Die Sache mit dem Gemüse

Ich glaube fast alle Eltern haben ihre ganz persönliche Kinder-Ess-Geschichten. Meist geht es darum, dass irgendetwas verweigert wird. Besonders gerne all das, was gesund ist. Manchmal übertreffen wir Eltern uns auch darin zu betonen, wie schwierig es ist UNSER Kind zum Essen zu bekommen. Manchmal muss man es ins Absurde oder Lächerliche ziehen, damit man vor Verzweiflung nicht heult.

Wobei, so schlimm ist meine kleine Maus dann doch nicht. Zumindest einen gesunden Appetit hat sie. Und im Vergleich zu so einigen Kindern, von denen ich gehört oder gelesen habe, ist mein Exemplar geradezu pflegeleicht. Prinzipiell mag sie recht viel. Natürlich die Kinderklassiker: Reis, Nudeln, Fischstäbchen. Ganz hoch im Kurs stehen alle Soßen auf Tomatenbasis. Und Parmesan. Wurst und Schinken. Zu meiner großen Freude mag sie auch Obst. Sogar deutlich mehr Obstarten als ich.

So manche Vorlieben sind dann doch ein wenig Alters untypisch. Grüne Oliven, Leber (!!), Thunfisch und auch Heringsfilet in Tomatensauce(Dose). Und dann noch eine Reihe an Sachen, die sie rein theoretisch mag. Pilze, Zucchini und Erbsen, um nur ein paar zu nennen.

So what? fragen sich bestimmt die meisten Eltern, klingt doch sehr gut, was willst du denn mehr? Das Problem mit dem rein theoretisch ist nämlich Folgendes: es wird eben nicht gegessen. Jedenfalls nicht, wenn Reis oder Nudeln dabei sind. Oder Fischstäbchen. Oder Fleisch.
Also verweigert meine liebe Kleine fast immer das Gemüse. Und es nervt, weil ich weiß, eigentlich mag sie es ja auch – nur halt nicht so gerne. Eine Zeit lang habe ich ihr gut zugeredet. Später gefüttert, damit Reis bzw Nudeln zusammen mit den Beilagen im Mund verschwinden. Als mir das mit dem Füttern zu viel wurde ( ich will ja auch selber mal essen, und das liebe Töchterchen ist ja auch bald drei. DREI.), fing ich an sie zu erpressen :

Du bekommst erst dann Reis nachgelegt, wenn du auch etwas von dem Gemüse gegessen hast.

Aber auch das war mir irgendwann zu blöd. Händeringend suchte ich nach einer Möglichkeit, das Kind endlich von dem Mehrwert von Gemüse zu überzeugen. Und die Lösung kam von selbst…

…als die kleine Maus mal wieder mit Verstopfung auf der Toilette saß. Seit Tagen bereitete es ihr Schmerzen ihr Geschäft zu verrichten. Und wie immer fragte sie mich, warum denn ihr Kacka so hart ist. Und ich antworte, weil sie nicht genug Gemüse essen würde. Was ja auch stimmt. Zu wenig Ballaststoffe führen zu Verstopfungen. Man kann natürlich auch zu mehr Vollkornprodukten oder Linsen greifen, aber das löst ja nicht das Problem mit dem Gemüse 😉

Ich werde natürlich von meinem Kinde kritisch beäugt. Leuchtet ihr nicht wirklich ein.

Am nächsten Tag das gleiche Gespräch wieder. Diesmal mit Vorwurf: Aber ich hab doch Gemüse gegessen heute! Erkläre, dass es einige Tage braucht, bis das Gemüse wirkt. Und was soll ich sagen, es wirkt. In jeder Hinsicht. Inzwischen betont die kleine Maus, dass sie Gemüse haben will und fragt nach, ob das genug sei.

Inzwischen weiß sie auch, dass das mit dem Gemüse nur dann klappt, wenn sie zusätzlich genug trinkt. Und es klappt seit über einem Monat. Problemlos. Einfach so.

More is yet to come,

M.

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