Blogparade: Schlafenstechnisch quergelegt

Ja, diese Woche hab ich es ein wenig mit den Blogparaden. Aber wie erst kürzlich beschrieben durfte ich dank Ausnahmezustand so einiges verlegen und umplanen. Nun gut, back to topic. Die liebe Teilzeitmutter hat zum Thema „Schlafen“ der Kinder zu einer Blogparade aufgerufen . Da das sehr lange bei uns ein Thema war und immer wieder ist, möchte ich auch gerne unsere etwas holprige Geschichte beisteuern.

Mein Kind, Die Schlafkatze

Anfangs war das mit meiner Tochter noch recht einfach. Schlafbedürfnis war die ersten Wochen sehr hoch. Tatsächlich rund 16-18 Stunden am Tag. Zumindest die erste Zeit war das Einschlafen entspannt – grundsätzlich und regelmäßig beim Stillen. Stillen – 2 Stunden Schlafen – Stillen – 2 Stunden wach …usw schön im Wechsel. Nachts ließ sie die Wachphasen gleich weg. Auch mit tags und nachts hatte Madame keine Schwierigkeiten, da hatte sie im Bauch schon nachts die ruhigen Phasen. (Ja, hasst mich ruhig)

Da wir das Kinderbett noch gar nicht wirklich aufgebaut hatten *ups*, schlief sie anfangs mit im Bett. War auch praktischer so. Denn ich konnte mich nicht so gut bewegen die erste Zeit. Halt wegen 5 Kilo Baby auf natürlichem Weg mit viiiieeel Geburtsverletzung und so. Aber als das Bettchen stand, schlief sie darin. Anfangs zumindestens. Und musste auch immer schlafend hineingelegt werden.

Der rücken war schuld

Irgendwann reichte die Brust nicht mehr als Einschlafhilfe. Da wurde dann gewiegt und gesummt bis Kind schlief. Auch nachts alle 2 Stunden. Und wenn der Nuckel verlustig ging. Hand durch die Gitterstäbe reichte nicht. Zusätzlich nahm mein Töchterchen dann zu. Mit 5 kg gestartet, erreichte sie recht schnell 8 kg – mit 4 Monaten! Das war dann der Moment, an dem mein Rücken den Geist aufgab. Fast den ganzen Tag trug ich sie am Körper. Den Kinderwagen fand sie schrecklich. Nachts permanent rein ins Bett, raus aus dem Bett. Und natürlich im 2 Stundentakt Stillen. Der erste von insgesamt vier Hexenschüssen ließ meine kleine Maus ins Bett einziehen. Und ihr Vater zog aus (aus unserem Bett).

Jedes Kind kann schlafen lernen

Bei der U3 oder U4 riet mir mein Kinderarzt zu „dem berühmten Schlaflernbuch“, damit das Kind endlich im eigenen Bett schlief. Wir sollten bis nach dem Umzug warten und dann unsere Kleine nicht nur ins neue Bett umquartieren, sondern auch gleich ins neue Zimmer. Haben auch brav gewartet und dann doch erst einmal gezögert. Meine Tochter schlief nach wie vor bei mir, ihr Papa definitiv nicht mehr, zum Teil auch schon außerhausig (das Sofa war ihm zu ungemütlich).

Zudem nutzte die liebe Kleine meine Brust häufig nur noch als Nuckelersatz und ich hatte angefangen, ihr das abzugewöhnen. Was zur Folge hatte, dass sie mich kniff. Als Ersatzhandlung. Mit acht Monaten. Ihr Schlaf wurde immer unruhiger, sie wachte alle halbe Stunde auf, kniff mir in Hals und Dekollete für eine halbe Stunde im Dämmerschlaf und wachte nach einer weiteren halben Stunde wieder auf. Ich ging am Stock. Und war übersät mit blauen Flecken am Oberkörper, teilweise auch an den Armen. So ging es nicht weiter. Ich litt, meine Tochter kam nicht zur Ruhe und die Beziehung zu ihrem Vater war zusehens am Zerbrechen (hallo, er schlief nachts nicht mal mehr in unserer gemeinsamen Wohnung). Durch den immensen Leidensdruck zog ich tatsächlich diese „Prozedur“ durch.

Ende gut, Alles Gut?

Nee, so gar nicht. Programm ging super. Nach kurzer Zeit schlief die kleine Maus verlässlich ein. Die Tiefschlafphasen wurden länger, sie wachte nicht mehr so häufig auf. Nachts habe ich sie auch immer auf dem Arm wiedereinschlafen lassen und sie dann zurück gelegt. Es lief alles recht gut bis… ja, bis sie dann zum ersten Mal richtig krank war. Da holte ich sie mir wieder ins Bett. Beziehung war mittlerweile hinüber, da beschwerte sich wenigstens kein Kerl mehr. Und ich konnte mich in Sicherheit wiegen, alles mitzubekommen, wenn Kind hustet, fiebert und nicht gut durch die Nase atmen kann. Lange Zeit war es ein Ping-Pong-Spiel zwischen „du darfst zu Mama ins Bett“ und dem eigenen.

Zurück ins Bett

Als die Stressfaktoren geringer waren, gestaltete ich das Schlafritual um. Wo ich zu „Schlaf allein im Bett ein“ – Zeiten erst gestillt, dann geschuckelt und gesungen haben und mich mit festen Worten aus dem Zimmer verabschiedet habe, blieb ich bei späteren „du schläfst in deinem Bett“-Zeiten noch neben dem Bettchen sitzen, sang für sie, hielt ihre Hand und wartete darauf, dass sie einschlief.

Und Heute?

Heute bin ich da relativ entspannt. Da meine Kleine mit 18 Monaten bereits in die Krippe kam und dann fast den ersten Winter nur krank war – so richtig mit Fieber und allem – durfte sie tatsächlich die ganze Jahreszeit durch in meinem Bett mitschlafen. Es gab keinen Mann, der ihr den Platz streitig machen konnte. Letzten Sommer schob ich sie dann sozusagen wieder ab. Aber dank diverser Magen-Darm-Grippen und der Mund-Hand-Fuß-Krankheit war das nicht immer konsequent durchsetzbar. Letzten Herbst habe ich mich einfach davon verabschiedet, dass sie mit 2 1/2 Jahren in ihrem Bettchen schlafen muss.

Sie war schon immer ein sehr nähebedürftiges Kind, klebt auch heute gerne an mir, wenn sie sich ausruht oder müde ist. Sie hat nicht nur die Trennung von mir und ihrem Vater verarbeiten müssen (und auch die angespannte Situation davor mitbekommen), sondern auch die Trennung von Oma und Opa letztes Jahr (meine Mama und quasi-Stiefvater). Wer schreibt mir denn denn vor, wo und wie sie zu schlafen hat? Ich kenne sie doch am Besten.

Auch für mich ist das derzeitige Arrangement ein Zugewinn. Sie schläft viel besser durch in meinem Bett als in ihrem. Und die Umgewöhnung kostet immer viel Kraft und Zeit – auf beiden Seiten. Der nächste Virus kommt dann wieder schnell um die Ecke und setzt alles wieder auf Null zurück. Die Begleitung in den Schlaf hätte ich auf beiden Seiten. Denn Schreien lassen ist inzwischen keine Option mehr für mich. So sieht das inzwischen bei uns aus:

– 18 Uhr Abendbrot
– z.T. Kinderzimmer aufräumen
– Schlafanzug an
– 18.50 Uhr zum Sandmännchen bereit machen
– danach Zähneputzen
– 1 Gute-Nacht-Geschichte im Bett
– wickeln und Licht aus
– im Dunkeln kuscheln und noch vom Tag erzählen
– warten bis sie in meinem Arm einschläft

Im Moment passt das für uns ganz gut. Bei all dem Durcheinander und Hin und Her bei uns und auch den vielen Krankzeiten der kleinen Maus gibt es inzwischen zumindest eine verlässliche Sache: wir schlafen im Familienbett, sie darf in meinem Arm schlummern. Wenn sie nachts wach wird, bin ich vielleicht noch im Wohnzimmer, aber ich begleite sie immer wieder zurück in den Schlaf. Und inzwischen *tada* schläft sie häufiger wieder von alleine wieder ein. Also in den 30 Sekunden, die ich brauche, um vom Sofa hochzukommen, den Fernseher und die Lichter auszumachen, hin zu meinem Schlafzimmer.

Gerade auch in Krankheitszeiten ist das Familienbett ein echter Zugewinn. Mal eben im Halbschlaf rüberfassen, um zu checken, wie hoch die kleine Maus fiebert. Oder auch nur schnell überprüfen, wie dicht die Nase ist oder auch, ob sie genug Luft bekommt. Gerade auch bei Magen-Darm hat sich das System bewährt. Denn meine Tochter wacht nicht unbedingt auf, wenn sie sich übergibt. Da kann ich dann schnell eingreifen und sie zumindest von der Rückenlage in die Bauchlage drehen, damit sie das Zeug nicht direkt wieder einatmet. Schliefe sie in ihrem Zimmer, könnte ich nicht immer schnell genug reagieren bzw bekäme einiges nicht mit. Da ich nachts auch nicht aufstehen muss, um nach dem Rechten zu sehen, sondern nur im Halbschlaf nachfühle oder kurz nachschaue, komme ich effektiv zu mehr Schlaf. Und man braucht seine Kräfte, wenn das eigene Kind so richtig krank ist.

Und irgendwann wird es tatsächlich mein Schlafzimmer sein und mein Bett. Aber bis dahin haben wir noch ein wenig Zeit. Sie ist ja noch nicht mal ganz 3 Jahre alt.

More is yet to come,

M.

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2 Gedanken zu „Blogparade: Schlafenstechnisch quergelegt“

  1. ich finde es schön, daß unsere tochter noch bei uns schläft. und noch schöner, daß mein mann auch bei uns schläft ;D kommt öfter vor, als ich es mir vortsellen konnte, daß die väter aus dem familiebett ausziehen.

    und jaaa eines tages wird dein bett wieder dir gehören 😀

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    1. Ich hoffe sehr, dass es irgendwann so sein wird. Und bis dahin genieße ich den Kuschelkäfer in meinem Bett.

      Finde es sehr schön, dass das Familienbett tatsächlich ein solches ist bei euch . Höre das leider viel zu selten.

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