Shades of Pink #8: Die Afro-Elsa

Meine kleine Maus ist inzwischen gar nicht mehr so klein. In gut einem Monat ist sie schon vier Jahre alt. Wie es sich für eine junge Dame gehört, entwickelt sie so langsam ihren eigenen Geschmack. Am liebsten mag sie Kleider, die Farben Pink und Lila, Blumen, Feen, Pferde und Einhörner können ihrer Meinung nach überall drauf sein. Und ja, Katzen am Besten auch. Auch zum Thema Haare hat sie so ihre ganz eigenen Vorstellungen.

Nun ist es natürlich so, dass ihre Haare doch ein wenig anders sind als die ihrer Kindergartenfreundinnen und auch als die von meiner Mutter oder mir. Wo im zarten Säuglingsalter die Haare noch fein und glatt waren, sind sie inzwischen dicker, drahtiger und ganz schön krauslöckig (gibt es das Wort überhaupt? Es beschreibt es wohl am Besten 😉  ). Ihre Frisurenvorbilder sind in den meisten Fällen das, womit sie konfrontiert wird. Im Kindergarten, unterwegs, in Filmen. Nicht immer leicht umzusetzen, wenn das Ausgangshaar so kraus ist.

 

Die Haarpflege – eine Wissenschaft für sich

Gerade am Anfang habe ich die Haarpflege sehr unterschätzt. Afrohaare trocknen schnell aus, sie benötigen viel Pflege und auch eine ganz andere, als ich sie so kenne. Von den Produkten aus dem Afroladen bin ich schnell wieder abgerückt, zu viele Erdöle und das leicht entflammbar Schild war auch nicht besonders vertrauenserweckend. Also habe ich das Internet einmal quergelesen und bin da auf ganz gute Informationsseiten gestoßen. Im Endeffekt probiere ich mich immer noch durch, aber so langsam wird das was.

Praktisch ist, dass ich der Kleinen nicht so oft die Haare waschen muss aufgrund ihrer Struktur. Einmal die Woche reicht in der Tat aus. Außer natürlich, sie hat Dreck, Sand oder Fusseln im Haar, dann muss sie auch schon einmal früher ran.

Allerdings ist das Waschen dann auch aufwändiger. In der Regel immer Shampoo und Spülung/Kur. Während Spülung oder Kur einwirkt, entwirre und bürste ich die Haare, das geht nämlich nicht im trockenen Zustand. Mindestens einmal im Monat behandle ich das Haar mit einer Kokosöl-Maske vor dem Waschen. Nach dem Waschen kommt dann noch eine Feuchtigskeitspflege in die Haare. Danach werden diese „versiegelt“, indem ich noch ein Haaröl einarbeite. Im Anschluss darf ich dann noch frisieren.

Doch das reicht noch nicht an Haarpflege. Täglich darf ich dann noch mittels Sprühflasche die Haare anfeuchten und mit Haaröl die Frisur/Zöpfe etc. pflegen.

 

Die Frisurenwahl – zähe Verhandlungen, viel Gejammer, Geschimpfe und Frust

Früher war das noch recht einfach mit der Frisurenwahl. Ich wusste wie viel Zeit ich hatte, konnte einschätzen, wie lange die Kleine still halten kann und entschied dann eher nach dem Lustprinzip, was ich denn nun zaubern wollte. Oftmals machte ich die gleiche Frisur mehrmals hintereinander, da die Scheitel noch gut zu sehen waren vom letzten Mal. Entweder gab es abstehende geflochtene Zöpfe (zwischen vier und zwanzig, ja nach Laune), eingeflochtene Zöpfe (in den verschiedensten Anordnungen) oder Püschelzöpfe. Das war eine schöne Zeit.

Denn jetzt redet Madame mit. Inzwischen ist sie relativ verständig, dass manche Dinge einfach nicht gehen mit ihren Haaren. Rapunzelhaare (!!) gehen natürlich gar nicht, dafür sind ihre einfach nicht lang genug. Davon ab, fallen ihre Haare nicht locker nach unten, sondern stehen eher ab… Aber auch die Variante mit zwei langen geflochtenen (Anna-)Zöpfen scheitert einfach an der Haarlänge.

Am liebsten ist ihr sowieso ihre „Elsafrisur“. Für fachkundige (Mädchen)Eltern: die Frisur vom Anfang aus der Krönungszeremonie. Vorne eine Ponysträhne abteilen, der Rest in einen Püschelzopf. Ponysträhne eindrehen oder einflechten, zum Zopf hindrapieren, feststecken. Kind glücklich. Also fast..

…denn damit kann man leider keinen Helm tragen. Und somit auch kein Laufrad fahren. Also wird jedesmal verhandelt, was wir machen. Einflechten, Twists, Rasta, Elsa, Halbafro, Irokesenfrisur…. Selbst nach geglückter Einigung gibt es weiter Gemurre.

Denn Haare frisieren ziept. Immer. Scheitel ziehen ziept, Strähnen abteilen ziept, flechten/eindrehen ziept. Die böse, böse Mama!! (Aber Abschneiden wäre noch viel gemeiner 😉 )

Stillsitzen ist auch nicht immer so einfach. Und so mache ich es mir leicht: ich setze mich mit ihr vor den Fernseher und schau mit ihr fern. Sehr gerne Disneyfilme ( war klar, woher sonst kommen ihre Frisurenideen) oder eine Kinderserie über Netflix. Nur so habe ich überhaupt eine Chance erfolgreich ihr Haare zu bändigen.

Zum Abschluss der ganzen Prozedur geht die kleine Maus übrigens zum Spiegel und kontrolliert (!) meine Arbeit. Echt jetzt! Betrachtet sich von allen Seiten mit ernstem Gesicht, überprüft ganz genau den Sitz ihrer Frisur und fährt mit ihren Händen darüber. Irgendwann lächelt sie zufrieden und lobt mich dann.

Insgesamt sind wir bestimmt gut 1-2 Stunden mit ihren Haaren beschäftigt. Je nachdem, wie lange was einwirken muss und welche Art Frisur es denn werden soll. Von daher bin ich wirklich froh, dass wir das nur einmal die Woche machen müssen. Die tägliche Pflege dauert zum Glück nur ein paar Minuten.

Ach übrigens, nicht nur direkt nach dem Frisieren kontrolliert das liebe Kind die Haare. Auch morgens vor dem Kindergarten wird kritisch geprüft und ich zur Nachbesserung heranzitiert. Denn lose Haare gehen mal gar nicht.

To be continued,

M.

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