Of cats and kids: Warum Katzen wie Kleinkinder sind

Es ist gefühlt schon eine Ewigkeit her, dass ich hier das letzte Mal geschrieben habe. Schreibblockade, emotionale Tiefs, Motivationsprobleme – all das sind Gründe, warum ich es hier so lange hab schleifen lassen. Nun stehen bei uns bald Veränderungen an, die so schön sind, dass es mir genug Schwung und Motivation bringt, um endlich wieder was auf’s (digitale) Papier zu bringen. Wir bekommen bald Katzenbabies! Und da ich schon so lange schwanger gegangen bin mit dem Gedanken, mir wieder Katzen anzuschaffen, habe ich in den Jahren meiner Mutterschaft so einige Parallelen feststellen können zwischen Katzen und Kleinkinder.

Und schon sind wir auch schon mitten im Thema: ich behaupte einfach mal frech, dass sich Katzen oftmals wie Kleinkinder benehmen. Glaubt ihr nicht? Dann schaut selbst.

 

1. Die Toilette, die Tür, Privatsphäre – ein Witz

Alle Mütter und Väter kennen es, kaum ist ein Kind im Haus, ist der stille und einsame Toilettengang passé. Als Säuglinge sind die lieben Kleinen noch nicht in der Lage, einem selbst ins Badezimmer zu folgen. Trotzdem sind sie oft zugegen, wenn man auf Toilette gehen möchte oder nur kurz unter die Dusche springen. Wenn man nicht gerade eine zweite Person zur Hand hat, die den kleinen Zögling bespaßt, während man das stille Örtchen besucht, dann hat man genau zwei Optionen: es irgendwo sicher parken und schreien lassen ODER mit ins Badezimmer nehmen. Da man meist eher gehemmt ist, das Kind schreien zu lassen, macht man sich in den wenigen Minuten, in denen man die körperlichen Bedürfnisse stillt, komplett zum Affen, nur um das Kind bei Laune zu halten.

Später könnten die Kleinen auch mal kurz für sich sein, aber meist sind sie dann in der Lage selbstständig ins Bad zu folgen. Und das tun sie dann auch. Jahrelang. Wenn man es wagt, die Tür zu schließen, hört man schnell ein Kratzen an der Tür oder Gebollere, gerne auch verschiedene Abstufungen von Unmutsbekundungen. Ab eine bestimmten Größe wird auch einfach die Tür aufgerissen – egal wer gerade noch davor steht.

Auch Katzen scheinen er Meinung zu sein, dass ein Toilettengang eher weniger eine private Angelegenheit ist. Werden sie ausgesperrt, kratzt es schnell an der Tür. Oder es werden Pfoten unter derselben hindurch gesteckt. Manche Exemplare sind sogar geschickt genug Türen zu öffnen. Möchte man dem vorbeugen, kann man wahlweise auch gleich die Tür offen lassen. Denn die lieben Samtpfoten haben ihre eigenen Vorstellungen davon, wie lange der Toilettenbesuch tatsächlich eine gemeinschaftliche Veranstaltung ist. Zwar können Katzen eher weniger nervig quengelnde Fragen stellen, aber haben auch sie so einige Marotten, die bedient werden möchten, während man selbst eigentlich mit etwas Anderem beschäftigt ist.

 

2. Das Kuschelbedürfnis

Sowohl bei Katzen als auch bei Kindern gibt es diverse Kuscheltypen. Bezeichnend ist bei allem, dass Kind bzw Katze ihre ganz eigenen Vorlieben hat und diese auch genauso einfordern. Ob der dazugehörige Mensch da ähnlich gestrickt ist, ist ihnen meist völlig schnuppe.

So gibt es Kinder wie Katzen, die eigentlich immer zur Stelle sind, um zu kuscheln, kaum dass man es sich irgendwo bequem gemacht hat. Da werden Schöße und Arme einfach besetzt und in Anspruch genommen. Dies führt sich gerne bis ins Bett fort und beeinflusst die elterlichen/menschlichen Schlafweisen enorm. Sollte man versuchen, sich dem zu entziehen, dann bekommt man den Unmut auf die ein oder andere Art zu spüren. Man hat seine Bedürfnisse hinten an zu stellen. Punkt!

Genauso gibt es Wenigkuschler. Da möchte man sein Kind oder seine Katze gerne herzen, streicheln und kuscheln und da wollen die einfach nicht. Da werden Fluppen gezogen, die Krallen gezeigt, gebissen und gemosert. Man hat keine andere Wahl, als auf die wenigen Momente zu warten, wo die eigene Nähe aktiv gesucht wird. Da wird einem endlich die Gnade zu teil, seinem eigenen Kuschelbedürfnis nachzugehen. Aber nicht so lange! Nur so lange wie Kind oder Katze es für angebracht halten!

 

3. Mäkelige Esser

Direkt nach der Geburt ist es mit der Ernährung noch recht einfach. Solange das Kind an der Brust bzw die Katze an der Zitze hängt, ist alles wunderbar. Danach wird es allerdings kritisch. (Klein)Kinder sind bekannt dafür, dass sie meist recht wählerisch essen. Es müssen die richtigen Zutaten sein, die einzelnden Bestandteile in der richtigen Größe angeboten werden, natürlich optisch ansprechend und auf die richtige Art angerichtet. Damit es nicht zu einfach wird, werden die Regeln, was momentan gegessen werden mag, immer mal wieder über den Haufen geworden. Wo es letzte Woche noch ok war, die Nudeln MIT Soße zu servieren, geht das heute überhaupt nicht mehr. Das Brot zusammengeklappt? Ein Schwerverbrechen!

Und man glaube es kaum, Katzen sind ebenso für ihren launischen Geschmack bekannt. Da darf es nur Fleisch in Soße sein, einige Zeit später dann doch lieber mit Gelee. Sorten, die eigentlich immer gerne gefressen wurden, werden mit einem mal verächtlich links liegen gelassen.

Es ist eigentlich egal, wem man denn das Essen serviert. Man darf sich immer wieder darauf einstellen, dass dieses Essen genau heute in dieser Art den Herrschaften nicht mehr genehm ist.

 

4. Stinkende Hinterlassenschaften

Die ersten Jahre eines Kindes sind davon geprägt, dass es nicht in der Lage ist, seine Ausscheidungen selbst zu entsorgen. Und damit einem die lieben Kleinen nicht überall kleine Hinterlassenschaften hinmachen, bekommen sie in der Regal Windeln um. So kann man zwar nicht das Wann, aber wenigstens das Wohin bestimmen. Ab einem bestimmten Alter lernt unser Nachwuchs dann irgendwann auf Toilette zu gehen und man wird dann höchstens noch zum Abputzen gebraucht.

Katzen lernen freundlicherweise sehr viel schneller, wohin mit ihren Hinterlassenschaften. Was einen nicht davor bewahrt, diese sorgsam umzuschütten, damit sie nicht auf ewig im Katzenklo vor sich hin stinken.

Ob nun kniend vor der Katzentoilette oder gebückt über dem Kinderhintern, beides ist olfaktorisch keine Freude. Und wer schon mal einen prallen Sack mit Katzenkacke rausgebracht hat, weiß ganz genau, dass es genauso stinkt, wie eine Tüte voll Kackwindeln.

 

5. Eigensinn

Im Gegensatz zu Hunden lassen Katzen sich generell gar nichts befehligen. Statt treudoof jeden Wunsch bzw. Befehl auszuführen, haben sie eine ganz eigene Vorstellung, wie der Hase läuft. Und wer generell an der Spitze der Befehlskette steht. Sie machen genau das, was sie gerade möchten – nicht mehr nicht weniger. Sie setzen auf ihren Eigensinn, von manchen Katzenliebhabern auch gerne als „Charakter“ bezeichnet. In der Regel sind es genau diese Eigenarten, die sie nicht nur einzigartig machen, sondern auch besonders liebenswert.

Bei Kindern spricht man in der Regel nicht von Eigensinn, man hat sich da nettere Namen einfallen lassen. Gerne ist die Rede von der Autonomiephase (Trotzphase). Was aber nicht viel daran ändert, dass die eigentlich so lieben Kleinen ständig versuchen ihren Dickkopf durchzubekommen. Und wenn das keine Eigensinn ist…

 

6. Wo sie sind, ist Chaos

Wo Kinder sind, herrscht das Chaos. Das ist quasi ein Naturgesetz. Regale und Kisten werden nur zu gerne ausgeräumt oder ausgekippt. Das Spielzeug wird innerhalb kürzester Zeit in der gesamten Wohnung verteilt. Slipeinlagen werden in die Puppenwiege geklebt und die Tupperdosen sonst wohin verräumt. Kaum dreht man sich einmal um, wird sofort akribisch an dem nächsten Chaos gearbeitet.

Auch Katzen sind so kleine Chaosstifter. Nicht immer in den gleichen Dimensionen wie Kinder, aber trotzdem genauso akribisch. Gerne werden kleine Objekte über die Tischkante bugsiert, in jeder Ecke findet sich Katzenspielzeug. Schuhe stehen nicht mehr am selbsen Ort und Haarbänder verschwinden auf mysteriöse Weise. Und wehe das liebe Katzentier hat mal sein fünf Minuten, da gehen gerne mal Gardinen oder Blumentöpfe drauf oder Geschirr zu Bruch.

 

Und? Überzeugt? 😉

Aber egal wie anspruchsvoll sie sind, wie nervig in ihren Marotten – hat man erst sein Herz an eines dieser zwei- oder vierbeinigen Wesen verloren, so gibt es nichts Schöneres als sein Leben mit ihnen zu teilen. ❤

 

More is yet to come,

M.

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Ein Gedanke zu „Of cats and kids: Warum Katzen wie Kleinkinder sind“

  1. Ein ganz herrlicher Text. Ich hatte ja früher auch Katzen… Ich hätte auch so gerne wieder eine. Oder vielmehr einen. Nämlich einen Kater. Aber ich mag den typischen Wohnungskatzengeruch nicht. Viele riechen das nicht, aber ich erschnupper mir das. Und da ist es egal, ob das Klappt gut sauber gemacht wird oder nicht… Von daher gibt’s für mich erst wieder eine a Katze, wenn sie auch Freigänger sein kann …

    Euch aber natürlich ganz viel Spaß. Muss ja nicht jeder so spleenig sein wie ich 😂

    LG Jessi

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