Was muss ich mir eigentlich alles von meinem Ex gefallen lassen, nur weil er Vater unseres Kindes ist?

Der Titel steht ja eigentlich für sich selbst. Gerne hätte ich ihn kürzer und prägnanter formuliert, aber es will mir einfach nicht gelingen ohne Schimpfwörter zu benutzen. Zumindest dürfte man als Leser gewarnt sein, was so in etwa kommen könnte.

Momentan habe ich einen richtigen Hals auf meinen Ex, bin dabei aber auch wütend auf mich selber, weil ich das ja alles so mit mir machen lassen. Wäre dieser Mann nicht auch gleichzeitig der Papa meiner kleinen Maus, ich hätte ihn auf allen möglichen Kanälen geblockt und ihn versucht nie wieder zu sehen. Das geht ja aber leider nicht, ich habe ja auch meiner Kleinen gegenüber eine Verpflichtung.

Dies im Kopf habe ich mir seit langem so einiges von meinem Ex gefallen lassen. Absprachen funktionieren nur so halbherzig. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind nicht so sein Ding. Natürlich freut er sich, wenn ICH es bin, er selbst ist da nicht ganz so genau. Überhaupt lässt er sich sehr gerne bitten, mir seine Zeitpläne mitzuteilen, wann er es denn eventuell einrichten könnte seine Tochter zu betreuen. So mit den wechselnden Arbeitszeiten kann man ja auch überhaupt nicht planen. Ich gab mich lange damit zufrieden, dass er es immerhin regelmäßig einrichten konnte unsere Kleine 2 mal wöchentlich zu sehen bzw zu nehmen. Wir hatten es sogar auf sporadische Übernachtungen ausgebaut!

Allerdings kostete mich dieses Kunststück auch ordentlich Kraft. Denn der Herr möchte eigentlich nicht gefragt werden, wann er arbeitet. Also fragte ich nur, wann er sie denn nehmen könne. Damit er mir bloß keine Auskunft über seine privaten Pläne geben braucht (bitte genervtes Augenrollen einfügen). Auch überhaupt kann er es ja gar nicht ab, schon am Wochenende gefragt zu werden, wie es denn die kommende Woche betreuungstechnisch aussieht. Da hätte man ja im Vorfeld auf den Dienstplan schauen müssen. Es ging sogar so weit, dass ich ihm sowohl freitags als auch samstags Erinnerungen (!!!) schickte, damit er auch dran denkt nachzuschauen. Das war während meiner Zeit in der Tagesklinik, wo ich wirklich genau planen musste, damit das Abholen der Kleinen garantiert war, wenn ich nicht konnte.

Es war auch überhaupt nicht verwunderlich, dass genau in dieser für mich sehr aufreibenden Zeit die Zusagen von ihm nicht eingehalten werden konnten. Statt wie besprochen 2 mal wöchentlich plus 1 mal Übernachten am Wochenende schaffte er es auf 1 mal sehen die Woche – nicht zwingend an einem Wochentag, da hätte er mich ja zu sehr entlasten können.

Komischerweise geht er aber davon aus, dass ich (und auch meine Familie!) immer parat stehen, wenn etwas bei ihm nicht läuft. Da soll ich mal mit seiner Hausverwaltung telefonieren, weil er nicht so gut deutsch sprechen kann. Ich soll ihn beraten, ob er lieber umziehen soll oder nicht. Bei Bewerbungen soll ihm geholfen werden, Kontakte zu Firmen sollen wir ihm herstellen. Und wehe ich lese eine Whatsapp Nachricht nicht von ihm binnen 30 Minuten. Dann wird aber durchgerufen! Warum ich denn nicht auf mein Handy schaue! Aber anstatt mir zu sagen, worum es geht, soll ich die Nachricht lesen.

Leider missverstehen wir uns sehr gerne, wenn unsere Kommunikation nur als Textnachrichten besteht. Für ihn kein Grund auch nur fünf Minuten in ein Telefonat zu investieren. Auch diese – so selten sie denn sind – sind wahrlich keine Freude. Kaum ein Wort der Begrüßung, kein freundliches Wort. Der Ton ist meist genervt und verärgert. Wehe ich frage mal nach, weil ich mehr Informationen haben möchte, da werde ich dann gleich als dumm und begriffsstutzig betitelt. Wenn er alles gesagt hat, legt er auf. Ohne Verabschiedung. Nicht selten schneidet er mir dabei das Wort ab.

Aber was tut man nicht alles zum Wohlergehen seiner Tochter??

Ich bin langsam an einem Punkt angekommen, wo ich nicht mehr kann. Dieser Mann stellt in einer Tour nur Forderungen, setzt alles als selbstverständlich hin, was ich bzw. wir für ihn tun. All das, was er für uns tut, ist hart erkämpft und erbettelt. Wenn er denn tatsächlich etwas tut.

Inzwischen hat er eine Ganztagsstelle. Er war es vorher nicht gewohnt, es schlaucht ihn schon sehr. Und oh Wunder, als ungelernte Kraft hat er nicht wirklich viel mehr als mit dem Midi-Job. Auch pendelt er täglich fast 2 Stunden hin und zurück. Wöchentlich wechselnder Schichtdienst. Ja, der arme Mann ist echt geschafft. Aber anstatt, dass er jetzt mal verlässlich mit sich planen lässt, meldet er sich fast gar nicht mehr von selbst. Denn ich habe aufgehört ihm hinterher zu telefonieren oder zu texten. Also fällt ihm dann meist erst am Donnerstag auf, dass er sein Kinde eventuell mal sehen sollte. Tja, und manchmal sind wir dann für Freitag schon verplant. Oder für Sonntag. Ich setze ihn auch nicht mehr in Kenntnis, was ich wann mit ihr geplant habe. Denn ganz ehrlich: wenn er mir bis vor kurzem noch nicht einmal Auskunft geben wollte, ob er denn an diesem Tag arbeitet, warum sollte ich dann die Hosen runterlassen? Er merkt es sich doch eh nicht.

Scheinbar scheint es ihn nicht zu stören, dass er unsere Tochter seltener sieht als zuvor. Manchmal nur anderhalb Stunden die Woche. Sie scheint es auch nicht zu stören. Immer häufiger sagt sie mir, dass sie ihn nicht sehen will oder zumindest nicht zu ihm nach Hause gehen will. Der schaut immer so gruselige Filme (Yoruba-Filme, scheinbar brüllen sich Nigerianer fast ausschließlich an und schaut es auch immer wahnsinnig laut) und sie bekommt davon Ohrenschmerzen.

Jetzt hat er aber den Vogel abgeschossen. Er wünscht sich sehr, dass unsere Tochter seine Eltern kennenlernt. Ihre anderen Großeltern. Das funktioniert nur auf zwei Arten: er fährt mit ihr hin oder seine Eltern kommen hierher. Natürlich ist das nicht gerade günstig umzusetzen. Dass ich ihn mit ihr nach Afrika lasse, ist für mich undenkbar. Allein schon der Krankheiten wegen, die dort vorherrschen, gegen die auch nicht alle geimpft werden kann (Malaria z.B). Aber auch, weil sie nicht einfach mal mit Papa, den sie rund 6 Stunden die Woche sieht für 3 Wochen in ein fremdes Land fahren kann, wo alles anders aussieht, riecht und sich anhört! Von vereinzelten Terroranschlägen mal abgesehen (Nigeria -> Boko Haram!!!!).

Also die Eltern hierher. Am Besten sofort. Im Winter. Ist klar. Nur hat er das Geld nicht. Also sollen wir (meine Familie und ich) ihm was zuschießen. Also als Geschenk, nicht als Darlehen. By the way, er ist auch nicht gerade ein Held, wenn es um Geld zurück zahlen geht… Aber zurück zum Thema. Er hat sogar Glück, wir sind willens. Eher der kleinen Maus zuliebe als ihm – und aus einer vagen Sympathie seiner Eltern gegenüber. Nur leider haben wir das Geld nicht sofort parat. Gerade so vor Weihnachten hat man ja anderes im Sinn mit seinem Geld. Und zum Jahresanfang ist es auch gut, wenn man noch ein wenig in der Hinterhand hat. Zudem gibt es auch andere Gründe, die ich hier nicht unbedingt aufzählen möchte, die es uns jetzt unmöglich machen, einen Teil Großteil der Flugkosten zu übernehmen.

Aber natürlich ist ihm das nicht genug. Erst nachdem er weiß, dass wir ihm was geben, informiert er sich erst, was für Bedingungen erfüllt werden müssen, damit die überhaupt einreisen dürfen. Und das ausgerechnet noch in Fachdeutsch! Also mault er rum. Wir sollen zusehen, dass wir das Geld schnell zusammen bekämen, die berechtigten Gründe, weswegen es länger dauert, interessieren ihn nicht. Und überhaupt, dass wäre alles zu kompliziert, eigentlich wäre es doch viel besser, er fährt mit der Kleinen hin. Wäre ja auch günstiger. Aber wenn wir das Geld nicht zusammmen bekommen, dann macht er mir Stress.

WTF!!!

Ganz ehrlich, wieviel gequirlte Scheiße hat der denn in seinem Hirn?? Anstatt dankbar zu sein, dass wir ihn dabei unterstützen wollen, OBWOHL er mich nur zu gerne hängen lässt, beschwert er sich. Auch scheint er keinerlei Respekt zu besitzen. Weder vor mir noch vor meinen Eltern. Wie sonst könnte er auf die Idee kommen, dass er sich allen familiären Verpflichtungen entzieht, es aber für selbstverständlich erachtet, dass meine Familie ihn unterstützt. Mein Vater hat ihn seit über 2 Jahren nicht mehr persönlich zu Gesicht bekommen. Aber wurde immer mal wieder um Geld gebeten. Also stellvertretend von mir versteht sich. Warum sollte der Ex auch respektvoll mit mir umgehen, schließlich kümmere ich mich nur um seine Tochter, während er sein Ding macht. Wenn ich Entlastung brauche, kann ich mich ja gefälligst an meine Mutter oder meine Freunde wenden. Überhaupt, wie kann man nur psychisch belastet sein. Kann ja nicht so schwer sein, ein Kind zu versorgen, wenn man nicht nebenbei arbeitet. Da kann ich doch noch nebenher für ihn den behördlichen Kram übernehmen und zusätzlich als Blitzableiter dienen, weil er ja so gestresst ist, weil er ja arbeiten muss und sich um sein Wohlergehen kümmert.

Ich kann einfach nicht mehr!

Nicht zum ersten Mal geht mir durch den Kopf, dass ich ihn einfach zu gerne blocken würde über das Handy. Meine Ruhe haben. Nicht überlegen wollen, was er denn diesmal wolle. Oder wofür ich diesmal als Sündenbock oder Blitzableiter herhalten soll. So sollte man mit niemandem umgehen! Erst recht nicht mit der Mutter (Familie) seines Kindes, die fast die ausschließliche Sorgearbeit (emotional, zeitlich wie finanziell) übernehmen!

Ganz ehrlich, ich habe keine Lust mehr darauf zu warten, dass er in der richtigen Stimmung ist, damit ich mal mit ihm reden kann. Er muss endlich was ändern und ein Einsehen haben. Ansonsten kann er sich unseren Kontakt sonst wohin stecken und die Terminabsprache für die Besuchzeiten läuft über das Jugendamt. Und zwar außerhalb meiner Wohnung, denn dort nimmt er sich ja auch alles, was er gerade braucht. Toilettenpapier und Wasser werden gerne mitgenommen (heimlich!), beim Essen wird sich gerne selbst bedient. Auch an meinem Laptop geht er ganz selbstverständlich ohne zu fragen.

Für mich ist das alles nicht mehr tragbar und neben meinem Wohlergehen muss ich auch an unsere Tochter denken. Was soll sie denn lernen, wie man als Frau mit sich umzugehen hat? Als Fußabtreter für Andere? DAS will ich für sie nicht.

Von daher steht mir jetzt eine sehr fiese Auseinandersetzung bevor. Ich rechne mit verbalen Aussetzern und Drohungen seinerseits. Und ich hoffe, dass ich selbst stark genug bin, dass dann auch auszuhalten und nicht weiterzutragen an unsere Tochter.

More is yet to come,

M.

Mit einem Mann wird alles wieder leichter…

Ich bin jetzt schon seit einiger Zeit Single und alleinerziehend. Freunde und Bekannte sehen, wie ich mich anstrengen muss, um meinen, nein unseren Alltag zu stämmen. Alle Verantwortung lastet auf mir, ich kann zudem nicht nein sagen und halse mir schnell noch mehr auf. Schon seit geraumer Zeit befinde ich mich am Rande der Überforderung, des Burn-outs.

Für manche ist die Lösung schnell gefunden: mir fehlt ein Mann an meiner Seite. Und ich bin fassungslos. Wie kann man bitte meine persönliche Situation so verallgemeinern, dass diese Aussage stimmt? Bzw meine psychischen Probleme und die Belastung durch die alleinige Verantwortung darauf reduzieren, dass ich ohne Partner bin?

Und in welcher Welt bitte reicht es aus, einfach nur einen Mann an seiner Seite zu haben und alles wird gut?

Deswegen habe ich einfach mal meine Gründe gesammelt, warum dass alles gar nicht so einfach ist mit einem neuen Partner bzw. warum es dadurch eben nicht leichter wird.

1. Die Gelegenheit

Also ganz ehrlich: mir fiel es noch nie leicht Männer kennen zu lernen. Und ein gutes Händchen hatte ich zudem auch selten bei der Wahl der Partner, aber das ist ein anderes Thema. Als Alleinerziehende fehlt mir in den meisten Fällen schon die Gelegenheit überhaupt einen passenden Kandidaten zu treffen. Oder aber ich bin gedanklich völlig woanders und laufe vormittags permanent an allen Traumtypen im Supermarkt vorbei. Wobei.. arbeiten die nicht um diese Uhrzeit?!

Auch nachmittags mit Kind an der Hand bin ich nicht die Top-Beute des männlichen Umfeldes. Vielleicht denken die ja, ich sei vergeben, denn schließlich benötigt es um schwanger zu werden ja auch einen Erzeuger. Oder sie haben einfach keinen Bock auf eine Beziehung mit einer Mutter.

Abendliche Aktivitäten fallen in der Regel flach bei mir. Da sitze ich schön brav zuhause, mache Abendbrot, schaue Sandmännchen, bringe mein Kind ins Bett. Und danach bleibe ich natürlich auch zuhause. Klar, ist ja sonst niemand da, der auf meine Kleine aufpasst. Zwar gibt es jetzt seit neuestem auch freie Abende für mich, doch die nutze ich dann eher für wirklich wichtige Dinge: lange ungestört duschen, Fernsehmarathon, endlos Konsole zocken oder nette Abende mit Freunden, die ich seit 3 Jahren sträflich vernachlässige.

2. Altlasten sind nicht gerade sexy

Ganz ehrlich, als Mutter ist man nicht gerade Traummaterial. Dabei rede ich auch überhaupt nicht von übrig gebliebenen Schwangerschaftspfunden, welkem Bauch oder anderen sichtbaren Spuren. Mir geht es einfach darum, dass ein Kind immer Einschränkungen mit sich bringt. Für die Eltern und bei Alleinerziehenden dann auch für den Partner. Vieles ist halt einfach nicht uneingeschränkt möglich. Weggehen, durchfeiern, ausschlafen, ja auch das Sexualleben sind betroffen. Manches auf lange Sicht so gut wie nicht möglich, oder wenn, dann nur mit genug Planung im Vorfeld. Als Kerl, der ich ja noch nicht mal verwandt bin mit dem kleinen Zwerg, fände ich das jetzt nicht unbedingt erstrebenswert.

Neben dem Kind gibt es ja auch noch oftmals den dazugehörigen Vater. Unsere Kleine hat Glück, ihr Papa ist gerne Teil ihres Lebens. Ich stehe in regelmäßigem Kontakt zu ihm, wir planen den Umgang, den er mit ihr hat. Natürlich halte ich ihn auch auf dem laufenden, was KiTa angeht oder so. Ein neuer Partner müsste sich damit abfinden, dass ich nach wie vor in Kontakt stehe mit meinem Ex. Wir zum Teil sogar noch die Feiertage zusammen planen. Nicht jedem fällt das leicht.

Auch bin ich mir nicht sicher, ob mein Ex denn so einfach damit klar kommen würde. Obwohl er es mir momentan zusichert, dass das kein Problem werden sollte, bin ich mir da nicht so sicher. Denn er hat schon leichte Ängste, dass ein neuer Mann versuchen könnte ihn als Vater zu ersetzen.

3. Am Anfang alles nur gaaaanz langsam

Sollte es tatsächlich einen akzeptablen Kandidaten geben, würde ich es trotzdem nicht überstürzen wollen. Zum einen möchte ich sicher sein, dass die Beziehung auch hält und der Herr es auch ernst mit mir meint. Bevor irgendwer meine Tochter kennen lernt, muss er schon einige Zeit bewiesen haben, dass das der Fall ist.

Das bedeutet natürlich auch, dass die gemeinsame Zeit recht knapp bemessen sein wird. Schließlich schläft mein Kind recht selten außerhäusig. Ob das wirklich jedermanns Sache ist? Auch später ist das mit der Zweisamkeit nicht ganz so einfach…

4. Das Kind muss ihn mögen

Tja, viel gibt es hierzu nicht zu schreiben. Die Kleine muss meinen Partner mögen. Ansonsten wird das auf Dauer nichts. Natürlich weiß ich, dass es gerne mal zu Eifersuchtsproblematiken kommt, aber vom Grundsatz her muss es eine gemeinsame Sypathiebasis geben.

5. Sein Interesse sollte mir gelten und nicht der Kleinen

Auch das sollte nicht vergessen werden: es gibt Männer, die sich nicht umsonst Mütter als Partnerin aussuchen. Die über die Mütter sich selbst einen ungehinderten Kontakt zu einem Kind ermöglichen und dann Gefühle und Vertrauen missbrauchen, um sich am Kind zu vergehen. Nicht jedem kinderlieben Mann sollte man das gleich unterstellen, aber ganz aus den Augen verlieren darf man das nicht. Meine Mutter hat damals zwei ihrer Beziehungen beendet, weil sie das Gefühl bekam, dass das Interesse an mir, ihrem Kind, nicht ganz so unschuldig war, wie gedacht.

6. Ich bin nicht wirklich einfach

Ja, auch das kommt mit dazu. Ich habe psychische Probleme und manche Fähigkeiten fehlen mir. So gerne ich es anders hätte, damit muss ich zur Zeit leben. Das lässt sich nicht per Knopfdruck abstellen und einiges wird mich ein Lebtag begleitet. Bisher hatte ich so gut wie nie das Glück, einen Partner zu haben, der das verstehen oder akzeptieren konnte.


Neben all den Gründen, warum es schwer ist, den Richtigen zu finden (oder überhaupt jemanden zu finden, der sich das freiwillig antut), gibt es auch einige, warum ich überhaupt nicht will:

– ich habe jetzt schon nicht genug Zeit für mich, das wird dann ja noch weniger

– ich schaffe es jetzt schon kaum, alles unter einen Hut zu bekommen. Meinen Haushalt, die Mutter-Kind-Zeit, Zeit mit Freunden, die Abstimmung mit Ex und meiner Mom, wer wann wie lange und überhaupt die Kleine hat, das Bloggen und der Sport. Will ich noch jemanden, den ich vereinbaren muss? (Achja, irgenwann wollte ich ja auch mal wieder arbeiten)

– Beziehungen sind nicht immer easy. Ich habe ein trotzdendes Kind zuhause, da habe ich Auseinandersetzung genug, da brauch ich nicht auch noch einen Kerl, der mit mir diskutieren will.

– ich habe Angst davor, meine Selbstständigkeit und auch Stärke zu verlieren, wenn ich einen Partner habe.

– was ist, wenn der sich in meine Erziehung einmischt?!


 

Natürlich heißt das nicht, dass ich nicht schon gerne mal abends Gesellschaft hätte oder ich nicht gerne eine starke Schulter zum Anlehnen hätte. Aber das ist es mir momentan einfach nicht wert. Den Aufwand zu betreiben, jemanden kennen zu lernen. Herauszufinden, ob das etwas Realistisches ist. Den Versuch zu unternehmen, ihn in mein Familienleben zu integrieren. Das Chaos zu riskieren, wenn es doch nicht klappen sollte.

Und ganz ehrlich, ein Heilsversprechen ist so ein Partner wirklich nicht. Er kann eventuell ein Teil meiner alltäglichen Belastungen mittrage. Er kann genauso gut dazu beitragen, diese zu vermehren. Aber er wird bestimmt nicht ALLES gut machen. Mir all meine Sorgen nehmen, meine psychischen Probleme verschwinden lassen und meine Vergangenheit ändern. Das ganz sicher nicht.

More is yet to come,

M.

Tagebuchbloggen: Der Therapeuteneklat

Vorbereitung zum Bloggen - bitter nötig
Vorbereitung zum Bloggen – bitter nötig

Ich hatte schon mehrfach in den letzten Beiträgen angedeutet, dass so einiges vorgefallen ist, was mir momentan das Bloggen schwer macht. Anstatt über das Geschehene und Erlebte zu schreiben, habe ich mir Anregungen von Außen geholt und an Blogparaden teilgenommen. Lange habe ich mit mir gerungen, ob und wie ich darüber schreibe. Ich werde es jetzt tun. Mit einigen Wochen Abstand und auch relativ offen darüber, wie es jetzt bei mir weitergeht.

Vorweg noch schnell eine Triggerwarnung: ich werde über Selbstverletzendes Verhalten schreiben, sowie über Depressionen und Burn-out. Also schaut auf euch selber, ob ihr das lesen wollt oder nicht. ❤

Schon in der Pubertät war ich psychisch nicht die stabilste. In einer schweren und belastenden Phase nahm ich therapeutische Hilfe in Anspruch, um mich und meine Gefühle besser spüren zu können und auch auf eine angemessenere Weise damit umgehen zu können (mein Bewältigungsmechanismus bestand damals aus Ritzen). Auch die damit verbundenen Depressionen wurden mittherapiert. Alles rein über Gespräche, komplett ohne Medikation.

Seitdem gibt es immer wieder Phasen, in denen ich depressive Verstimmungen habe. Manchmal stand ich auch kurz davor in alte Muster zu verfallen, weil ich die Kontrolle verlor. Meistens blieb ich stark.

Zum Ende meiner Ausbildung hin befand ich mich in einer Abwärtsspirale. Neben den depressiven Verstimmungen kamen noch Zwangsvorstellungen, Angststörungen und Schlafstörungen hinzu. Die damals chronischen Kopfschmerzen (Trigeminusneuralgie) verbesserten die ganze Sache nicht. Mit Hilfe einer Sozialarbeiterin meiner Berufsschule und meinem Klassenlehrer versuchte ich mich daran, eine Therapeutin zu finden – mit nicht wirklichem Erfolg. Und dann wurde es irgendwie von alleine besser. Ich schaffte meine Ausbildung mit Auszeichnung und bekam einen Folgevertrag beim Ausbilder. Der hatte noch nicht einmal gemerkt, dass mit mir etwas nicht stimmte.

Relativ schnell danach wurde ich schwanger. Sicherlich nicht zum optimalsten Zeitpunkt und auch nicht wirklich geplant, aber ich versuchte optimistisch zu bleiben. Die Schwangerschaftshormone halfen die letzten Reste der vorangegangenen Tiefphase zu überwinden. Trotz allem beschäftigte ich mich mit den möglichen Hilfen für nach der Entbindung. Ich erkundigte mich über Familienhebammen und Familienhilfe allgemein. Behielt all das im Hinterkopf für den Fall, dass meine Befürchtungen wahr wurden und ich das alles nicht auf die Reihe bekomme. Am meisten Angst hatte ich vor einer postpartalen Depressionen. Zumindest die blieb mir erspart.

Es war mir dann aber dann doch schnell zu viel. Die komplizierte Beziehung, das Gerangel mit der Ausländerbehörde, Behörden allgemein. Dazu die Geburtskomplikationen und den damals noch nicht abzusehenden Schaden an dem linken Arm meiner Kleinen. Ich holte mir Hilfe, erst über die Familienhebammen, später über die Familienhilfe.

Bald kristalisierte sich heraus, dass eine begleitende Therapie für mich sehr förderlich sein könnte. Allein die Suche dauerte über ein halbes Jahr. Inzwischen war meine Tochter fast zwei, wir waren umgezogen und ich inzwischen getrennt lebend und alleinerziehend. Ich suchte mir Kinderbetreuung – zum einen zur Entlastung, zum anderen, damit eine Therapie überhaupt für mich zu realisieren war.

Nach 25 Stunden tiefenfundierter Psychotherapie wurde mir dann eröffnet, dass meine Probleme tiefer lägen und das nur in einer Psychoanalyse angegangen werden könnte. Also alles wieder auf Anfang und wieder von neuem anfangen zu suchen. Später erfuhr ich, dass man das sehr wohl auch in der Therapieform hätte machen können. Das war wohl meiner ehemaligen Therapeutin zu aufwändig gewesen.

Es verging wieder fast ein halbes Jahr bis ich überhaupt auch nur die Chance auf ein Vorgespräch hatte. Die neue Therapeutin nahm sich 5 Stunden (das Maximum) Vorgespräch Zeit, um eine gründliche Anamnese machen zu können. Sie war zwar recht reserviert, aber sie hörte gut zu. Und war auch anfangs voll des Lobes, ob meiner sprachlichen Reflektionsmöglichkeiten. Darüber hinaus war sie sich völlig darüber im Klaren, dass ich alleinerziehend war mit Kleinkind und es auch anderweitig nicht gerade leicht für mich war.

Im Januar hatten wir dann endlich das Go von der Krankenkasse und es konnte endlich losgehen. Bis zu dem Zeitpunkt war diese Therapeutin die einzige, die überhaupt einen Platz für mich hatte und es war schon 1(!) ganzes Jahr  vergangen, seitdem ich festgestellt habe, dass ich Therapiebedarf habe.

Anfangs lief es soweit ganz gut. Ich lernte meine Verteidigungswälle runterzufahren in der Therapie und ließ mich darauf ein, in die Tiefe zu gehen. Oftmals kam ich verheult aus den Stunden, aber das war schon in Ordnung so. Privat wurde es für mich immer anstrengender. Nicht nur der alltägliche Hickhack mit dem Ex, auch der Krankenhausaufenthalt meines Vaters, der größere Organisationsaufwand belasteten mich. Ich pufferte viel für meine Mutter, nebenbei bereitete ich mich auf eine wichtige Bewerbung vor. Ganz nebenbei wurde ich 28 und verheulte fast den ganzen Geburtstag. Ich litt an Schwindelanfällen und Sehstörungen, die Schlafstörungen wurden immer massiver.

Dann kam der Knall – nur nicht bei mir, sondern bei meiner Mutter. Burnout. Die einzige Stütze, die ich zu dem Zeitpunkt noch hatte, brach weg. Mit eisernem Willen zwang ich mich stark zu bleiben.

Nur über das Wochenende! Dann hast du Therapie, dann darfst du loslassen, schwach sein.

Voller Erleichterung ging ich dann zur Therapie. Legte mich auf das Sofa, fuhr meine Abwehrmechanismen runter. Erlaubte mir schwach zu sein.

Ich wollte davon erzählen, wie stark ich aus der Bahn geworfen wurde, da ich jetzt (fast) keine Unterstützung mehr hatte. Wollte davon erzählen, wie ich den Drang mich zu schneiden bekämpft hatte und stattdessen lieber Kippen kaufen gegangen bin. Wollte über die Möglichkeiten sprechen, mir Antidepressivum verschreiben zu lassen.

Doch soweit kam ich nicht.

Ich wurde angegangen von meiner Therapeutin. Warum es denn nie um mich ginge. Warum mir der Haushalt so viel Probleme bereiten könne. Warum ich überhaupt auf meine psychisch labile Mutter gebaut hatte. Warum ich mich nicht schon längst um ein besseres Netz bemüht hätte. Ob meine Tochter überhaupt so eine labile Mutter wie mich verdient hätte.

UND ÜBERHAUPT, WIE HATTE ICH DIESES KIND ÜBERHAUPT KRIEGEN KÖNNEN!!!!

Die meiste Zeit lag ich wie gelähmt auf dem Sofa. Versuchte über Atemkontrolle irgendwie Kontrolle über mich zu bekommen. Ich weinte, schluchzte, zitterte. Ab und an versuchte ich mich zu rechtfertigen, wenn ich vor Zähneklappern und Geheule überhaupt was rausbekam.

Dann war die Stunde zu Ende und ich wurde nach Hause geschickt. Einfach so. Ohne mich zu erden, aufzufangen. Nichts davon.

Falls sich jemand fragt, warum ich nicht gegangen bin: ich konnte nicht. Der Gedanke war mir mehrfach gekommen. Aber wenn man voller Vertrauen jeglichen Schutz herunter fährt und das Vertrauen dann dermaßen missbraucht wird, dann lähmt das. Jedenfalls mich.

Mit Ach und Krach schaffte ich es nach Hause. Ich war noch nicht mal in der Lage den Scheiß-Knopf am Bus zu finden, um die Tür zu öffnen. Mein Umfeld reagierte schnell und gut. Ich wurde aufgefangen und getröstet. Die ersten Notfallpläne aufgestellt. Was mich davor bewahrt hat, mich selbst einzuweisen. Was ich auch nur deswegen nicht tat, weil mir nicht klar war, dass ich meine Tochter sogar hätte mitnehmen können. (Was wohl nicht überall der Fall ist, in Hannover gibt es aber eine entsprechende Einrichtung)

Ende vom Lied? Die Therapie bei der zweiten Therapeutin habe ich beendet. Laut Krankenkasse ergibt sich für mich daraus kein Problem, die genehmigten Reststunden verfallen nicht und ich kann diese auch woanders nehmen. Allerdings fange ich dann wieder von vorne an mit Suchen.

Ein klärendes Gespräch mit der Therapeutin hat es nie gegeben, wird es von meiner Seite auch nicht. Denn egal wie sie es versucht zu rechtfertigen, ihr Verhalten war absolut unprofessionell. Und ich habe auch Angst davor, dass sie mir dann vielleicht wirklich den Rest gibt.

Ich habe darüberhinaus davon abgesehen, in irgendeiner Weise Beschwerde einzulegen gegen sie. Natürlich würde es mich mit Befriedigung erfüllen, zu sehen, dass ihr unprofessionelles Verhalten Konsequenzen für sie hat. Aber das wäre dann wieder viel Kraft, die ich aufwenden müsste. Anhörungen, Stellungnahmen. Gedankenprotokolle. Ich brauche meine Kraft für mich, meine Tochter und unseren Alltag.

Natürlich sind meine psychischen Probleme noch in keinster Weise „geheilt“. Die private Situation ist weiterhin äußerst angespannt. Die Überforderung ist immer nur einen Schritt entfernt. Das Wissen, dass meine Tochter bei mir bleiben kann, selbst wenn ich unseren Alltag in die Psychatrie verlegen muss, gibt mir innere Ruhe. Und selbst wenn nicht, es ist zumindest geregelt, was dann mit ihr geschieht. Sie ist dann auf jeden Fall bei Menschen, die sie lieben, die sich um sie sorgen und sie auffangen. Nicht bei Fremden.

Nach mehreren Krisengesprächen in meinem Umfeld ist die Laufrichtung nun klar: ich gehe in eine Tagesklinik. Ich habe eine super Hausarztpraxis, die mir nicht nur die entsprechenden Über- und Einweisungen schreibt, sondern auch Gespräche anbietet, um die Zeit zu überbrücken. Die mich als Mensch sehen. Nicht nur als Fallzahl. Das Vorgespräch in der Tagesklinik war bereits. Es wird bald losgehen. Vielleicht werde ich darüber berichten.

Da dies alles sehr persönlich ist und ich eh schon sehr verletzlich bin, bitte ich darum, diesen Text NICHT auf Facebook zu teilen. Die Kommentarfunkion lass ich erstmal noch. Mal schauen, was kommt.

Für meine Freundin, die schon vor der Taufe deutlich gemacht hat, dass sie ihren Verpflichtungen als Taufpatin mehr als gerecht werden wird! Danke :-*

More is yet to come,

M.

Murphys Law schlägt zu

Die meisten Eltern kennen das, sobald man sich etwas vornimmt – ob beruflich oder privat – eigentlich kommt immer etwas dazwischen. Kind krank, KiTa hat spontan zu oder der Babysitter kann nicht kommen. Im Notfall hat man sich nach wochenlanger Kinderpflege selbst angesteckt und muss alle Pläne über Bord werfen. Dieses Prinzip ist auch bekannt als Murphys Law.

Und in letzter Zeit scheint dieses ungeschriebene Gesetz zu gerne bei mir in Aktion zu treten. Wie gesagt, da bin ich bestimmt nicht die Einzige, angekotzt sein darf ich (und auch andere Betroffene) trotzdem. Besonders wenn es mich so geballt trifft, dass ich schon fast glaube, dass sich das Schicksal gegen mich verschworen hat. So kommen dann auch Tweets zustande wie:

Aber lasst mich am Anfang beginnen. Wer keine Lust auf meinen Jammerpost hat, kann jetzt auch gerne wegklicken. Verstehe ich. Ehrlich. 😉

Ehrlich gesagt fing es ja mit meinem Ausnahmezustand hier zuhause an. Die kleine Maus hatte es wirklich schlimm erwischt und wollte/brauchte die Extraportion Mama. Was ich ihr gerne gewährt habe, soweit es mir möglich war. Was natürlich geschlaucht hat, wenn das 17kg-Kind permanent am Körper sein möchte. Kuschelnd, kneifend, leidend. Oft auch nur völlig groggy am Dösen. Leider stand aber genau in der Zeit ein wirklich wichtiges Vorstellungsgespräch an. Auf das ich mich noch nicht ausreichend vorbereitet hatte.

Seit Geburt meiner Tochter bin ich arbeitslos. Mein Fristvertrag lief relativ parallel zum Mutterschutz aus. Und es machte keinen Sinn, einen Folgevertrag zu schließen. Sowohl aus meiner Sicht als auch aus der meiner Chefin. Schon vor meiner Schwangerschaft wusste ich, dass meine Ausbildung nur die Grundlage sein soll, nicht das „angestrebte Ende“ meiner Laufbahn. Ich hatte auch schon etwas im Auge, dass mich reizte. Und dort habe ich mich dann auch beworben. Inzwischen auch ein zweites Mal. Diesmal begleitet von einer optischen Anpassung (Business-Outfit) und vorherigem Bewerbungscoaching. Denn die Stellen sind heiß begehrt. Mindestens 10 Bewerber auf 1 dualen Studienplatz. Auch alles professionell mit Assessment-Center und Psychologen-Gesprächen.

Mit der Hilfe meiner Mutter bekam ich das auch alles ganz gut hin. Wir zogen quasi kurzfristig ein, wechselten uns im Kinderdienst ab. Und ich zog morgens los zu meinem Bewerbungsgespräch und ließ eine komplett aufgelöste Maus mit knapp 40 Fieber bei meiner Mutter zurück. Mir brach zwar fast das Herz, aber es ging nicht anders. Gebracht hat es übrigens nichts, bin trotzdem nicht genommen worden.

Noch bevor meine Tochter richtig gesund war, kam dann mein Vater ins Krankenhaus – geplant zur Operation. Ich sollte die Katzen versorgen. Was an sich logistisch möglich sein sollte, aber mit krankem Kind zuhause schon schwieriger wurde. Wieder sprach ich mich mit meiner Mutter ab, damit ich neben meinen normalen Terminen auch noch die Katzenversorgung auf die Reihe bekam, obwohl mein Töchterchen zuhause war.

Bereits da merkte ich schon, dass meine Kräfte nicht endlos waren und mir dieses ganze Drumherum-Organisiere ganz schön auf die Nerven ging. Natürlich verschob sich bei meinem Vater auch so einiges im Krankenhaus und aus geplanten 6 Tagen Aufenthalt wurden dann mal eben 2 Wochen. Jeden Tag wartete ich auf die neuesten Entwicklungen aus dem Krankenhaus, ob jetzt mein Vater wieder nach Hause dürfte oder nicht und wann denn nun endlich operiert wurde. Informationen flossen nur spärlich und ich organisierte mich um die Ecke. Dass ich zwischendurch Geburtstag hatte, juckte mich nicht wirklich. Zwar hatte ich auch Besuch und wenigstens „etwas“ Geburtstag, aber es fühlte sich nicht so an. Ehrlich gesagt habe ich zum Ende hin nur geheult.

Und während ich so schon am Jonglieren war mit meinen privaten Terminen und der Katzen-Verpflichtung, stand dann der Urlaub meiner Mutter an. Ihr sei er ja gegönnt, sie hatte ihn sich redlich verdient. Aber sie ist praktisch die einzige Stütze, die ich habe bzw auf die ich mich verlassen kann. Und dank Murphys Law überschnitt sich jetzt plötzlich alles.

Mit ein wenig Fatalismus bereitete ich mich darauf vor es irgendwie hinzubekommen. Seit Montag ist meine Mama nun weg. Und gestern kam dann der nächste Knüppel, den mir das Schicksal zwischen die Füße warf: spontane Brechattacken meiner kleinen Maus. Morgens um 6 beginnend. Und mein Termin war um 10. Mit Kind nicht möglich. Spontan abgesagt, hätte mich das 40€ gekostet. Und nu?

Zumindest hier hatte ich etwas Glück. Nicht nur war mein Ex schon wach, als ich morgens ne Nachricht schrieb, er hatte sogar Zeit. Nur musste er zuhause bleiben, er wartete auf die Telekom. Zwar konnte er unsere Tochter betreuen, doch ich musste sie irgendwie zu ihm schaffen. Also stand ich dann um 8 Uhr mit ihr an der Bahn-Haltestelle, bewaffnet mit Taschentüchern und Plastiktüten. Denn sie übergab sich nach wie vor im 10-Minuten-Takt. Muss ich die Blicke beschreiben, die ich geerntet habe? Wie ich da meiner Tochter die Tüte vorhielt, sie dabei in den Arm nahm, den Kopf streichelte, anschließend ihr Gesicht abputzte, die Tüte entsorgte und dann tatsächlich mit den Öffis fuhr?! Freundlich wie meine Tochter war, spuckte sie nur außerhalb von Bus und Bahn. Und ich kam nach wie vor sauber mit ihr bei ihrem Vater an.

Auf dem Weg zu meinem Termin schrieb ich ihm noch eine „Gebrauchsanleitung“, da ich eine relativ starke Vermutung hatte, warum sie spuckte und ich weiß, wie das zu händeln ist.

Im Endeffekt kann ich mir jetzt zwar selber auf die Schulter klopfen, dass ich diese letzten 3 oder 4 Wochen überstanden habe. Dass ich nichts absagen musste, alles irgendwie unter einen Hut bekam und meine Notfall-Organisationen auch alle geklappt haben. Aber es hat auch Spuren hinterlassen. Gerade nervlich und auch kräftemäßig. Zwischendrin kam mir der Gedanke, dass ich vielleicht doch eine Mutter-Kind-Kur beantragen sollte. Gerade, nachdem dass mit dem dualen Studium doch nichts geworden ist. Hätte dann ja wieder Zeit. Lasst mich mit zwei herrlichen Tweets enden:

More is yet to come,

M.

Ausnahmezustand

Wer regelmäßig hier liest, weiß, dass ich normalerweise immer zum Wochenanfang einen Beitrag veröffentliche. Zumindest hatte ich mir das mal so vorgenommen. Im Notfall auch einmal erst Mittwoch oder Donnerstag. Diesmal ist es Sonntag – also fast schon wieder Montag… ^^ Der Grund meiner Verspätung ist krankheitsbedingter Ausnahmezustand. Und das seit über einer Woche.

Doch nun von Anfang an. Seit einiger Zeit hatte die kleine Maus Erkältungssymptome. Ab und an Husten und dazu eine Dauerschniefnase. Aber alles im Bereich des Erträglichen, Töchterchen hatte weder Fieber noch Temperatur und war dazu munter und fit – alles kein Problem. Zwischenzeitlich hatte ich sie mal nicht in die Krippe geschickt, weil sie ein wenig Temperatur hatte. Nach einem Tag fieberfrei konnte sie aber wieder gehen. Vorletzten Donnerstag fiel mir dann auf, dass in ihrer Gruppe außer ihr nur noch vier andere Kinder da waren. Rest war krank.

Und promt am nächsten Tag hatte sie dann auch Temperatur. Aber nur knapp über 38 Grad, aus meiner Sicht nicht so problematisch, da ihre Grundtemperatur bei rund 37,6 liegt. Sie war aber sehr anhänglich, abgeschlagen und ohne rechten Appetit. Da alles recht harmlos schien, ersparte ich mir einen Besuch beim Kinderarzt. Fiebermedikamente hatte ich zuhauf daheim, ebenso Nasentropfen und Hustensaft.

Samstagfrüh um 6 Uhr war dann Alarm bei mir. Weswegen ich wach wurde weiß ich ehrlich gesagt nicht, vielleicht fühlte ich das glühende Kind neben mir (übrigens ein Grund, warum wir noch das Familienbett praktizieren). Die kleine Maus maulte rum, verlangte im Halbschlaf nach nem Zäpfchen. Nachdem ich gemessen hatte, bekam sie es auch. Sie hatte 40,2. Meine Nacht war damit vorbei. Das restliche Wochenende gestaltete sich fiebertechnisch ähnlich. Mit Medikamenten bekam ich sie zwischenzeitlich auch mal knapp unter 39. Die meiste Zeit blieb sie drüber. Fieberhöchststand hatten wir dann Samstagabend mit 40,8.

Da ich dieses Hochfiebern schon von ihr kannte, achtete ich darauf, ob die Medis wirklich anschlagen. Ansonsten hätte ich auch den Notruf geholt. Aber sie war klar und kam auch immer schnell von ihren Fieberspitzen runter. Denn ich durfte schon erfahren, dass man gerade im Krankenhaus mit unter 41 Grad noch nicht mal als richtiger Notfall angesehen wird. Und der Kinderarzt mich und meine mit 40,9 fiebernde Tochter knapp 2 Stunden hat warten lassen. Trotz telefonischer Voranmeldung und der Zusage uns vorzuziehen.

Das ganze Wochenende saß ich mit meinem Kind auf dem Sofa (wahlweise auch Bett) und hielt sie, betüddelte sie, verarztete sie. 24 Stunden permanenter Körperkontakt. Sonntag dann die Erlösung, meine Mutter holte die Kleine ab. Ich packte unsere Sachen und quartierte uns bei meiner Mutter ein. Denn: am Montag hatte ich ein extrem wichtiges Vorstellungsgespräch. Eigentlich sollte die kleine Maus alleine bei der Oma übernachten. Aber mein hochfieberndes Kind wollte ich nicht komplett meiner Mutter überantworten.

Also Business-Outfit und Unterlagen eingepackt, dazu natürlich Kinderzeug und Übernachtungskram. Bettfertig machen sollte eigentlich die Oma, aber das Kind machte nen riesigen Aufstand. Aber ich musste mich doch noch vorbereiten! Mit viel TamTam schlief die Kleine endlich. Später legte ich mich dazu. Nachts natürlich wieder hoch dank des Fiebers. Und um 5 wackelte die Kleine zur Oma ins Bett.

Bin dann Montag doch noch gut losgekommen, obwohl mein Töchterchen extrem geklammert hat. Es brach mir fast das Mutterherz, doch bei dem Vorstellungsgespräch konnte ich mich dann doch davon frei machen.

Die restliche Woche verbrachte ich dann auch bei meiner Mutter. Das Fieber der Kleinen wurde langsam besser. Tagsüber nur noch knapp über 38, nachts nicht mehr über 40. Sie schlief viel, brauchte ansonsten fast ununterbrochen Körperkontakt. Gegessen hat sie sehr wenig. Laut Kinderarzt hat sie die Grippe bzw einen grippalen Infekt (es wurde kein spezifischer Test zur Feststellung gemacht, von daher unklar). Mittwoch und Donnerstag hatte ich dann noch zwei andere unverschiebbare Termine, an denen meine Mutter noch einmal nach der Kleinen geschaut hat.

Und seit Freitag ist das liebe Kind auch endlich komplett fieberfrei. Lebensgeister sind zurück und die Trotzanfälle sind auch wieder da. Nur der Appetit lässt zu wünschen übrig. Hat jetzt gut ein Kilo runter, was bei ihr aber nicht ganz so arg ist, da sie ja über Reserven verfügt.

Meine Mom und ich sind jetzt allerdings fertig… Auch wenn wir uns die „Kinderkrankenpflege“ geteilt haben, hatte keiner von uns je richtig Zeit zum Durchpusten. Wer kein Kind hatte, hat den Haushalt besorgt, eingekauft, gekocht. Dementsprechend wurde von meiner Seite aus auch nicht gebloggt. Dabei will so einiges geschrieben werden. Nicht nur zwei Beiträge zu Blogparaden, auch mehrere Themen in eigener Sache. Aber das muss jetzt halt warten.

Im Endeffekt bin ich froh, dass meine Mutter für mich da war. Alleinerziehend ist kein Zucker schlecken, erst recht nicht, wenn man mit wirklich krankem Kind zuhause hockt. Denn die Welt bleibt nicht stehen, man produziert Abfall, Wäsche, dreckiges Geschirr. Dafür kocht sich weder das Essen von allein noch füllt sich die Vorratskammer selbstständig.

Bleibt für mich nur zu hoffen, dass sich meine kleine Maus jetzt komplett erholt und ich dann wieder ein wenig mehr Zeit und Ruhe habe.

More is yet to come,

M.

Manchmal hätte ich einfach gerne die Wahl

In den letzten zwei Wochen bin ich des häufigeren auf Blogbeitträge gestoßen, in denen sich alles um die Herausforderungen als Zwei- bzw Mehrfach-Mutter dreht. Die Unterschiede, wenn man „nur“ ein Kind hat oder halt mehr. Ich lese die Erzählungen, die Aufzählungen und Auswertungen der Erfahrungen und werde ein wenig wehmütig.

Natürlich schießt mir durch den Kopf wie ich mir ein Leben mit einem zweiten Kind vorstellen würde. Ob es Sinn machte? Verantwortungsvoll wäre in der aktuellen Situation? Um dann festzustellen, dass solche Überlegungen nutzlos sind. Ich bin alleinerziehend und Single, es bietet sich mir gar keine Wahl…

Momentan ergibt sich für mich daraus eine Art Sinnkrise. Denn es ist ja nicht so, dass ich mir als Kind schon vorgestellt habe, YEAH! Ich werde eine Single-Mom. Auch wenn die Zeit in einer „klassischen heilen“ Familie relativ kurz war bei mir, so war sie doch prägend, was die Vorstellungen bezüglich meiner Zukunft betrifft. Ich stellte mir einen Partner für mich vor, mit dem ich zwei Kinder haben würde. Heirat nicht zwingend notwendig, ebensowenig ein eigenes Haus. Beide erwerbstätig und sehr partnerschaftlich in allen alltäglichen Dingen.

Tja, es kam ja dann doch anders. Zwar habe ich nicht allen Träumen abgeschworen, aber die Realität kann ernüchternd sein. Ich kann mich noch ganz gut daran erinnern, wie die Schwangerschaft war. Auch wenn es nicht alles nach Lehrbuch verlief und ich so meine Sorgenmomente hatte – ich ruhte in mir, war rundum zufrieden. Zudem war ich voller Liebe und sehr konzentriert auf dieses kleine Wesen, dass in meinem Körper wuchs. Die Geburt war… Reden wir nicht drüber. Eine zweite Schwangerschaft war für mich nie ausgeschlossen.

Trotzdem habe ich das erste Jahr alles dazu getan, auf gar keinen Fall wieder schwanger zu werden. Zu sehr hatte ich mit meiner persönlichen Situation zu kämpfen. Beziehungsstress, Arztrennerei, Umzug und auch körperlich brauchte ich einige Zeit mich zu erholen. Meinem Körper war das allerdings piepegal. Trotz zweistündigen Stillrythmus (ja, auch nachts…) hatte ich nach 6 Wochen bereits meinen ersten Eisprung. Und dann nach 8 Wochen – ihr wisst schon.

Dann um den ersten Geburtstag meiner kleinen Maus wurde die Trennung offiziell. Es ging nicht mehr, er musste ausziehen. Und nach wie vor war der Gedanke, in dieser Situation schwanger zu werden, Grund für Bauchschmerzen und nächtliche Albträume. Auf gar keinen Fall!

Inzwischen habe ich mich an das Leben einer Alleinerziehenden gewöhnt. Die kleine Maus geht in die Krippe, ich habe zwischendurch Zeit zum durchpusten. Meine persönlichen Belange habe ich im Blick und einiges, an dem ich noch arbeiten muss, habe ich bereits in Angriff genommen. Zudem ist das liebe Kind bald schon drei – und damit schon verdammt selbstständig. Ich bin angekommen in meinem Leben, auch wenn ich noch nen riesen Berg an zu schaffenden Dingen vor mir habe.

Auch habe ich für mich selbst beschlossen, auf unbestimmte Zeit Single zu bleiben. Nicht nur, weil ich sowieso so gut wie nie ausgehe und meine Chancen jemand Nettes kennen zu lernen eher gering sind. Sondern einfach, weil ich auf niemand Zusätzliches Rücksicht nehmen möchte. Meine Tochter soll nicht zurückstecken müssen. Ich möchte an mir arbeiten, mich weiter entwickeln. Auch möchte ich weiterhin einen so unbelasteten Umgang mit meinem Ex pflegen. Und wenn er mal Unterstützung braucht, einfach für ihn da zu sein. Da brauche ich niemanden, der dann noch etwas von mir fordert oder mit mir diskutieren will. Ok, klar, ein neuer Partner könnte eventuell eine Hilfe sein, aber bei meinem Männergeschmack… 😉

Es gefällt mir, keine Kompromisse machen zu müssen. An mir zu arbeiten, Fortschritte zu machen und das alles aus mir heraus – ohne die Hilfe von jemand anderem. Zu wissen, dass die Person, die ich später mal sein werde, die ist, die ich sein wollte. Ohne beeinflusst worden zu sein.

Allerdings…

Jemanden zu haben, mit dem ich meine Gedanken und Gefühle teilen kann, der mit mir die Last der Entscheidungen trägt, wäre schon schön. Insbesondere dieses eine Gespräch führen zu können… Wäre jetzt nicht die optimale Zeit für ein zweites Kind? Ein kleines Geschwisterchen für meine gar nicht mehr so kleine Maus? – Mir geht es gar nicht darum, dass ich ein „Ja, wenn nicht jetzt, wann dann?“ zu hören bekomme. Ich würde so gerne die Möglichkeit besprechen. Einfach die Wahl haben, egal, ob der Kinderwunsch umgesetzt wird oder nicht.

Im Endeffekt kann ich mir die Antwort selber geben. NEIN, jetzt ist bestimmt nicht die richtige Zeit. Ich bin alleinerziehend und Single. Nach wie vor ohne Job. Ich will mich fortbilden, meine beruflichen Möglichkeiten verbessern. Auch an mir muss ich arbeiten. Führerschein, Psyche und Körper. Mein Notfall-Netz ist wahnsinnig klein und nicht sehr belastbar. Nochmal drei Jahre raus? Dann wird das beruflich nichts mehr.

Und doch… Ein Teil von mir möchte trotzdem ein Kind. Oder zumindest eine Perspektive, dass es irgendwann noch mal dazu kommt. Vielleicht ist das das Schwerste an der ganzen Geschichte. Nicht nur, dass mir die Wahl gar nicht bleibt, weil ich einfach keine habe, sondern dass ich auch nicht die gedankliche Beruhigung habe, dass ich später mal eine Wahl haben könnte.

More is yet to come,

M.

Mein persönliches KITA-Desaster

Letzten Mittwoch um kurz nach 16 Uhr. Nachdem ich den ganzen Vormittag und Mittag unterwegs war, hatte ich es mir gerade gemütlich gemacht, um mir noch eine Stunde Ruhe zu gönnen, bevor ich meine kleine Maus vom Papa abholen musste. Kaum saß ich, klingelte mein Telefon. Die KITA war dran. „Ihre Tochter ist noch hier, wir wollten nur mal fragen, wann sie denn abgeholt werden sollte. Sie hatte ja auch keinen Imbiss dabei, dass hatte uns schon ein wenig gewundert.“

Ich brabbelte irgendwas in den Hörer, dass ich auf dem Weg sei, schon in ein paar Minuten wäre ich vor Ort. Wie ein kleiner Wirbelwind tobte ich durch die Wohnung, auf der Suche nach Schuhen, Tasche, Jacke und Schlüssel. Ich vergaß, das Fenster nach hinten zuzumachen und dass ich noch Essen in der Mikrowelle hatte.

Auf dem Weg zur Krippe gingen mir tausend Dinge durch den Kopf. Ich war den Tränen nahe. WIE HATTE DAS PASSIEREN KÖNNEN?? Denn eines hatte ich mir geschworen, wenn es irgendwie zu verhindern wäre, sollte meiner Tochter nicht das Gleiche passieren, wie mir als kleines Kind. Vergessen im Kindergarten, alle anderen Kinder sind schon fort, die Erzieherin telefoniert genervt hinter meinen Eltern her, von denen beide der Ansicht sind, der Andere müsste abholen und sich dann endlich einer breitschlagen ließ, mich abzuholen. DAS hatte ich für meine Tochter nicht gewollt.

Leicht panisch ging ich im Kopf durch, wie es dazu kommen konnte. Ich war fest davon ausgegangen, dass der Papa sie abholt. So hatte er es mir mitgeteilt. (ja, mitgeteilt, er spricht nämlich nicht ab, er teilt mir mit) War ihm was passiert? Oder hatte er es einfach verplant? Es klappte die letzte Zeit ja sowieso kaum noch. Nur mit Planänderungen, kurzfristigen Absagen/Umlegungen und viel Bauchweh meinerseits.

Mir ging aber auch durch den Kopf: hatte ich irgendwie etwas falsch verstanden? Naja, erst einmal ging es zur KITA. Meine Tochter? Völlig unbeeindruckt. Spätdienst hatte gerade erst angefangen und sie konnte ausnahmsweise mal mit den „Großen“ im Bewegungsraum toben. Ich bekam sie kaum in ihre Jacke und die Schuhe, so aufgedreht war sie. Die Erzieherinnen waren sehr verständnisvoll, mit leichter Sorge, ob denn beim Vater alles ok sei.

Zuhause überprüfte ich erstmal mein Handy. Letztes Telefonat war am Montagabend um 21 irgendwas. Ganze 1 min 36s. Und ich konnte mich sehr deutlich daran erinnern. Er sagte, „tuesday“ und „wednesday“. Danach motzte er rum, warum ich die Kleine nicht Dienstag selbst abholen könnte, er würde sie stattdessen lieber Sonntag nehmen. Es ging aber nicht, ich hatte etwas vor. Direkt danach schrieb ich einem Freund. Ich war eingeladen für Mittwoch – gerne auch mit meiner kleinen Maus zusammen. Entweder hätte ich nachmittags mit der Kleinen kommen können oder vormittags alleine. Da die kleine Maus ja beim Vater sein sollte, konnte ich nachmittags nicht, ich hätte es zeitlich nicht mehr rechtzeitg geschafft, die Kleine bei ihm abzuholen. Sprich: ich war mir sehr sicher, dass ihr Papa mir Dienstag und Mittwoch gesagt hatte. Er ist der Meinung, er wäre erst Sonntag drangewesen. Ansonsten kein weiterer Kommentar dazu. (Nur so nebenbei: ratet mal, wer dann spontan Sonntag abgesagt hat?)

Und ich saß nun da, fassungslos und voller Wut. Klar, meine Kleine hat keinen Schaden davon getragen, ich glaube mal, dass sie das noch nicht mal bewusst mitbekommen hat, dass sie vergessen worden ist. Aber in mir gärte es. Ich war so auf ihren Vater sauer. Es war ja nun nicht das erste Mal, dass er mir irgendwie dazwischen gefunkt hat. Und gedankenlos ist und sich jeglicher Verantwortung entzieht.

Kleiner Auszug gefällig?

  • oftmals muss ich Windeln und Feuchttücher für seine Wohnung besorgen, weil er nicht dran denkt und ich ansonsten ein zugekacktes Kind wieder bekomme
  • oftmalt telefoniere ich ihm hinterher, um zu erfahren, wann er gedenkt, die Kleine zu nehmen
  • Termine werden, nur teilweise gerechtfertigt, spontan verlegt, abgesagt oder verkürzt – egal, was ich mir vorgenommen habe
  • Ernährung findet bei ihm nach dem Zufallsprinzip statt: Instant Nudeln, Capri Sonne, Toastbrot und Eis
  • in seiner Wohnung gibt es kein Kinderspielzeug, wenn ich ihm was mitgebe, bekomme ich es samt Kind wieder
  • er teilt mir die Termine zu, wenn bei mir etwas ansteht, kann ich betteln
  • seiner Meinung nach reichen 2x die Woche jeweils 4 Stunden – meist kommt er noch nicht mal auf die

Mir stellt sich immer wieder die Frage, was ich mir noch alles bieten lassen sollte. Muss ich mir das antun? Muss ich ihm das Denken abnehmen? Die Verantwortung, den gesunden Menschenverstand? Muss ich ihm diese Form von Macht über mein Leben lassen? Dass er sich erlauben kann, was er will und ich immer kuschen muss?

Gleichzeitig wächst in mir der Wunsch, ihn einfach mal auflaufen zu lassen. Mich darauf einzustellen, dass er mich erstmal nicht „entlastet“, wenn man das überhaupt Entlastung nennen kann, bei dem Stress, der damit einhergeht. Dass ich ihn mal betteln lasse, damit ich überhaupt Zeit habe, dass er die Kleine betreut. Aber das geht nicht. Denn damit würde ich zu Lasten meiner Tochter handeln. Denn bei all diesem Hick-Hack geht es ja gar nicht darum, wie sehr ich von ihm entlastet werde, sondern darum, dass meine Tochter Zeit mit ihrem Papa verbringt. Und nur, weil wir Eltern nicht miteinander klar kommen, soll unsere Tochter das ausbaden? Das kommt mir falsch vor. Und somit bleibe ich der Fußabtreter für meinen Ex. Meiner Tochter zuliebe. Und bin oftmals einfach nur sauer. STINKESAUER!

Doch was ist die Alternative?

More is yet to come,

M.