geschlafen.

Für meine Tochter empfinde ich Liebe, ich respektiere ihre Wünsche und Bedürfnisse. Und aus dem Grund stelle ich mich der Aufgabe, ganz alleine zu lernen, wie das denn nun geht mit dem Putzen. Aus Liebe und Respekt.

Warum also soll das nicht auch einem Mann möglich sein? Wenn er merkt, dass sich seine Partnerin wirklich Entlastung wünscht, manche Aufgaben gerne komplett abgeben möchte, die grundsätzliche VERANTWORTUNG dafür, warum nimmt er ihren Wunsch dann nicht an? Auch in einer Beziehung herrscht in der Regel Liebe und Respekt. Kann er dann nicht aus eben diesen Gründen seine Gewohnheiten und Hemmschwellen ein wenig nachjustieren? Er muss das doch nicht alles plötzlich allein machen, er könnte sich ja sogar anfängliche Anleitung erbitten (das ist mehr als ich habe!). Das wäre ja auch nur gerecht, schließlich ist Mann sich nicht zu fein, mal eben eine Änderung des Sprachgebrauchs bei der Freundin zu verlangen.

Um mich jetzt mal komplett von diesem Blogbeitrag zu lösen: ich will hier jetzt nicht die absolut akkurate hälftige Haushaltsteilung fordern. Wie genau sich das ausgestaltet, soll jedem Paar selbst überlassen sein. Ob jetzt jeder für alles zuständig ist, oder der Mann den Müll rausbringt und seine Hemden bügelt, oder vielleicht der Mann komplett den Haushalt schmeißt, weil „Hausmann in Elternzeit“ – das ist doch alles Verhandlungssache. Wichtig ist nur, den Partner ernst zu nehmen, in dem, was er sich wünscht und in dem, was er leisten kann. Wie so in vielen Beziehungsdingen wird man hier um Kompromisse nicht herumkommen. Und Kompromisse finden immer auf beiden Seiten statt!!

Und jetzt folgt noch der zweite Teil. Uff. Warum auf Augenhöhe so wichtig ist in Beziehungen und manchmal so schwer zu erreichen.

Inzwischen bin ich eine alleinerziehende Mutter. Und Single. Offenkundig hat die Beziehung zu dem Vater meiner Tochter nicht hingehauen. Was viel damit zu tun hatte, dass wir keine vernünftige Basis herstellen konnten für unsere Beziehung. Und gleich vorneweg: ich habe einen großen Respekt vor meinem Ex und ich empfinde zum Teil noch mehr für ihn als ich sollte.

Mein Ex ist Nigerianer. Seine ganzes Familienverständnis basiert auf einem patriarchalischem Weltbild. Der Mann hat die Hosen an, ist der Entscheidungsträger. Die Frau deckt ihm den Rücken, nimmt seine Vorgaben an. In der Regel ist sie es, die ausschließlich für Haushalt und Kinder zuständig ist. Teilweise geht auch sie wie der Mann arbeiten, damit sie über die Runden kommen. Das hat er in seiner Kindheit vermittelt bekommen. Fakt. Das muss ich nicht toll finden, ändern kann ich daran nichts.

Allerdings hat seine Mutter ihm gezeigt, wie man kocht und wie man putzt. Vielleicht als Hilfe, damit sie solange er noch Kind ist, etwas Unterstützung hat. Ihm hat sie es mitgegeben für die Zeit, in der er noch keine Frau hat, die ihm das abnimmt.

Darüber hinaus ist er der Erstgeborene. Der Stolz der Familie, aber auch der, auf den sich alle verlassen. ER soll alles richten. Seine Familie war für nigerianische Verhältnisse mal recht gut aufgestellt finanziell. Bis dann der finanzielle und gesellschaftliche Abstieg begann für sie. Von der Innenstadt in die Außenbezirke gezogen. Schulbesuch war zwar für alle Kinder drin (sie sind zu fünft), aber darüber hinaus nicht mehr sehr viel mehr. Also wurde er als Ältester nach Deutschland geschickt, er sollte hier studieren und dann mit dem Ausländischen Abschluss einen respektablen Job bekommen in Nigeria. Mit dem gut verdienten Geld natürlich die Familie unterstützen.

Er kam zwar nach Deutschland, aber es gestaltete sich nichts so einfach wie erhofft. Und dann traf er mich. Mit meinen ganzen Macken und Befindlichkeiten, noch nicht mal in der Lage vernünftig den Haushalt zu schmeißen. Aber die Anziehung war da. Und irgendwann auch das kleine Kind in meinem Bauch.

Wir versuchten das Beste aus der Situation zu machen. Aufgrund der mangelnden Sprachkenntnisse seinerseits fiel mir der ganzen Behördenkram zu. Gerade auch was das finanzielle anging. 2 Monate nach Geburt unserer Tochter war es uns überhaupt erst erlaubt zusammenzuziehen. Und ab da an ging eigentlich alles abwärts.

Ich brauchte Hilfe. Neben dem ganzen Behördenkram für mich, musste ich mich gleichzeitig auch um seine Sachen kümmern. In meiner Mutterrolle war ich noch gar nicht richtig angekommen, körperlich noch nicht wieder auf dem Posten. Hinzu lebte ich nicht mehr allein, sondern plötzlich mit noch zwei anderen zusammen (Kind und Freund). Mit einem Mal war das mit dem Haushalt omnipräsent. Ich verstand nicht, warum er das nicht einfach übernehmen konnte. Er konnte es sogar besser als ich! War viel ordentlicher und seine Hemmschwelle soviel niedriger als meine. Zudem versorgte ich doch auch unser Kind. Rund um die Uhr. Alle zwei Stunden stillen. Das schlaucht. Und dass das Geld reinkam, war doch auch nur mir zu verdanken. Warum dann nicht die Rollen tauschen? Ich Kohle, er Haushalt.

Wirklich ausgetauscht haben wir uns nicht darüber. Maximal gestritten und uns das entgegengeschrien. Aus seiner Sicht konnte er gar nicht nachvollziehen, warum mir der Haushalt so schwerfiel. Und warum ich es mir nicht so einfach angewöhnte. Dass ich zu überlastet war, sah er nicht. Und dass meine persönliche, psychische Vorgeschichte auch mit hineinspielte, verstand er nicht. Auch dass meine Mutter mir nicht noch mehr zur Hand ging, leuchtete ihm nicht ein. In Nigeria war das selbstverständlich, dass die weibliche Verwandtschaft die erste Zeit – z.T. das erste Jahr – unterstützend einwirkte. Tat seine Mutter ja auch bei seiner Schwester (meine Tochter ist eine Stunde älter als ihr Sohn).

Und dass ich für unser Einkommen verantwortlich war, passte ihm eigentlich so gar nicht. Er war ein stolzer, afrikanischer Mann – ein kleiner Macho. Und aufgrund der Umstände konnte er seine Rolle als Ernährer nicht ausfüllen. Er war auf meine Hilfe angewiesen. Die Sprache war ihm nicht so vertraut, unser bürokratisches System noch weniger. Obendrauf hatte er seine Familie im Nacken, die permanent Geld von ihm haben wollte. Sie in den meisten Fällen wirklich dringend brauchte.

Tja, und da waren wir nun. Gefangen zwischen unseren verschiedenen Rollen-Leitbildern. Verlangten von dem anderen sich gefälligst zu ändern, anzupassen. Sahen das eigene Rollenbild als besser, als richtiger oder wertvoller an als das des Anderen. Jeder fühlte sich im Recht und schaute von der eigenen hohen Warte auf den anderen herab. Nie, aber wirklich nie begegneten wir uns wirklich auf Augenhöhe.

Ja, und das ist vorerst das Ende der Geschichte. Noch bevor unsere Tochter ein Jahr war, waren wir getrennt. Ein halbes Jahr später zog er aus. Die Situation beruhigte sich zwischen uns. Zwischenzeitlich besprachen wir die Möglichkeit, doch wieder ein Paar zu werden. Es war ein auf und ab. Was jedoch klar war: nicht mehr zusammen wohnen. Im Endeffekt haben wir es dabei belassen – wir sind getrennt, wir leben getrennt. Und so langsam fangen wir an uns auf Augenhöhe zu treffen. Er erzählt mir sehr viel mehr von sich als früher in der Beziehung. Ich bin sein sicherer Hafen, sein Anker und sein Richtungsgeber (gerade im bürokratischen Gewässer). Aber auch Vertraute und Freundin.

Damit will ich nicht sagen, dass es für uns Hoffnung gibt als Paar. Da ist der Zug glaube ich abgefahren. Aber als Eltern besteht definitiv noch Hoffnung. Und vielleicht, nur vielleicht, gibt es ja doch noch eine Chance für uns. Aber dann wahrscheinlich nur außerhalb jeglichen Rollenmodels. Und zuvor arbeitet jeder für sich an sich selbst. Beruflich, charakterlich.

More is yet to come,

M.

Please DO talk about it.

In der Nacht auf Montag wurden die Oscars 2015 verliehen. Seitdem wird viel darüber geschrieben, geredet, diskutiert und geteilt, was Patricia Arquette gesagt hat in ihrer Dankesrede. Und mir erschließt sich nicht, warum so ein Aufhebens darum gemacht wird. Die viel bewegendere Rede wurde von Graham Moore gehalten, der einen Oscar bekam für Best adapted Script für den Fim Imitation Game. Seht selbst.

Er gesteht dem Publikum und allen Zuschauern, dass er sich mit 16 umbringen wollte. Weil er anders war und sich nicht dazugehörig fühlte. Doch jetzt ist er Oscarpreisträger. Er spricht all den Teenagern Mut zu, die sich genauso wenig dazugehörig fühlen. Wie ich finde, ein absolut teilenswerter Moment, dem sehr viel mehr Aufmerksamkeit gebührt als ihm bisher zu Teil geworden ist.

Bitte teilt diesen Moment mit anderen. Nicht zwingend meinen Beitrag, mir geht es echt nicht um Klickzahlen oder sonstiges. Vielleicht ist ja nur meine Timeline falsch justiert, doch hätte ich die Oscarverleihung nicht gesehen, wäre dieses mutige Geständnis komplett an mir vorbeigegangen. Sucht euch einen Mitschnitt raus, teilt ihn auf facebook, auf Twitter, eurem eigenen Blog oder whatsapp oder was euch sonst noch so einfällt.

Danke

 

(Anmerkung: wegen der Lizenzbedingungen der Gema kann es passieren, dass Videos wieder runtergenommen werden müssen über youtube. Wenn das mit dem Video oben passiert, einfach Rüchmeldung geben, ich hoffe ich finde dann ein aktives bzw lizensiertes)

Mich gibt es jetzt auf Twitter!

Ich glaube die Überschrift sagt das Wichtigste aus: ich habe mir einen Twitter-Account zugelegt. Einfach so. Gar nicht so sehr, um mehr Follower zu ergattern, sondern um in Kontakt zu kommen mit den lieben anderen BlogerInnen. Zumal ich hier ja eher Monologe halte und über Twitter gerät man schnell in den Dialog. 😉

Also unter @mamamitmacken findet man mich dann dort. Vielleicht liest man sich nur, sondern schreibt sich auch.

Ausnahmezustand

Wer regelmäßig hier liest, weiß, dass ich normalerweise immer zum Wochenanfang einen Beitrag veröffentliche. Zumindest hatte ich mir das mal so vorgenommen. Im Notfall auch einmal erst Mittwoch oder Donnerstag. Diesmal ist es Sonntag – also fast schon wieder Montag… ^^ Der Grund meiner Verspätung ist krankheitsbedingter Ausnahmezustand. Und das seit über einer Woche.

Doch nun von Anfang an. Seit einiger Zeit hatte die kleine Maus Erkältungssymptome. Ab und an Husten und dazu eine Dauerschniefnase. Aber alles im Bereich des Erträglichen, Töchterchen hatte weder Fieber noch Temperatur und war dazu munter und fit – alles kein Problem. Zwischenzeitlich hatte ich sie mal nicht in die Krippe geschickt, weil sie ein wenig Temperatur hatte. Nach einem Tag fieberfrei konnte sie aber wieder gehen. Vorletzten Donnerstag fiel mir dann auf, dass in ihrer Gruppe außer ihr nur noch vier andere Kinder da waren. Rest war krank.

Und promt am nächsten Tag hatte sie dann auch Temperatur. Aber nur knapp über 38 Grad, aus meiner Sicht nicht so problematisch, da ihre Grundtemperatur bei rund 37,6 liegt. Sie war aber sehr anhänglich, abgeschlagen und ohne rechten Appetit. Da alles recht harmlos schien, ersparte ich mir einen Besuch beim Kinderarzt. Fiebermedikamente hatte ich zuhauf daheim, ebenso Nasentropfen und Hustensaft.

Samstagfrüh um 6 Uhr war dann Alarm bei mir. Weswegen ich wach wurde weiß ich ehrlich gesagt nicht, vielleicht fühlte ich das glühende Kind neben mir (übrigens ein Grund, warum wir noch das Familienbett praktizieren). Die kleine Maus maulte rum, verlangte im Halbschlaf nach nem Zäpfchen. Nachdem ich gemessen hatte, bekam sie es auch. Sie hatte 40,2. Meine Nacht war damit vorbei. Das restliche Wochenende gestaltete sich fiebertechnisch ähnlich. Mit Medikamenten bekam ich sie zwischenzeitlich auch mal knapp unter 39. Die meiste Zeit blieb sie drüber. Fieberhöchststand hatten wir dann Samstagabend mit 40,8.

Da ich dieses Hochfiebern schon von ihr kannte, achtete ich darauf, ob die Medis wirklich anschlagen. Ansonsten hätte ich auch den Notruf geholt. Aber sie war klar und kam auch immer schnell von ihren Fieberspitzen runter. Denn ich durfte schon erfahren, dass man gerade im Krankenhaus mit unter 41 Grad noch nicht mal als richtiger Notfall angesehen wird. Und der Kinderarzt mich und meine mit 40,9 fiebernde Tochter knapp 2 Stunden hat warten lassen. Trotz telefonischer Voranmeldung und der Zusage uns vorzuziehen.

Das ganze Wochenende saß ich mit meinem Kind auf dem Sofa (wahlweise auch Bett) und hielt sie, betüddelte sie, verarztete sie. 24 Stunden permanenter Körperkontakt. Sonntag dann die Erlösung, meine Mutter holte die Kleine ab. Ich packte unsere Sachen und quartierte uns bei meiner Mutter ein. Denn: am Montag hatte ich ein extrem wichtiges Vorstellungsgespräch. Eigentlich sollte die kleine Maus alleine bei der Oma übernachten. Aber mein hochfieberndes Kind wollte ich nicht komplett meiner Mutter überantworten.

Also Business-Outfit und Unterlagen eingepackt, dazu natürlich Kinderzeug und Übernachtungskram. Bettfertig machen sollte eigentlich die Oma, aber das Kind machte nen riesigen Aufstand. Aber ich musste mich doch noch vorbereiten! Mit viel TamTam schlief die Kleine endlich. Später legte ich mich dazu. Nachts natürlich wieder hoch dank des Fiebers. Und um 5 wackelte die Kleine zur Oma ins Bett.

Bin dann Montag doch noch gut losgekommen, obwohl mein Töchterchen extrem geklammert hat. Es brach mir fast das Mutterherz, doch bei dem Vorstellungsgespräch konnte ich mich dann doch davon frei machen.

Die restliche Woche verbrachte ich dann auch bei meiner Mutter. Das Fieber der Kleinen wurde langsam besser. Tagsüber nur noch knapp über 38, nachts nicht mehr über 40. Sie schlief viel, brauchte ansonsten fast ununterbrochen Körperkontakt. Gegessen hat sie sehr wenig. Laut Kinderarzt hat sie die Grippe bzw einen grippalen Infekt (es wurde kein spezifischer Test zur Feststellung gemacht, von daher unklar). Mittwoch und Donnerstag hatte ich dann noch zwei andere unverschiebbare Termine, an denen meine Mutter noch einmal nach der Kleinen geschaut hat.

Und seit Freitag ist das liebe Kind auch endlich komplett fieberfrei. Lebensgeister sind zurück und die Trotzanfälle sind auch wieder da. Nur der Appetit lässt zu wünschen übrig. Hat jetzt gut ein Kilo runter, was bei ihr aber nicht ganz so arg ist, da sie ja über Reserven verfügt.

Meine Mom und ich sind jetzt allerdings fertig… Auch wenn wir uns die „Kinderkrankenpflege“ geteilt haben, hatte keiner von uns je richtig Zeit zum Durchpusten. Wer kein Kind hatte, hat den Haushalt besorgt, eingekauft, gekocht. Dementsprechend wurde von meiner Seite aus auch nicht gebloggt. Dabei will so einiges geschrieben werden. Nicht nur zwei Beiträge zu Blogparaden, auch mehrere Themen in eigener Sache. Aber das muss jetzt halt warten.

Im Endeffekt bin ich froh, dass meine Mutter für mich da war. Alleinerziehend ist kein Zucker schlecken, erst recht nicht, wenn man mit wirklich krankem Kind zuhause hockt. Denn die Welt bleibt nicht stehen, man produziert Abfall, Wäsche, dreckiges Geschirr. Dafür kocht sich weder das Essen von allein noch füllt sich die Vorratskammer selbstständig.

Bleibt für mich nur zu hoffen, dass sich meine kleine Maus jetzt komplett erholt und ich dann wieder ein wenig mehr Zeit und Ruhe habe.

More is yet to come,

M.

Die Sache mit dem Gemüse

Ich glaube fast alle Eltern haben ihre ganz persönliche Kinder-Ess-Geschichten. Meist geht es darum, dass irgendetwas verweigert wird. Besonders gerne all das, was gesund ist. Manchmal übertreffen wir Eltern uns auch darin zu betonen, wie schwierig es ist UNSER Kind zum Essen zu bekommen. Manchmal muss man es ins Absurde oder Lächerliche ziehen, damit man vor Verzweiflung nicht heult.

Wobei, so schlimm ist meine kleine Maus dann doch nicht. Zumindest einen gesunden Appetit hat sie. Und im Vergleich zu so einigen Kindern, von denen ich gehört oder gelesen habe, ist mein Exemplar geradezu pflegeleicht. Prinzipiell mag sie recht viel. Natürlich die Kinderklassiker: Reis, Nudeln, Fischstäbchen. Ganz hoch im Kurs stehen alle Soßen auf Tomatenbasis. Und Parmesan. Wurst und Schinken. Zu meiner großen Freude mag sie auch Obst. Sogar deutlich mehr Obstarten als ich.

So manche Vorlieben sind dann doch ein wenig Alters untypisch. Grüne Oliven, Leber (!!), Thunfisch und auch Heringsfilet in Tomatensauce(Dose). Und dann noch eine Reihe an Sachen, die sie rein theoretisch mag. Pilze, Zucchini und Erbsen, um nur ein paar zu nennen.

So what? fragen sich bestimmt die meisten Eltern, klingt doch sehr gut, was willst du denn mehr? Das Problem mit dem rein theoretisch ist nämlich Folgendes: es wird eben nicht gegessen. Jedenfalls nicht, wenn Reis oder Nudeln dabei sind. Oder Fischstäbchen. Oder Fleisch.
Also verweigert meine liebe Kleine fast immer das Gemüse. Und es nervt, weil ich weiß, eigentlich mag sie es ja auch – nur halt nicht so gerne. Eine Zeit lang habe ich ihr gut zugeredet. Später gefüttert, damit Reis bzw Nudeln zusammen mit den Beilagen im Mund verschwinden. Als mir das mit dem Füttern zu viel wurde ( ich will ja auch selber mal essen, und das liebe Töchterchen ist ja auch bald drei. DREI.), fing ich an sie zu erpressen :

Du bekommst erst dann Reis nachgelegt, wenn du auch etwas von dem Gemüse gegessen hast.

Aber auch das war mir irgendwann zu blöd. Händeringend suchte ich nach einer Möglichkeit, das Kind endlich von dem Mehrwert von Gemüse zu überzeugen. Und die Lösung kam von selbst…

…als die kleine Maus mal wieder mit Verstopfung auf der Toilette saß. Seit Tagen bereitete es ihr Schmerzen ihr Geschäft zu verrichten. Und wie immer fragte sie mich, warum denn ihr Kacka so hart ist. Und ich antworte, weil sie nicht genug Gemüse essen würde. Was ja auch stimmt. Zu wenig Ballaststoffe führen zu Verstopfungen. Man kann natürlich auch zu mehr Vollkornprodukten oder Linsen greifen, aber das löst ja nicht das Problem mit dem Gemüse 😉

Ich werde natürlich von meinem Kinde kritisch beäugt. Leuchtet ihr nicht wirklich ein.

Am nächsten Tag das gleiche Gespräch wieder. Diesmal mit Vorwurf: Aber ich hab doch Gemüse gegessen heute! Erkläre, dass es einige Tage braucht, bis das Gemüse wirkt. Und was soll ich sagen, es wirkt. In jeder Hinsicht. Inzwischen betont die kleine Maus, dass sie Gemüse haben will und fragt nach, ob das genug sei.

Inzwischen weiß sie auch, dass das mit dem Gemüse nur dann klappt, wenn sie zusätzlich genug trinkt. Und es klappt seit über einem Monat. Problemlos. Einfach so.

More is yet to come,

M.

Confessions of a troubled mind

In der Blogosphäre gibt es ja zichtrillarden verschieden Eltern-, Mama- und Papablogs. Manche nutzen ihren Blog, um ihren Alltag zu teilen, anderen Mut zu machen oder einfach Teil einer medialen Community zu sein. Ein Teil davon, wahrscheinlich sogar ein Großteil, hat trotzdem eine bestimmte Richtung, in die alles strebt. Ob nun Vereinbarkeit generell oder als Alleinerziehende/r. Mit Zwillingen, vielen Kindern. Mit feministischen Hintergrund. Viele haben ein persönliches Steckenpferd, das zwar nicht konkret im Vordergrund steht, aber doch zwischen den Zeilen zumindest zu erahnen ist.

Als ich mich anfangs damit beschäftigt habe, auch einen Blog ins Leben zu rufen, fragte ich mich selber, in welche Richtung es gehen sollte. Reines Tagebuchbloggen schien mir nicht so meins zu sein. Schnell war mir klar: ich will mehr Toleranz. Unter Müttern, Vätern, Eltern. Unter Menschen. In Foren und auf Facebook bin ich so verbohrten und intoleranten Menschen begegnet, die für nichts und niemand Verständnis zeigen wollten oder konnten. Aber zum Diskutieren, zum Heranführen an andere Sichtweisen sind das definitiv die falschen Plattformen.

Es geht mir auch um mehr Toleranz für Mütter oder allgemein Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden wie ich: mit Macke. Damit meine ich nicht, dass ich an irgendeinem ulkigen Spleen leide, sondern dass ich gepflegt einen an der Waffel habe – dezent. 😉 Ich hatte es schon zu Anfang einmal angedeutet in meinem Beitrag wie ich zu meinem Blognamen kam.

Damals habe ich es noch relativ vage gehalten mit den Details und mit dem Ausmaß. Dies werde ich jetzt ändern.


Triggerwarnung: wer nichts über selbstverletzendes Verhalten oder Suizidgedanken lesen will, der wende sich jetzt bitte einem anderen Beitrag zu.

 


Meine Eltern haben sich getrennt, als ich noch recht klein war. Sie vereinbarten für mich und auch auf Anraten einer Elternberatung das Wechselwohnmodell. Eine Woche Mama, eine Woche Papa – immer schön im Wechsel. Die Wohnungen waren nicht weit voneinander entfernt, Kita-, Hort- und Schulwahl dadurch völlig unproblematisch. Logistisch lief es recht gut.

Trotzdem glaube ich, dass ich damals schon nen leichten Hau weghatte. Nicht wegen der Trennung meiner Eltern. Ich glaube nach wie vor, dass das die beste Entscheidung für alle gewesen ist. Aber irgendwann vergleicht man sich mit anderen. Bekommt unterschwellige Ablehnung aufgrund des Modells mit. Oder offen von der Klassenlehrerin wie bei mir in der 4. Klasse.

Ich arrangierte mich nach außen hin sehr gut. Innerlich? Weiß ich derzeit gar nicht so genau. Aber ich war die meiste Zeit glücklich, ausgelassen. Mit vierzehn trafen mich dann mehrere Schläge gleichzeitig. Familiär und auch im Freundeskreis. Zu viel, um damit klar zu kommen als Pubertierende. Und zu dem Zeitpunkt gab es auch niemanden, der mir Halt bieten konnte. Rückblickend gesehen verfiel ich damals in meine erste Depression. Oftmals verkannt als „ach, die ist nur traurig oder halt ein wenig empfindlich im Moment“. Doch die Phase verging nicht. Ich weinte viel. Wenn ich nicht weinte, wünschte ich mir, ich könnte es. So viele Gefühle und trotzdem fühlte ich mich leer. Ich hatte Suizidgedanken, war aber nie richtig Suizidgefährdet.

Ich begann mich zu schneiden, den Druck aus mir fließen zu lassen. Und gottseidank wurde ich entdeckt dabei. Sehr schnell und relativ komplikationslos bekam ich einen Therapieplatz. Zwei Jahre ging ich jede Woche zur Gesprächstherapie. Es half mir, wieder auf die Beine zu kommen. In der Zeit traf ich einige einschneidende Entscheidungen. Zog zu meinem Vater, löste mich von meiner Mutter. Die folgendenen Jahre waren ein Auf und Ab.

Mit einem Schlag war ich erwachsen. Und dabei erst fünfzehn. Ich hatte Abgründe gesehen, die manche in ihrem Leben nicht erleben müssen. Zu Gleichaltrigen fand ich keinen Zugang. Dieses unbeschwerte Leben, das sich nur um Äußerlichkeiten drehte, zu diesem hatte ich keinen Zugang mehr. Sozial gesehen war ich in der Schule eine Außenseiterin. Trotzdem wurde ich in der Schule nicht schlechter. Ohne Probleme machte ich mein Abi. Fing danach an zu studieren – und scheiterte.

Fing an zu Jobben, zog zu Hause aus, verbesserte meine Beziehung zu meiner Mutter. Fing an zu feiern und fing auch an zu LEBEN. Nicht immer nur verantwortungsbewusst. Mich mal ausprobieren, mal die Kontrolle zurückstellen. Um dann auch dieser Phase den Rücken zu kehren. Und eine Ausbildung zu machen. Diesmal zu Ende und mit Auszeichnung.

Allerdings wurde ich hier wieder von meiner Vergangenheit eingeholt. Überfallartig bekam ich wieder Depressionen, verbunden mit Zwangsvorstellungen und einer Angststörung. Trotzdem schaffte ich die Ausbildung. Dank meines Berufschullehrers und der Sozialarbeiterin an der BBS. Und auch dank der Hilfe meiner Mutter.

Mit einem Fristvertrag in der Tasche wurde ich dann ungeplant schwanger. Vieles wurde noch komplizierter als schon zuvor, neue Grabenkämpfe taten sich auf. Manch einer mag es verwerflich finden, dass ich psychisch labil wie ich bin, mich entschlossen habe dieses Kind zu bekommen. Doch alles andere hätte mich zerstört. Also stellte ich mich der Herausforderung, vielleicht ein wenig naiv.

Die Zeit nach der Entbindung war nicht schön. Neue Rolle, viel Verantwortung und noch mehr Ansprüche an mich. Dazu eine instabile Beziehung mit sehr entgegengesetzten Charakteren und auch Rollenmodellen. Manchmal war ich kurz davor mich einweisen zu lassen. So fertig war ich. Aber dann hätte ich meine wunderbare Tochter nicht bei mir haben können. Also halte ich bis heute durch.

Inzwischen bin ich alleinerziehend, aber in gutem Kontakt zu meinem Ex. So belastbar wie andere Mütter bin ich nicht. Gefühlt habe ich nur ein Teil der Energie zur Verfügung wie „normale“ Menschen. Wie man den Haushalt führt und das auch noch effizient (oder sogar nebenbei!!) weiß ich immer noch nicht. Ich bin empfindlich und empfindsam und schnell überfordert. Depressive Phasen kommen und gehen und meine eigenen Grenzen machen sich immer wieder bemerkbar. Noch weiß ich nicht, wie ich meinen Alltag bestreiten soll, wenn ich wieder anfangen sollte zu arbeiten.

Das alles soll aber keine Entschuldigung sein, mich zurück zu lehnen und in der sozialen Hängematte zu „schmarotzen“. Ich möchte eine bessere Mom sein für meine Tochter. Selbstbewusst, fröhlich. In einer aufgeräumt-ordentlichen Wohnung. Eine Working-Mom. Die ihre Vergangenheit verarbeitet hat. Aber auch zu ihren Schwächen steht.

Machen wir uns nichts vor. Wenn man zu Depressionen neigt, diese mehr als nur einmal hat, dann werden diese immer mal wieder zum Leben gehören. Es gibt kein „geheilt“. Ein Alkoholiger bleibt auch dann ein Alkoholiker, wenn er trocken ist. Nur hat er gelernt, seine Sucht zu kontrollieren. Und ich werde lernen, besser auf meine eigenen Grenzen zu achten. Maßnahmen lernen, wie ich es abmildern kann bzw vorbeugen, wenn sich wieder eine depressive Episode anbahnt.

Darum stehe ich auch dazu, wenn ich sage, dass ich jetzt endlich wieder in Therapie bin. Nicht mit Namen und Bild, aber als mamamitmacken stehe ich dazu. Als eine Stimme unter vielen in diesem luftleeren Raum, der sich Internet nennt. Und vielleicht trägt mein kleines Stimmchen dazu bei, dass gerade wir Mütter uns ein wenig mehr Toleranz gönnen. Und irgendwo vielleicht eine Mama denkt: „Dann bin ich nicht die Einzige, der es so geht.“

More is yet to come,

M.

Shades of Pink #5: Madame Naseweis

Wie im letzten Beitrag bereits beschrieben, hat meine kleine Maus inzwischen eine sehr gute Vorstellung davon, was Höflich-sein bedeutet. Und wehe sie erwischt mich oder andere dabei, sich anders zu äußern, dann kramt sie ihre beste Besserwisser-Manier raus und verbessert. Also so richtig oberlehrerhaft, mit vorwurfsvoller Stimme, tadelndem Blick und manchmal sogar mahnendem Zeigefinger. Wo hat sie das her? Denn so mahne ich das bestimmt nicht. Ich habe da ja den Kindergarten im Verdacht.

Auf jeden Fall ist es immer sehr erheiternd, wenn sie mich z.B. unvermittelt anpflaumt: „Mama, das heißt WIE BITTE!“ Manchmal tut es mir ein wenig Leid, dass ich oftmals lachen muss und sie in ihren Augen gar nicht so sehr ernst nehme. Es ist halt einfach niedlich.

Neuerdings spricht sie auch nicht mehr von Frauen, sondern von Damen. Daran ist definitiv die Oma Schuld. 😉

Besonders nett ist es, wenn sie mit der Tochter von einer Freundin spielt. Beim Durchsetzen ihrer Interessen verlässt sie sich ganz auf ihre Gepflogenheiten, vergisst nur leider, dass sie mit einer sehr resoluten 3-Jährigen spricht. Von der freundlichen Aufforderung zum Spiel zum pädagogisch wertvollen Diskutieren, doch bitte das Spielzeug zurück zu geben. Effektiver Nutzen gleich Null.

Allerdings nicht immer. Denn sie ist sehr hartnäckig. Neuerdings. Wo sie vor kurzem noch heulend zu mir gelaufen ist, damit ich ihre Wünsche durchsetze, bleibt sie jetzt länger am Ball. Und nach 15 Minuten wird auf einmal das gespielt, was die kleine Maus vorgeschlagen hatte. Zufall?

Was aber inzwischen über das Naseweise hinaus geht, ist die Korinthenkackerei. Sie hat sich von mir (Asche auf mein Haupt) abgeschaut, dass es bestimmte Regeln gibt, die mir wichtig sind. Und natürlich von meinen Mitmenschen nicht unbedingt eingehalten werden. Also Vorschriften. Zum Beispiel, wo man parken sollte/darf. Oder als Auto-/Fahrradfahrer die Richtungsänderung anzeigt. Da werd ich schnell zum Tier.

Und genau das hat sich mein Töchterchen abgeschaut. Sie fragt richtiggehend nach, ob das Auto da vorne richtig geparkt hat. Oder mal wieder den Straßenübergang blockiert. Von blockierter Sicht möchte ich gar nicht erst anfangen…

Ich glaube, dass die meisten Kinder an ihrem Umfeld üben, wie das Regelwerk des sozialen Miteinanders funktioniert. Und so lange noch nicht verinnerlicht ist, dass andere vielleicht andere Regeln haben, wird munter verbessert. Ein normaler Lernprozess. Nichtsdestotrotz ein unglaublich herzerwärmender. Manchmal auch ein leicht beschämender (wenn man wegen der Flucherei vom eigenen Kind gescholten wird).

Und ich gelobe Besserung. Nicht in meiner Korinthenkackerei, die gehört zu mir. Aber dabei meine Tochter zu vermitteln, dass ich sie ernst nehme. Ich dementsprechend jedes Kichern oder Lachen unterdrücke und ihr zu verstehen gebe: Ja, ich habe dich gehört und du hast Recht. Danke, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast.

More is yet to come,

M.