Ausnahmezustand

Wer regelmäßig hier liest, weiß, dass ich normalerweise immer zum Wochenanfang einen Beitrag veröffentliche. Zumindest hatte ich mir das mal so vorgenommen. Im Notfall auch einmal erst Mittwoch oder Donnerstag. Diesmal ist es Sonntag – also fast schon wieder Montag… ^^ Der Grund meiner Verspätung ist krankheitsbedingter Ausnahmezustand. Und das seit über einer Woche.

Doch nun von Anfang an. Seit einiger Zeit hatte die kleine Maus Erkältungssymptome. Ab und an Husten und dazu eine Dauerschniefnase. Aber alles im Bereich des Erträglichen, Töchterchen hatte weder Fieber noch Temperatur und war dazu munter und fit – alles kein Problem. Zwischenzeitlich hatte ich sie mal nicht in die Krippe geschickt, weil sie ein wenig Temperatur hatte. Nach einem Tag fieberfrei konnte sie aber wieder gehen. Vorletzten Donnerstag fiel mir dann auf, dass in ihrer Gruppe außer ihr nur noch vier andere Kinder da waren. Rest war krank.

Und promt am nächsten Tag hatte sie dann auch Temperatur. Aber nur knapp über 38 Grad, aus meiner Sicht nicht so problematisch, da ihre Grundtemperatur bei rund 37,6 liegt. Sie war aber sehr anhänglich, abgeschlagen und ohne rechten Appetit. Da alles recht harmlos schien, ersparte ich mir einen Besuch beim Kinderarzt. Fiebermedikamente hatte ich zuhauf daheim, ebenso Nasentropfen und Hustensaft.

Samstagfrüh um 6 Uhr war dann Alarm bei mir. Weswegen ich wach wurde weiß ich ehrlich gesagt nicht, vielleicht fühlte ich das glühende Kind neben mir (übrigens ein Grund, warum wir noch das Familienbett praktizieren). Die kleine Maus maulte rum, verlangte im Halbschlaf nach nem Zäpfchen. Nachdem ich gemessen hatte, bekam sie es auch. Sie hatte 40,2. Meine Nacht war damit vorbei. Das restliche Wochenende gestaltete sich fiebertechnisch ähnlich. Mit Medikamenten bekam ich sie zwischenzeitlich auch mal knapp unter 39. Die meiste Zeit blieb sie drüber. Fieberhöchststand hatten wir dann Samstagabend mit 40,8.

Da ich dieses Hochfiebern schon von ihr kannte, achtete ich darauf, ob die Medis wirklich anschlagen. Ansonsten hätte ich auch den Notruf geholt. Aber sie war klar und kam auch immer schnell von ihren Fieberspitzen runter. Denn ich durfte schon erfahren, dass man gerade im Krankenhaus mit unter 41 Grad noch nicht mal als richtiger Notfall angesehen wird. Und der Kinderarzt mich und meine mit 40,9 fiebernde Tochter knapp 2 Stunden hat warten lassen. Trotz telefonischer Voranmeldung und der Zusage uns vorzuziehen.

Das ganze Wochenende saß ich mit meinem Kind auf dem Sofa (wahlweise auch Bett) und hielt sie, betüddelte sie, verarztete sie. 24 Stunden permanenter Körperkontakt. Sonntag dann die Erlösung, meine Mutter holte die Kleine ab. Ich packte unsere Sachen und quartierte uns bei meiner Mutter ein. Denn: am Montag hatte ich ein extrem wichtiges Vorstellungsgespräch. Eigentlich sollte die kleine Maus alleine bei der Oma übernachten. Aber mein hochfieberndes Kind wollte ich nicht komplett meiner Mutter überantworten.

Also Business-Outfit und Unterlagen eingepackt, dazu natürlich Kinderzeug und Übernachtungskram. Bettfertig machen sollte eigentlich die Oma, aber das Kind machte nen riesigen Aufstand. Aber ich musste mich doch noch vorbereiten! Mit viel TamTam schlief die Kleine endlich. Später legte ich mich dazu. Nachts natürlich wieder hoch dank des Fiebers. Und um 5 wackelte die Kleine zur Oma ins Bett.

Bin dann Montag doch noch gut losgekommen, obwohl mein Töchterchen extrem geklammert hat. Es brach mir fast das Mutterherz, doch bei dem Vorstellungsgespräch konnte ich mich dann doch davon frei machen.

Die restliche Woche verbrachte ich dann auch bei meiner Mutter. Das Fieber der Kleinen wurde langsam besser. Tagsüber nur noch knapp über 38, nachts nicht mehr über 40. Sie schlief viel, brauchte ansonsten fast ununterbrochen Körperkontakt. Gegessen hat sie sehr wenig. Laut Kinderarzt hat sie die Grippe bzw einen grippalen Infekt (es wurde kein spezifischer Test zur Feststellung gemacht, von daher unklar). Mittwoch und Donnerstag hatte ich dann noch zwei andere unverschiebbare Termine, an denen meine Mutter noch einmal nach der Kleinen geschaut hat.

Und seit Freitag ist das liebe Kind auch endlich komplett fieberfrei. Lebensgeister sind zurück und die Trotzanfälle sind auch wieder da. Nur der Appetit lässt zu wünschen übrig. Hat jetzt gut ein Kilo runter, was bei ihr aber nicht ganz so arg ist, da sie ja über Reserven verfügt.

Meine Mom und ich sind jetzt allerdings fertig… Auch wenn wir uns die „Kinderkrankenpflege“ geteilt haben, hatte keiner von uns je richtig Zeit zum Durchpusten. Wer kein Kind hatte, hat den Haushalt besorgt, eingekauft, gekocht. Dementsprechend wurde von meiner Seite aus auch nicht gebloggt. Dabei will so einiges geschrieben werden. Nicht nur zwei Beiträge zu Blogparaden, auch mehrere Themen in eigener Sache. Aber das muss jetzt halt warten.

Im Endeffekt bin ich froh, dass meine Mutter für mich da war. Alleinerziehend ist kein Zucker schlecken, erst recht nicht, wenn man mit wirklich krankem Kind zuhause hockt. Denn die Welt bleibt nicht stehen, man produziert Abfall, Wäsche, dreckiges Geschirr. Dafür kocht sich weder das Essen von allein noch füllt sich die Vorratskammer selbstständig.

Bleibt für mich nur zu hoffen, dass sich meine kleine Maus jetzt komplett erholt und ich dann wieder ein wenig mehr Zeit und Ruhe habe.

More is yet to come,

M.

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2 Gedanken zu „Ausnahmezustand“

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