Mit einem Mann wird alles wieder leichter…

Ich bin jetzt schon seit einiger Zeit Single und alleinerziehend. Freunde und Bekannte sehen, wie ich mich anstrengen muss, um meinen, nein unseren Alltag zu stämmen. Alle Verantwortung lastet auf mir, ich kann zudem nicht nein sagen und halse mir schnell noch mehr auf. Schon seit geraumer Zeit befinde ich mich am Rande der Überforderung, des Burn-outs.

Für manche ist die Lösung schnell gefunden: mir fehlt ein Mann an meiner Seite. Und ich bin fassungslos. Wie kann man bitte meine persönliche Situation so verallgemeinern, dass diese Aussage stimmt? Bzw meine psychischen Probleme und die Belastung durch die alleinige Verantwortung darauf reduzieren, dass ich ohne Partner bin?

Und in welcher Welt bitte reicht es aus, einfach nur einen Mann an seiner Seite zu haben und alles wird gut?

Deswegen habe ich einfach mal meine Gründe gesammelt, warum dass alles gar nicht so einfach ist mit einem neuen Partner bzw. warum es dadurch eben nicht leichter wird.

1. Die Gelegenheit

Also ganz ehrlich: mir fiel es noch nie leicht Männer kennen zu lernen. Und ein gutes Händchen hatte ich zudem auch selten bei der Wahl der Partner, aber das ist ein anderes Thema. Als Alleinerziehende fehlt mir in den meisten Fällen schon die Gelegenheit überhaupt einen passenden Kandidaten zu treffen. Oder aber ich bin gedanklich völlig woanders und laufe vormittags permanent an allen Traumtypen im Supermarkt vorbei. Wobei.. arbeiten die nicht um diese Uhrzeit?!

Auch nachmittags mit Kind an der Hand bin ich nicht die Top-Beute des männlichen Umfeldes. Vielleicht denken die ja, ich sei vergeben, denn schließlich benötigt es um schwanger zu werden ja auch einen Erzeuger. Oder sie haben einfach keinen Bock auf eine Beziehung mit einer Mutter.

Abendliche Aktivitäten fallen in der Regel flach bei mir. Da sitze ich schön brav zuhause, mache Abendbrot, schaue Sandmännchen, bringe mein Kind ins Bett. Und danach bleibe ich natürlich auch zuhause. Klar, ist ja sonst niemand da, der auf meine Kleine aufpasst. Zwar gibt es jetzt seit neuestem auch freie Abende für mich, doch die nutze ich dann eher für wirklich wichtige Dinge: lange ungestört duschen, Fernsehmarathon, endlos Konsole zocken oder nette Abende mit Freunden, die ich seit 3 Jahren sträflich vernachlässige.

2. Altlasten sind nicht gerade sexy

Ganz ehrlich, als Mutter ist man nicht gerade Traummaterial. Dabei rede ich auch überhaupt nicht von übrig gebliebenen Schwangerschaftspfunden, welkem Bauch oder anderen sichtbaren Spuren. Mir geht es einfach darum, dass ein Kind immer Einschränkungen mit sich bringt. Für die Eltern und bei Alleinerziehenden dann auch für den Partner. Vieles ist halt einfach nicht uneingeschränkt möglich. Weggehen, durchfeiern, ausschlafen, ja auch das Sexualleben sind betroffen. Manches auf lange Sicht so gut wie nicht möglich, oder wenn, dann nur mit genug Planung im Vorfeld. Als Kerl, der ich ja noch nicht mal verwandt bin mit dem kleinen Zwerg, fände ich das jetzt nicht unbedingt erstrebenswert.

Neben dem Kind gibt es ja auch noch oftmals den dazugehörigen Vater. Unsere Kleine hat Glück, ihr Papa ist gerne Teil ihres Lebens. Ich stehe in regelmäßigem Kontakt zu ihm, wir planen den Umgang, den er mit ihr hat. Natürlich halte ich ihn auch auf dem laufenden, was KiTa angeht oder so. Ein neuer Partner müsste sich damit abfinden, dass ich nach wie vor in Kontakt stehe mit meinem Ex. Wir zum Teil sogar noch die Feiertage zusammen planen. Nicht jedem fällt das leicht.

Auch bin ich mir nicht sicher, ob mein Ex denn so einfach damit klar kommen würde. Obwohl er es mir momentan zusichert, dass das kein Problem werden sollte, bin ich mir da nicht so sicher. Denn er hat schon leichte Ängste, dass ein neuer Mann versuchen könnte ihn als Vater zu ersetzen.

3. Am Anfang alles nur gaaaanz langsam

Sollte es tatsächlich einen akzeptablen Kandidaten geben, würde ich es trotzdem nicht überstürzen wollen. Zum einen möchte ich sicher sein, dass die Beziehung auch hält und der Herr es auch ernst mit mir meint. Bevor irgendwer meine Tochter kennen lernt, muss er schon einige Zeit bewiesen haben, dass das der Fall ist.

Das bedeutet natürlich auch, dass die gemeinsame Zeit recht knapp bemessen sein wird. Schließlich schläft mein Kind recht selten außerhäusig. Ob das wirklich jedermanns Sache ist? Auch später ist das mit der Zweisamkeit nicht ganz so einfach…

4. Das Kind muss ihn mögen

Tja, viel gibt es hierzu nicht zu schreiben. Die Kleine muss meinen Partner mögen. Ansonsten wird das auf Dauer nichts. Natürlich weiß ich, dass es gerne mal zu Eifersuchtsproblematiken kommt, aber vom Grundsatz her muss es eine gemeinsame Sypathiebasis geben.

5. Sein Interesse sollte mir gelten und nicht der Kleinen

Auch das sollte nicht vergessen werden: es gibt Männer, die sich nicht umsonst Mütter als Partnerin aussuchen. Die über die Mütter sich selbst einen ungehinderten Kontakt zu einem Kind ermöglichen und dann Gefühle und Vertrauen missbrauchen, um sich am Kind zu vergehen. Nicht jedem kinderlieben Mann sollte man das gleich unterstellen, aber ganz aus den Augen verlieren darf man das nicht. Meine Mutter hat damals zwei ihrer Beziehungen beendet, weil sie das Gefühl bekam, dass das Interesse an mir, ihrem Kind, nicht ganz so unschuldig war, wie gedacht.

6. Ich bin nicht wirklich einfach

Ja, auch das kommt mit dazu. Ich habe psychische Probleme und manche Fähigkeiten fehlen mir. So gerne ich es anders hätte, damit muss ich zur Zeit leben. Das lässt sich nicht per Knopfdruck abstellen und einiges wird mich ein Lebtag begleitet. Bisher hatte ich so gut wie nie das Glück, einen Partner zu haben, der das verstehen oder akzeptieren konnte.


Neben all den Gründen, warum es schwer ist, den Richtigen zu finden (oder überhaupt jemanden zu finden, der sich das freiwillig antut), gibt es auch einige, warum ich überhaupt nicht will:

– ich habe jetzt schon nicht genug Zeit für mich, das wird dann ja noch weniger

– ich schaffe es jetzt schon kaum, alles unter einen Hut zu bekommen. Meinen Haushalt, die Mutter-Kind-Zeit, Zeit mit Freunden, die Abstimmung mit Ex und meiner Mom, wer wann wie lange und überhaupt die Kleine hat, das Bloggen und der Sport. Will ich noch jemanden, den ich vereinbaren muss? (Achja, irgenwann wollte ich ja auch mal wieder arbeiten)

– Beziehungen sind nicht immer easy. Ich habe ein trotzdendes Kind zuhause, da habe ich Auseinandersetzung genug, da brauch ich nicht auch noch einen Kerl, der mit mir diskutieren will.

– ich habe Angst davor, meine Selbstständigkeit und auch Stärke zu verlieren, wenn ich einen Partner habe.

– was ist, wenn der sich in meine Erziehung einmischt?!


 

Natürlich heißt das nicht, dass ich nicht schon gerne mal abends Gesellschaft hätte oder ich nicht gerne eine starke Schulter zum Anlehnen hätte. Aber das ist es mir momentan einfach nicht wert. Den Aufwand zu betreiben, jemanden kennen zu lernen. Herauszufinden, ob das etwas Realistisches ist. Den Versuch zu unternehmen, ihn in mein Familienleben zu integrieren. Das Chaos zu riskieren, wenn es doch nicht klappen sollte.

Und ganz ehrlich, ein Heilsversprechen ist so ein Partner wirklich nicht. Er kann eventuell ein Teil meiner alltäglichen Belastungen mittrage. Er kann genauso gut dazu beitragen, diese zu vermehren. Aber er wird bestimmt nicht ALLES gut machen. Mir all meine Sorgen nehmen, meine psychischen Probleme verschwinden lassen und meine Vergangenheit ändern. Das ganz sicher nicht.

More is yet to come,

M.

#geschichtenvomscheitern: Die Taufe, a never-ending story?

So, da es mir nach wie vor schwer fällt die letzten Wochen und alles, was damit zusammen hängt, in Worte zu fassen, nutze ich mal wieder eine Blogparade, um mich zu Wort zu melden. Die liebe Alu von Grosse Köpfe sammelt gerade Geschichten vom Scheitern. Ursprünglich war die Aktion bis Ende März geplant, zu meinem Glück dann aber freundlicherweise verlängert. Puh! Dementsprechend ist schon viel zusammen gekommen. Wer also noch mehr lesen will, der sucht entweder unter #geschichtenvomscheitern oder klickt hier und schaut sich das bei Grosse Köpfe in der Übersicht an.

Zum Thema Scheitern könnte ich richtig viel beitragen, gerade rückblickend gehe ich nicht sehr wohlwollend mit mir um. Ob nun das abgebrochenen Biologiestudium, gescheiterte Beziehungen (inklusive der zu dem Vater meiner Tochter), psychische Tiefpunkte oder gescheiterter Berufswiedereinstieg. Wahrscheinlich könnte ich mit meinem persönlichen Versagen eine ganze Blogparade selbst bestreiten. Aber das will ich weder mir noch euch zumuten.

Von daher habe ich mich jetzt auf ein Thema begrenzt – und zwar eins, bei dem ich nicht so völlig deprimierend und selbstzerfleischend daherkomme. Tut mir nicht gut und ist auf Dauer auch nicht unbedingt lesenswert.

Nun gut, dann jetzt endlich mal zum Hauptthema: es geht um die Taufe meiner kleinen Maus. Schon in der Schwangerschaft waren wir Eltern uns einig, dass das liebe Töchterlein getauft werden sollte. Und zwar relativ zeitnah, aber nicht im Wochenbett. Ich persönlich habe mit der Kirche nicht viel am Hut. Bin nicht getauft, war nie wirklich im Gottesdienst. Dafür aber im Religionsunterricht in der Schule und im Kinderkirchenchor. Bei meinem (damaligen) Freund sah das schon ein wenig anders aus. Er ist wirklich gläubig. Über den Weg gelaufen sind wir uns damals nur, weil er von der Kirche kam und ich von meinen Großeltern. Allerdings kennt er sich mit den europäischen Gebräuchen nicht wirklich aus als Nigerianer.

Soviel zu unserer Planung. Völlig blauäugig hatten wir nun beschlossen, dass unser Kind getauft werden sollte – hatten aber keine Ahnung, wie das nun abläuft. Die erste Zeit nach der Geburt unserer Kleinen war an eine Taufe überhaupt nicht zu denken. Arztrennerei war angesagt, genauso wie die überaus unerfreulichen Behördengänge. Zuständig war immer ich. Darüber hinaus mussten wir dringend umziehen, meine Wohnung war definitiv zu klein für uns drei. Da rückte für mich das Thema Taufe sehr schnell nach unten auf meiner To-Do-Liste.

Trotzdem stand dann irgendwann ein Erstgespräch an in einer nahegelegenen Kirche. Per Telefon (?!) wurde uns die ersten Abläufe und „Anforderungen“ mitgeteilt und dann ein Termin zur Taufe vereinbart. Vorher dann noch ein „Kennenlern-Gespräch“. Der Aufforderung, uns mal einen Gottesdienst anzuschauen, kamen wir nach. Für mich Stress pur, da die Kleine mit damals vier Monaten nicht mehr ganz so pflegeleicht war.

Und bei dem Kennenlern-Gespräch stellte man dann fest, dass wir doch mehr Probleme bei den Vorplanungen hatten als gedacht. Taufspruch hätte der Pastor uns noch geben können. Mit den Taufpaten wurde es dann schon schwieriger. Die hatten dann nämlich die falsche Konfession, wenn sie denn überhaupt getauft waren. Wir spielten verschiedene Szenarien durch, die für den Pastor denkbar wären, aber letztendlich scheiterte es an einem evangelisch getauften Paten. Den hatten wir nämlich nicht. Und da dann langsam der Umzug anstand, verschoben wir den ganzen Spaß. Dann sollte die kleine Maus halt in der neuen Gemeinde getauft werden.

Bei all dem war der Vater des Kindes nicht wirklich hilfreich. Er konnte das alles überhaupt nicht verstehen, dieses ganze bürokratische Gedöns. In Afrika bräuchte man keine Paten und noch nicht mal einen Gottesdienst. Eltern, Taufbecken, Kind, Pastor – reicht. Auch half es nicht besonders, dass er den Frust an mir abließ, sich aber mit den sprachlichen Barrieren aus jeder Verantwortung stahl. Meine Kultur – mein Problem. Dass ich es jetzt nicht so dringend hatte, sie taufen zu lassen, war ihm irgendwie nicht so klar.

Naja, erstmal umziehen, dann kann man das ja wieder in Angriff nehmen. Denkste! Denn neben Renovierung, Umzug und Neu-Einrichten blieb anfangs nicht viel Zeit. Auch der Schlafmangel machte es nicht besser ( halt das erste Jahr, nicht?). Es wurde auch dadurch nicht besser, dass er als Vater immer weniger präsent war. Sowohl als Vater als auch als Partner. Die Ansprüche an mich stiegen, seine Erwartungshaltung auch – nur seine Mithilfe nahm stetig ab. Noch vor dem ersten Geburtstag unserer Tochter trennten wir uns. Bis er auszog, verging noch ein halbes Jahr, in dem wir immer heftiger stritten und uns fast schon spinnefeind waren.

Nach seinem Auszug war zwar er als Stressfaktor nicht mehr permanent präsent vor Ort, dafür ging es jetzt vermehrt um Umgang und dergleichen. Und mir fehlte es doch auch an Entlastung und Mithilfe. Sich mit einem Mal darauf einzustellen tatsächlich alleinerziehend zu sein, ist doch noch etwas ganz anderes, als wenn man das im Vorfeld versucht zu planen. Thema Taufe? Ach komm, wir schauen dann, wenn es wieder ein wenig ruhiger geworden ist.

Als nächster vorgeschobener Grund durfte dann die Krippenplatz-Suche herhalten. Oder meine persönliche Suche nach einem Therapieplatz. Dazu den Versuch, mir selber Auszeiten zu gönnen. Achja, und dann habe ich ja mit dem Führerschein angefangen, dass passte sich gerade so gut. Erwähnte ich schon, dass der Vater des Kindes nicht sehr verlässlich war?

Im Endeffekt gab es immer wieder Gründe, warum ich das mit der Taufe immer wieder aufschob. Damals hatten wir das mal beschlossen, als wir noch ein Paar waren. Aus meiner Sicht wollte ich es ihm zuliebe machen. Doch wir waren kein Paar mehr. Und diese Ignoranz und Arroganz, mit der er es auf mich abwälzen wollte, die machten es auch nicht gerade besser. Zumal ja das grundlegende Problem weiter bestand: wir hatten keinen Taufpaten!

Seit den ersten Lebensmonaten meiner Tochter steht auf der Agenda, dass sie getauft werden sollte. Tatsächlich kam dieser Punkt immer wieder auf meine To-Do-Listen. Also nach unten. Gaaaanz weit nach unten. Und wurden immer wieder übertragen. Bis… ja bis. Bis mein Ex die Nase voll hatte und selber einen Termin vereinbart hat. In der Kirche direkt um die Ecke. Zwar schaffen wir es nicht mehr vor dem dritten Geburtstag unserer Tochter (der ist diese Woche), aber es sieht sehr gut aus für diesen Sommer.

Nach diesem Erst-Gespräch habe zwar wieder ich die ganze Verantwortung für das Unterfangen, aber es scheint so, dass sich die ganzen Widerstände von selbst auflösen. Zum Einen haben wir jetzt endlich den richtigen Taufpaten. Also eigentlich eher eine Taufpatin. Mit der nicht nur mein Ex und ich einverstanden sind, sondern auch unsere Tochter UND die Pastorin. Letztere zweifelte nämlich ernsthaft daran, dass wir unsere Tochter dann auch im Glauben erziehen würden (Was nebenbei bemerkt eher Aufgabe des Vaters wäre, da immerhin er derjenige ist, der gläubig ist). Zudem gibt es einen Familiengottesdienst in der Kirche, in dem Kinder allen Alters nicht nur willkommen sind, sondern nach deren Bedürfnissen der Gottesdienst ausgerichtet ist. Besonderer Pluspunkt sind die Gospelgottesdienste und der Kinderchor schon ab Kindergartenalter. Die Vorzeichen stehen diesmal deutlich besser.

In meiner Familie hat schon lange niemand mehr daran geglaubt, dass das noch mal was wird mit der Taufe. Ich zum Teil ja auch schon nicht mehr. Und irgendwie hat mein persönliches Scheitern und auch das Scheitern meiner Beziehung zum Vater meiner Tochter dazu geführt, dass auch das Taufvorhaben immer wieder gescheitert ist. Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Anläufe es zumindest gedanklich gegeben hat. Inzwischen bin ich sogar froh, dass es so lange gedauert hat.

Denn jetzt haben wir nicht nur eine voll motivierte Patentante, die nicht nur „pro forma“ evangelisch ist, sondern auch ein monatliches Ritual. Familiengottesdienst. Mit der Patentante und deren Kind. Eventuell mal mit der Oma oder dem Papa dazu.

Das passende Kleid hat sich zu dem Zwecke auch gefunden. Ich bekomme die erträumte Sommertaufe. Und meine Tochter darf auch ein wenig mitbestimmen. Die ist nämlich absolut begeistert. Nicht nur von dem Gottesdienst, sondern auch von dem Gedanken getauft zu werden. Natürlich hat sie keine wirkliche Vorstellung davon, was eine Taufe bedeutet. Aber sie hat jetzt schon eine gesehen, sie freut sich darauf, auch Mittelpunkt des Gottesdienst zu werden. Sie freut sich auch auf ihr schönes Kleid, und dass gesungen wird.

Hätte ich vor einem halben Jahr über die Taufe geschrieben, dann wäre es eine reine Geschichte des Scheiterns. Das fortlaufene Wiederholen des ewigen Scheiterns. Eine eher triste und trübe Geschichte.

Jetzt allerdings ist es eine Geschichte vom Überwinden des Scheiterns. Dass es einen Unterschied gibt zwischen Scheitern und Gescheitert-sein. Hätten wir irgendwann den Gedanken aufgegeben, dann wären wir vollendens gescheitert. So wie es jetzt aussieht (und ja, ich bin optimistisch, dass es jetzt tatsächlich klappt!!) werden wir unser Scheitern überwinden. Und bekommen zudem noch eine absolut für uns und in sich stimmige Taufe. Vielleicht gibt es ja einen tieferen Sinn hinter der Sache, warum es vorher nicht hat klappen können oder sollen? Wer weiß?

Und wichtig finde ich die Erkenntnis, dass Scheitern nur ein temporäres Versagen ist. Nur weil etwas gerade nicht stattfinden, klappt oder möglich ist, so ist das nicht für alle Ewigkeit so. Ob nun die richtigen Fähigkeiten/Eigenschaften fehlen, die richtigen Umstände oder der richtige Zeitpunkt, daran lässt sich oftmals noch was drehen. Nur wenn man das Scheitern akzeptiert und nicht mehr dagegen ankämpft, nur dann ist man wirlich gescheitert.

More is yet to come,

M.

 

Murphys Law schlägt zu

Die meisten Eltern kennen das, sobald man sich etwas vornimmt – ob beruflich oder privat – eigentlich kommt immer etwas dazwischen. Kind krank, KiTa hat spontan zu oder der Babysitter kann nicht kommen. Im Notfall hat man sich nach wochenlanger Kinderpflege selbst angesteckt und muss alle Pläne über Bord werfen. Dieses Prinzip ist auch bekannt als Murphys Law.

Und in letzter Zeit scheint dieses ungeschriebene Gesetz zu gerne bei mir in Aktion zu treten. Wie gesagt, da bin ich bestimmt nicht die Einzige, angekotzt sein darf ich (und auch andere Betroffene) trotzdem. Besonders wenn es mich so geballt trifft, dass ich schon fast glaube, dass sich das Schicksal gegen mich verschworen hat. So kommen dann auch Tweets zustande wie:

Aber lasst mich am Anfang beginnen. Wer keine Lust auf meinen Jammerpost hat, kann jetzt auch gerne wegklicken. Verstehe ich. Ehrlich. 😉

Ehrlich gesagt fing es ja mit meinem Ausnahmezustand hier zuhause an. Die kleine Maus hatte es wirklich schlimm erwischt und wollte/brauchte die Extraportion Mama. Was ich ihr gerne gewährt habe, soweit es mir möglich war. Was natürlich geschlaucht hat, wenn das 17kg-Kind permanent am Körper sein möchte. Kuschelnd, kneifend, leidend. Oft auch nur völlig groggy am Dösen. Leider stand aber genau in der Zeit ein wirklich wichtiges Vorstellungsgespräch an. Auf das ich mich noch nicht ausreichend vorbereitet hatte.

Seit Geburt meiner Tochter bin ich arbeitslos. Mein Fristvertrag lief relativ parallel zum Mutterschutz aus. Und es machte keinen Sinn, einen Folgevertrag zu schließen. Sowohl aus meiner Sicht als auch aus der meiner Chefin. Schon vor meiner Schwangerschaft wusste ich, dass meine Ausbildung nur die Grundlage sein soll, nicht das „angestrebte Ende“ meiner Laufbahn. Ich hatte auch schon etwas im Auge, dass mich reizte. Und dort habe ich mich dann auch beworben. Inzwischen auch ein zweites Mal. Diesmal begleitet von einer optischen Anpassung (Business-Outfit) und vorherigem Bewerbungscoaching. Denn die Stellen sind heiß begehrt. Mindestens 10 Bewerber auf 1 dualen Studienplatz. Auch alles professionell mit Assessment-Center und Psychologen-Gesprächen.

Mit der Hilfe meiner Mutter bekam ich das auch alles ganz gut hin. Wir zogen quasi kurzfristig ein, wechselten uns im Kinderdienst ab. Und ich zog morgens los zu meinem Bewerbungsgespräch und ließ eine komplett aufgelöste Maus mit knapp 40 Fieber bei meiner Mutter zurück. Mir brach zwar fast das Herz, aber es ging nicht anders. Gebracht hat es übrigens nichts, bin trotzdem nicht genommen worden.

Noch bevor meine Tochter richtig gesund war, kam dann mein Vater ins Krankenhaus – geplant zur Operation. Ich sollte die Katzen versorgen. Was an sich logistisch möglich sein sollte, aber mit krankem Kind zuhause schon schwieriger wurde. Wieder sprach ich mich mit meiner Mutter ab, damit ich neben meinen normalen Terminen auch noch die Katzenversorgung auf die Reihe bekam, obwohl mein Töchterchen zuhause war.

Bereits da merkte ich schon, dass meine Kräfte nicht endlos waren und mir dieses ganze Drumherum-Organisiere ganz schön auf die Nerven ging. Natürlich verschob sich bei meinem Vater auch so einiges im Krankenhaus und aus geplanten 6 Tagen Aufenthalt wurden dann mal eben 2 Wochen. Jeden Tag wartete ich auf die neuesten Entwicklungen aus dem Krankenhaus, ob jetzt mein Vater wieder nach Hause dürfte oder nicht und wann denn nun endlich operiert wurde. Informationen flossen nur spärlich und ich organisierte mich um die Ecke. Dass ich zwischendurch Geburtstag hatte, juckte mich nicht wirklich. Zwar hatte ich auch Besuch und wenigstens „etwas“ Geburtstag, aber es fühlte sich nicht so an. Ehrlich gesagt habe ich zum Ende hin nur geheult.

Und während ich so schon am Jonglieren war mit meinen privaten Terminen und der Katzen-Verpflichtung, stand dann der Urlaub meiner Mutter an. Ihr sei er ja gegönnt, sie hatte ihn sich redlich verdient. Aber sie ist praktisch die einzige Stütze, die ich habe bzw auf die ich mich verlassen kann. Und dank Murphys Law überschnitt sich jetzt plötzlich alles.

Mit ein wenig Fatalismus bereitete ich mich darauf vor es irgendwie hinzubekommen. Seit Montag ist meine Mama nun weg. Und gestern kam dann der nächste Knüppel, den mir das Schicksal zwischen die Füße warf: spontane Brechattacken meiner kleinen Maus. Morgens um 6 beginnend. Und mein Termin war um 10. Mit Kind nicht möglich. Spontan abgesagt, hätte mich das 40€ gekostet. Und nu?

Zumindest hier hatte ich etwas Glück. Nicht nur war mein Ex schon wach, als ich morgens ne Nachricht schrieb, er hatte sogar Zeit. Nur musste er zuhause bleiben, er wartete auf die Telekom. Zwar konnte er unsere Tochter betreuen, doch ich musste sie irgendwie zu ihm schaffen. Also stand ich dann um 8 Uhr mit ihr an der Bahn-Haltestelle, bewaffnet mit Taschentüchern und Plastiktüten. Denn sie übergab sich nach wie vor im 10-Minuten-Takt. Muss ich die Blicke beschreiben, die ich geerntet habe? Wie ich da meiner Tochter die Tüte vorhielt, sie dabei in den Arm nahm, den Kopf streichelte, anschließend ihr Gesicht abputzte, die Tüte entsorgte und dann tatsächlich mit den Öffis fuhr?! Freundlich wie meine Tochter war, spuckte sie nur außerhalb von Bus und Bahn. Und ich kam nach wie vor sauber mit ihr bei ihrem Vater an.

Auf dem Weg zu meinem Termin schrieb ich ihm noch eine „Gebrauchsanleitung“, da ich eine relativ starke Vermutung hatte, warum sie spuckte und ich weiß, wie das zu händeln ist.

Im Endeffekt kann ich mir jetzt zwar selber auf die Schulter klopfen, dass ich diese letzten 3 oder 4 Wochen überstanden habe. Dass ich nichts absagen musste, alles irgendwie unter einen Hut bekam und meine Notfall-Organisationen auch alle geklappt haben. Aber es hat auch Spuren hinterlassen. Gerade nervlich und auch kräftemäßig. Zwischendrin kam mir der Gedanke, dass ich vielleicht doch eine Mutter-Kind-Kur beantragen sollte. Gerade, nachdem dass mit dem dualen Studium doch nichts geworden ist. Hätte dann ja wieder Zeit. Lasst mich mit zwei herrlichen Tweets enden:

More is yet to come,

M.

Angriff auf die Mama-Bubble

Normalerweise konzentriert sich mein Blog auf die Erlebnisse, Gedanken und Merkwürdigkeiten rund um die Thematik Kind(er) haben, Mutter sein. Es ist bequem, sich eine kleine Blase zu schaffen, in dem es nur darum geht. Man sich und sein Kind ausgiebigst betrachtet und reflektiert und alles andere ausblendet. Nun existiert außerhalb dieser Blase ja auch noch eine Welt. Eine Welt, die Einfluss hat auf mich, mein Kind und unsere/seine Zukunft. Und so einfach es ist, sich nur auf das Naheliegendste zu konzentrieren, mag ich bei den momentanen Ereignissen nicht still sein.

Denn ich bin ja nicht nur Mutter, sondern auch Frau, Mensch, Freundin, Bürgerin. Und Bloggerin. Auch wenn ich, was Follower und Traffic angeht auf der untersten ersten Stufe stehe, so nutze ich meine Rede- und auch Meinungsfreiheit. Ich verlasse mich darauf, dass es mein Recht ist, meine Gedanken und Meinungen öffentlich zu teilen. Natürlich bin ich mir der Möglichkeit bewusst, dass andere anders denken und ich eventuell auch Ziel von Kritik und Anfeindungen werden könnte. Aber mein Leben damit zu riskieren? Davon gehe ich nicht aus.

Es dürfte an niemandem vorbeigegangen sein, was die letzten Tage in Paris geschehen ist: Das Attentat/der Terrorakt auf die Redaktion von Charlie Hebdo. Zuallerest ein unfassbare Tragödie, denn es sind Menschen verletzt worden und sogar getötet. Eine Tragödie für Familie, Freunde und Kollegen, die mit dem Verlust und dem Trauma zurecht kommen und leben müssen. Ich kann nur entfernt nachempfinden, wie es ihnen gehen muss. Nur eins: es muss furchtbar sein.

Doch neben der menschlichen, der persönlichen Tragödie hat ein weiteres Unheil stattgefunden: ein Angriff auf die Redefreiheit. Die wir als Blogger und auch schlicht als Bürger als selbstverständlich ansehen. Es ist ein Grundrecht bei uns „in der westlichen Zivilisation“. Der Schock sitzt tief. Wie kann es sein, dass man sein Leben riskiert, nur indem man seine Meinung äußert? Und auch die Wut, die Fassungslosigkeit, dass tatsächlich jemand bereit war, deswegen Menschen zu töten? Zwar weiß man bzw kann man sich denken, was die Täter dazu gebracht hat, aber verstehen, nachvollziehen kann ich es nicht.

Hinzu kommt auch, dass dieser Anschlag ein Angriff des islamistischen Extremismus auf unsere christliche, westliche Welt ist. Und das ist es, was in der Folge noch weitreichende Folgen haben kann/wird. Was mir Sorgen macht.

Denn es ist noch nicht abzusehen, ob es nur der Auftakt war zu einer Serie terroristischer Anschläge. Oder, ob es Nachahmer geben wird. Oder, ob es zu Gegenschlägen kommt. Denn eines wissen wir nach 9/11 ganz bestimmt: wenn man angegriffen wird, möchte man sich verteidigen, zurückschlagen oder sich schlicht rächen. Beim Terrorismus allgemein ist dies sehr schwierig. Denn man organisiert sich im Verborgenen, lebt ein Doppelleben und hat ein Netz von Schläfern. Also niemand direkt Greifbares verfügbar. Doch die Wut, die Unverständnis, der Unglauben, die Fassungslosigkeit, all das möchte sich gegen jemanden oder etwas richten. Doch die Attentäter sind tot. Man kann sich an ihnen nicht mehr abreagieren.

Was sich jetzt schon abzeichnet, ist, dass die ganzen aufkommenden Gefühle( die ja auch eine Berechtigung haben!) jetzt gegen den Islam im Allgemeinen gerichtet werden. Nur leider hat der damit wenig zu tun! Extremismus, Fundamentalismus und Terroristen gibt es ja nicht nur im Islam, sind dort auch nur die Ausnahme. Beispiele? RAF, IRA. Hat jetzt nicht unbedingt was mit Islam zu tun, gell? Terrorismus ist nicht auf Glaubensrichtungen beschränkt. Und ich finde es falsch, dass es bestimmte Strömungen gibt, die versuchen bzw versuchen werden Moslems unter Generalverdacht zu stellen. Dass es bald reicht, arabisch, türkisch oder persisch auszusehen, um potentiell gefährlich zu sein. Und ja, der Geiselnehmer aus dem jüdischen Supermarkt war doch schwarz? Dann werden jetzt auch alle Schwarzen mit auf die Liste gesetzt.

NEIN! NEIN! NEIN!

Und das ist der Punkt, an dem meine Mama-Bubble platzt. Seit Jahren beobachte ich wie „Nationalstolz“ und „Vaterlandstreu“ wieder salonfähiger werden. Wo es wieder akzeptabler wird gegen „Ausländer“ zu wettern. Die NPD und ähnliche Strömungen wieder mehr Zulauf bekommen. Und seit neustem gibt es #Pegida. Und ehrlich gesagt, wird mir dabei ganz flau im Bauch. Auch wenn vielleicht der größere Teil aus Angst und Unsicherheit auf die Straße geht, weil der meiste Terror, den man bewusst über die Medien wahrnimmt von radikalen, islamistischen Strömen ausgeht. Aber ein bestimmter Anteil der Pegida-Bewegung ist wirklich fremdenfeindlich. Und dieser Anteil wird sein möglichstes versuchen, die Ängste und Unsicherheiten für sich zu nutzen und ihr rassistisches, fremdenfeindliches Gut in den Köpfen der Mit-Demonstranten zu verankern.

Ich lebe in einem Multi-Kulti-Stadtteil. Wir sind hier ein bunt gemischter Haufen. Das einzige, was mich interessiert, ist ob mir mein Gegenüber sympathisch ist, mit mir auf einer Wellenlänge ist. Da ist das Aussehen herzlich egal. Ich muss da nicht nachhaken, wo wer jetzt herkommt, wie lange her, wann die Eltern und überhaupt… BLA. Vielleicht ergibt sich was im Gespräch. Oder auch nicht. Sympathie, Freundlichkeit, das ist es was mir wichtig ist. Klar könnte ich hier große Reden schwingen. Über die Präsenz unterschiedlicher Kulturen und Nationalitäten in meinen Schulklassen. Darüber, dass ich als Kind schon viel Kontakt zu verschiedensten Nationalitäten hatte. Aber ich finde nicht, dass ich das betonen brauche. Ich bin damit aufgewachsen, ich habe es nie in Frage gestellt, warum jemand nicht so aussieht wie ich. War so.

Und deswegen war auch nicht die Hautfarbe entscheidend, mit wem ich ausgehe. So kommt es, dass meine Tochter jetzt eine deutsch-nigerianische Co-Produktion ist. Um deren Zukunft ich mir jetzt Sorgen machen. Denn ich sehe die Tendenzen in Deutschland, ich erlebe den latenten „nicht bösgemeinten“ Rassismus. Auch in unseren Nachbarländer werden seit Jahren die rechten Strömungen immer stärker. Es macht mir Angst. Nicht nur, dass wir als „westliche Gesellschaft“ potenziell ein Ziel sind für Terroranschläge, sondern auch, dass dadurch Strömungen bestärkt werden, von denen wir eigentlich wissen sollten, dass sie zu keinem guten Ende führen.

Ich hätte so gerne einen Blogbeitrag geschrieben, der ausschließlich den Opfern und Angehörigen gewidmet ist, die von dem Anschlag betroffen sind. Voller Mitgefühl, Bedauern und Anteilnahme. Doch die Wellen reichen weit.

More is yet to come,

M.

Alles BI irgendwie…

Bei uns ist alles irgendwie BI- : BI-national, BI-kulturell und BI-lingual sowieso.

Das kommt natürlich daher, dass ich so eine deutsch-nigerianische Co-Produktion alias meine kleine Maus zu Hause habe. Und nachdem ich mir gaaaaanz viele Gedanken über die Vereinbarkeit von Mama und Papa gemacht habe und wie das alles gehen soll im Spagat zwischen verschiedenen Kulturen, Meinungen, Sprachen usw., bin ich jetzt recht entspannt. Klar, ich bin inzwischen alleinerziehend und mein Alltag ist sozusagen nur noch MONO(-kulturell, -national, -lingual). Natürlich nur meiner. Bei der Sprache ist es für mich/uns eigentlich am einfachsten. Mama spricht deutsch, Papa Englisch und die Kleine halt was sie will. Also deutsch ;-). Man merkt ihr an, dass sie beide Sprache auseinander halten kann und beides versteht. Find ich gut, macht mir persönlich keine Sorgen.

Was das Kulturelle angeht, weiß ich nicht, ob es da so große Unterschiede gibt. Klar Essen ist echt anders. Aber lecker. Und kochen kann ich inzwischen auch eine Handvoll Rezepte. Aber im großen und ganzen? Wahrscheinlich gibt es bei uns nicht mehr kulturelle Unterschiede als bei dem Durchschnittspaar. Er geht in die Kirche, ich nicht. Er legt mehr Wert auf das Äußere als ich. Dafür lese ich mehr. Ich bin ihm in der Erziehung zu nachgiebig, er mir zu streng. Aber das gibt es doch in vielen Familien. Da müssen die Eltern nicht von verschiedenen Kontinenten kommen.

Was mir ein wenig Bauchweh macht, ist, dass man meiner kleinen Maus sprichwörtlich ansehen kann, dass sie ein Nationenmix ist. Ihre Hautfarbe ist halt deutlich dunkler. Bisher ist es ihr nicht wirklich klar, dass sie überhaupt anders aussieht. Ist ja auch erst 2 Jahre alt.

Aber was wird sein, wenn erst die unbedarften Fragen Gleichaltriger kommen und später vielleicht auch die fiesen Sprüche über Herkunft und Hautfarbe? Und das nicht nur von Gleichaltrigen, sondern von Erwachsenen, von völlig Fremden? Wie geht man damit um? Wie werde ich damit umgehen? Was macht das aus meiner Maus? Wie wird es ihr damit gehen? Wie wird sie damit zurecht kommen?

Noch vor 2 1/2 Jahren wurde mein Ex aus dem Auto heraus mit Bierflaschen beworfen, einfach weil er schwarz ist. Das ist vielleicht eine extreme Form des Rassismus und hier nicht allzu häufig, doch es gibt ja auch latente Formen. Wo der Unterton es macht oder die Wortwahl. Und das trifft vielleicht viel mehr, weil es von Menschen kommt, die man kennt, die man gern hat.

Ein wirklich schwieriges Thema. Ich werde es auf mich zukommen lassen müssen. Leider. Nur verrückt brauch ich mich deswegen noch nicht zu machen. Noch nicht. Vielleicht habe ich Glück und es wird alles gar nicht so schlimm. Trotzdem wird auch die kleine Maus irgendwann mit Fragen vor mir stehen. Warum sie anders aussieht. Nicht wie die meisten hier in Deutschland. Und vielleicht fragt sie auch nach ihren afrikanischen Wurzeln, der Familie dort.

Aber jetzt erst einmal mit viel Liebe und Fürsorge groß werden lassen. Und darauf hoffen, dass sie eine selbstbewusste, unabhängig denkende kleine Person wird.

More is yet to come,

M.