Shades of Pink #5: Madame Naseweis

Wie im letzten Beitrag bereits beschrieben, hat meine kleine Maus inzwischen eine sehr gute Vorstellung davon, was Höflich-sein bedeutet. Und wehe sie erwischt mich oder andere dabei, sich anders zu äußern, dann kramt sie ihre beste Besserwisser-Manier raus und verbessert. Also so richtig oberlehrerhaft, mit vorwurfsvoller Stimme, tadelndem Blick und manchmal sogar mahnendem Zeigefinger. Wo hat sie das her? Denn so mahne ich das bestimmt nicht. Ich habe da ja den Kindergarten im Verdacht.

Auf jeden Fall ist es immer sehr erheiternd, wenn sie mich z.B. unvermittelt anpflaumt: „Mama, das heißt WIE BITTE!“ Manchmal tut es mir ein wenig Leid, dass ich oftmals lachen muss und sie in ihren Augen gar nicht so sehr ernst nehme. Es ist halt einfach niedlich.

Neuerdings spricht sie auch nicht mehr von Frauen, sondern von Damen. Daran ist definitiv die Oma Schuld. 😉

Besonders nett ist es, wenn sie mit der Tochter von einer Freundin spielt. Beim Durchsetzen ihrer Interessen verlässt sie sich ganz auf ihre Gepflogenheiten, vergisst nur leider, dass sie mit einer sehr resoluten 3-Jährigen spricht. Von der freundlichen Aufforderung zum Spiel zum pädagogisch wertvollen Diskutieren, doch bitte das Spielzeug zurück zu geben. Effektiver Nutzen gleich Null.

Allerdings nicht immer. Denn sie ist sehr hartnäckig. Neuerdings. Wo sie vor kurzem noch heulend zu mir gelaufen ist, damit ich ihre Wünsche durchsetze, bleibt sie jetzt länger am Ball. Und nach 15 Minuten wird auf einmal das gespielt, was die kleine Maus vorgeschlagen hatte. Zufall?

Was aber inzwischen über das Naseweise hinaus geht, ist die Korinthenkackerei. Sie hat sich von mir (Asche auf mein Haupt) abgeschaut, dass es bestimmte Regeln gibt, die mir wichtig sind. Und natürlich von meinen Mitmenschen nicht unbedingt eingehalten werden. Also Vorschriften. Zum Beispiel, wo man parken sollte/darf. Oder als Auto-/Fahrradfahrer die Richtungsänderung anzeigt. Da werd ich schnell zum Tier.

Und genau das hat sich mein Töchterchen abgeschaut. Sie fragt richtiggehend nach, ob das Auto da vorne richtig geparkt hat. Oder mal wieder den Straßenübergang blockiert. Von blockierter Sicht möchte ich gar nicht erst anfangen…

Ich glaube, dass die meisten Kinder an ihrem Umfeld üben, wie das Regelwerk des sozialen Miteinanders funktioniert. Und so lange noch nicht verinnerlicht ist, dass andere vielleicht andere Regeln haben, wird munter verbessert. Ein normaler Lernprozess. Nichtsdestotrotz ein unglaublich herzerwärmender. Manchmal auch ein leicht beschämender (wenn man wegen der Flucherei vom eigenen Kind gescholten wird).

Und ich gelobe Besserung. Nicht in meiner Korinthenkackerei, die gehört zu mir. Aber dabei meine Tochter zu vermitteln, dass ich sie ernst nehme. Ich dementsprechend jedes Kichern oder Lachen unterdrücke und ihr zu verstehen gebe: Ja, ich habe dich gehört und du hast Recht. Danke, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast.

More is yet to come,

M.

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