Shades of Pink #7: Die Herzensbrecherin

Bei meiner Tochter habe ich inzwischen festgestellt, dass sie in den meisten Fällen lieber mit Mädchen spielt. Gerade in der Krippe gehört sie zu den schüchternen und zurüchhaltenden Kindern und fühlt sich oftmals von allzu burschikosen Jungs überfahren. Allerdings gibt es fast immer einen Jungen, der etwas Besonderes für sie ist.

Ziemlich genau letztes Jahr hatte sie schon ihren ersten Freund. Er war der Erste, der begeistert ihren Namen rief, wenn ich sie in die Krippe brachte. Auch drehten sich ihre Erzählungen fast nur um ihn. Zumindest fiel sein Name ziemlich oft. Letztes Jahr Fasching überraschten die Beiden uns alle ganz schön. Denn der Verehrer stellte sich ganz dicht vor meine kleine Maus, schaute ihr tief in die Augen, tätschelte ihr etwas unbeholfen die Wange und küsste sie. KÜSSTE SIE. Ja… das kam überraschend. Und es sah nicht so aus, als wäre das das erste Mal.

Wie das so ist mit den jungen Leuten, war diese Liebelei nicht von Dauer. Der Verehrer wurde immer aufdringlicher und fordernder und sie fand es irgendwann einfach nur nervig. Irgendwann war ER kein Thema mehr für sie. Das endgültige Aus war dann sein Übertritt in die Kindergartengruppe.

Meine Tochter widmete sich fortan wieder ihren Freundinnen, es wurden Teekränzchen abgehalten. Vielleicht wurde auch ein wenig getratscht? 😉

Zwischendurch fand sie dann auch wieder einen männlichen Weggefährten. Ein ganz sanfter, lieber Junge. Er nahm auch teil an den Teekränzchen und meine Kleine ließ sich zeitweise ein wenig von ihm bedienen (er schob sie im Dreirad immer an). Vielleicht ist er auch einfach ein Kavalier der alten Schule.

Nun hat sie wieder einen neuen Verehrer. Diesmal mit typischer Kinder-Werbe-Manier: man gerät sich andauernd in die Haare. Wochenlang gab es meine Mama, meine Hose, meine Oma, meine Jacke-Duelle zwischen den Beiden. Oft erzählte sie mir, dass er ihr etwas weggenommen oder einfach nur so geärgert hat und sie die Erzieherin holen musste, damit sie mit ihm schimpfen.

Und auf einmal der Wendepunkt. Jeden Morgen schaut sie, ob an seinem Gaderobenhaken schon seine Jacke hängt. Wenn er nach ihr gebracht wird, ruft sie laut nach ihm. Ist er vor ihr da, geht sie direkt zu ihm hin und nach kürzester Zeit halten sie Händchen und spielen zusammen. Kaum ist sie zuhause spricht sie nur noch von ihm. Es ist wirklich herzerwärmend. ❤

Sie benutzt jetzt auch seinen richtigen Namen und nicht mehr „nur“ seinen Spitznamen. Und wie es aussieht, ist die Anziehungskraft beidseitig. Wenn ich sie frage, wer zu ihrem Geburtstag kommen soll, nennt sie immer ihn zuerst. Erst bei Nachfragen auch ihre beiden Freundinnen.

Irgendwie ist es ja wirklich niedlich, wenn Kinder so eng zusammengeschweißt sind. Andererseits frage ich mich als Mutter, wo DAS bitte noch hinführen soll. Wenn sie schon mit zwei Jahren dem anderen Geschlecht den Kopf verdreht. Gerade die Sache mit dem Küssen…. 😉

To be continued,

M.

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3 Gedanken zu „Shades of Pink #7: Die Herzensbrecherin“

      1. die nichte von meiner kollegin ist ungefähr drei/vier irgendwas um den dreh. die hat aktuell gleich zwei freundem und einer hat sogar schon ein kleines cabrio. in dem sie zu zweit über den hof fahren.
        ist jetz bestimmt das niedlichste auf der welt. aber später? will man bestimmt am besten garkeinen keinen freund mehr für seine tochter…schongarkeinen mit cabrio gesponsort bei mama und papa 😉
        mal abwarten was unsere tochter so treibt wenn sie in den kindergarten kommt 😀 hoffentlich nix.

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